DDO: Gildenhäuser oder Luftschlösser?

Geschrieben am 31. März 2010 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene von Reaktorblock || Keine Kommentare

Die Gildenhäuser für DDO werden konkreter. Und interessanter. Auf dem PAX Gaming Event in Boston hat Fernando Paiz (Projektleiter DDO oder so…) gegenüber der Website ‘massively’ erklärt, dass sich die Spieler nicht mit normalen Gilden(reihen)häusern zufrieden geben müssen. Statt dessen planen die Entwickler bewegliche Gildenluftschiffe, die nicht nur als Versammlungspunkt für sporadische Gildentreffen dienen sollen, sondern auch tatsächlich eine Art Transportsystem darstellen werden. Die planaren Exploratoren erwarten eine mobile Basis, die (hoffentlich) die Annehmlichkeiten einer Taverne (Heilung, Verkäufer, Logout-Punkt) mit diversen weiteren Bequemlichkeiten vereinen wird (Auktionen? Bankfach? Post?). Entfällt damit das Rumlungern auf dem Marktplatz? Das Hin-und-her-joggen zwischen Bank, Auktionator und Briefkasten? Nun, Turbine wird sicher nicht komplett auf öffentliche Versammlungsplätze verzichten, denn diese sogenannten ‘Playerhubs’ vermitteln ein umfassendes Gemeinschaftsgefühl. Man trifft auch mal auf andere Charaktere und hängt nicht nur mit den Gildies rum. Man bekommt einen Eindruck von der restlichen Bevölkerung des Servers. In einem Spiel wie DDO, das ansonsten komplett instanziert abläuft, ist das eine wichtige Sache.

Galactic Civilisation II: wie man ein Spiel kaputt-kopier-schützt…

Geschrieben am 21. März 2010 in Netzkultur, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Vor ungefähr drei Jahren wurden die planaren Exploratoren auf das wirklich ordentliche Galactic Civilisation2 aufmerksam. Das Spiel stammt von der kleinen Firma Stardock und wurde hauptsächlich online vertrieben. Besonders beeindruckt waren wir, als wir lasen, dass das Spiel auf nervige Kopierschutzmassnahmen verzichtete. So jedenfalls der Orginalton der Hersteller. Um das Spiel runter zu laden, musste man einen Account für die Shopping-Software von Stardock anlegen. Das ganze diente auch dazu, um das Spiel automatisch zu patchen. Die Exploratoren ahnten nichts Böses. Irgendwann schickte mit Stardock nachträglich noch die offizielle Collectors-Box ins Haus. Wir waren vollauf zufrieden und hatten unseren Spass mit GalCiv2.

Die Zeit verging. Spiele kamen und gingen und irgendwann wurde der PC ausgetauscht. GalCiv2 blieb eine Weile im Schrank stehen, wir hatten das Spiel ja bereits ausgiebig gespielt. Aber vor gut zwei Wochen packte uns die Sehnsucht nach ein paar knochentrockenen Runden Weltraumstrategie. Also flugs die alte Box aus dem Schrank gegriffen und wieder auf die Platte gespielt. Aber kaum hatten wir die alte Seriennummer aus der Collectors-Box eingetippt, wollte sich das Spiel updaten…und dann kam das böse Erwachen. Zum Updaten brauchte man die neueste Version der bereits erwähnten Shopping-Software… also den Kram (etwas widerwillig) wieder auf die Platte ziehen und neuen Account anlegen. Unsere drei Jahre alten Nutzerdaten hatten wir natürlich längst vergessen. Und das war die Todsünde schlechthin. Meine alte Seriennummer funktionierte offenbar nicht mehr. Wahrscheinlich war sie seinerzeit fest dem Account zugeordnet worden, den wir damals angelegt hatten.  Dadurch dass wir nun neue Nutzerdaten angelegt hatten, hatten wir unsere alte Seriennummer ungültig gemacht. Das bedeutet: keine Patches und auch keine Addons. Denn das alles wird über Stardocks Shopping-Software (…die heisst übrigens ‘Impulse’) verkauft. Oder auch nicht verkauft. Denn da die Exploratoren nicht die geringste Lust haben, Kopierschutz-Dreck der hinterhältigsten Sorte zu unterstützen, haben wir den Müll von der Platte gewischt und die Collectors-Box kurzerhand in den Restmüll befördert.

Ach ja, eine Mail an den Support brachte folgende Antwort:

Hi,

Thank you for your email. Your email has been filtered and has -NOT- been read due to the following reasons…

1) It matched or contained key items which caused it to be flagged as spam

2) It did not have a subject

3) The body of your email was blank

4) The attachment was a BMP file. To conserve size, please convert it to a JPG or GIF.

5) It contained profanity or abusive language

6) You use a mail filtering/certification system, which requires us to validate our email address

Please restructure your email and resend it so that we may assist you. Please do not reply to this email.

Thank you, Stardock Support.

Wir gehen mal davon aus, dass meine Erwähnung des “damned serial keys” unter Punkt 5) fällt.

So kann man sich lästige Beschwerden auch vom Hals halten.

galciv2_in_den_Muell
Asche zu Asche, Müll zu Müll.

2010: Halb-Orks und Gildenhäuser für DDO.

Geschrieben am 17. März 2010 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene von Reaktorblock || Keine Kommentare

DDO ist einer der MMO-Gewinner des Jahres 2009. Seit man weiss, dass DDO die 1 Millionen Spieler Grenze durchbrochen hat (was immer das auch heisst in einem F2P Spiel), wartet die Community auf mehr Neuigkeiten über die Pläne für 2010. Wie geht es weiter?

Seit heute wissen wir mehr! Projektleiter (oder so…) Fernando Paiz hat einen Brief im Forum veröffentlicht, in dem er erklärt, was in diesem Jahr noch alles mit dem Spiel passieren soll:

- Neue Abenteuer. Klar, die sind ein wichtiges Element in der Verkaufsstrategie von DDO. Der erste neue Adventuer Pack befindet sich bereits auf dem Testserver Lamania. Und was man da in den Release Notes lesen kann, hört sich cooool an: House Deneith gegen eine Horde von Zombie-Piraten! From Dusk till Dawn à la DDO? Wir sind gespannt. Auf jeden Fall ist die hohe Frequenz, mit der inzwischen hochqualitative Abenteuer veröffentlicht werden, beeindruckend. Die Exploratoren brauchen dringend einen Account auf dem Testserver. Lechz!

- Mehr Items im DDO Store. Der Kleinkram scheint sich gut zu verkaufen. Kein Wunder, der Dreispitz-Präsidenten-Hut sieht auch verboten gut aus an unserem Warforged Charakter. Mehr Kosmetik-Items, die nur der Optik dienen, sind in Planung. Girl, I wanna take you to a gay bar!

- Achtung festhalten: Gilden-Status (pro Server) und Gildenhäuser. Ein Bereich, den DDO bisher sträflich vernachlässigte, wird jetzt endlich angepackt. Zu schön um wahr zu sein…

- Und nochmal Luft anhalten: Halb-Orks! Zwar erst gegen Ende des Jahres, aber, hey…Halb-Orks! Wir scheissen auf Charisma, Hurra!

- Neue Klassen? Leider ist die Antwort hier etwas dünn. Fernando lamentiert ein wenig über den schrecklichen Test- und Balancing-Aufwand. Dann lässt er durchblicken, dass es in der nächsten Zeit, also in 2010, neue Prestige-Enhancements für die bestehenden Klassen geben soll. Also ähnliches Stückwerk wie der nekromantische ‘Pale Master’, der nicht gerade reissenden Absatz findet. Ach ja, und Favored Soul und Barde als NPC-Klassen für den Rucksack. Die Exploratoren meinen: wenn schon neue Hirelinge, dann doch bitte endlich den Dieb.

- Verbesserungen, Verbesserungen, Verbesserungen. Hier bleibt man etwas nebulös. Sicher scheint aber eine Text-Suche im Auktionshaus. Puh, das war schon seit langem fällig…

- International. Nachdem man in den letzten Jahren den internationalen Vertrieb mehr oder weniger vor die Hunde hat gehen lassen (Japan dicht gemacht, Europa verblutet langsam), soll jetzt der neue Erfolg mit Karacho in die Welt getragen werden. Man darf gespannt sein. Auf die staubigen Codemasters-Server werden die Exploratoren auf keinen Fall zurück kehren…

Grundsätzlich sind das gute Nachrichten. Turbine scheffelt sich das Geld, dass jetzt frisch in die Kassen gespült wird, nicht in die Tasche, sondern investiert in kritische Bereiche. Besonders die Tatsache, dass auch kleinere Features nachgeliefert werden, wie etwa die lange fällige Verbesserung des Auktionshauses, zeigen, dass es Turbine – neben dem Geld – auch darauf ankommt, ein gutes Spiel abzuliefern. Was bleibt an offenen Fragen? Nun, die Exploratoren hätten gerne eine Äusserung zum Thema Level-Cap gesehen. Das D20 D&D Spiel endet auf Stufe 20, genau wie DDO. Aber da sich Statistik und Verwaltungsaufwand von PnP und MMO sehr unterscheiden, wäre es für DDO durchaus machbar ,die ‘natürliche’ Level-Grenze zu durchbrechen. Aber wohl nicht mehr in 2010…

Knights Of The Too Old Republic

Geschrieben am 12. März 2010 in RPG, Single Player von Reaktorblock || Keine Kommentare

Achtung: dieser Artikel enthält massig Spoiler. Wenn Sie vorhaben ‘Knights Of  The Old Republic’ irgendwann mal zu spielen, lesen Sie den Artikel besser nicht. Oder vielleicht besser doch?

Die planaren Exploratoren sind seit Baldurs Gate eingeschriebene Fans der Rollenspiele von Bioware. Nach dem extrem schmackhaften Mass Effect (1.Teil), hatten wir deshalb beschlossen, unsere Lücken in der Bioware-Historie zu schliessen und uns an das sagenumwobene Star-Wars-Game ‘Knights Of The Old Republic’ zu machen. Überall konte man lesen: klasse Spiel! Eine grosse deutsche PC-Zeitschrift nahm das Spiel sogar unlängst in die Riege der  ’Meisterwerke’ auf und empfahl es jedem echten RPG-Fan.

Heute haben wir KOTOR nach ca. 24 Stunden Spielzeit, verteilt auf zähe 4 Wochen von der Platte gewischt. Die letzten Tage waren eine elende Quälerei gewesen. Leicht viel uns die Entscheidung nicht. Erstens sind wir immense Star Wars Fans, zweitens sind wir grundsätzlich der Meinung, dass hinter einer veralteten Grafik immer noch jede Menge Spielspass stecken kann und drittens wollten wir uns heiss hypen für den Online-Nachfolger ‘Star Wars: The Old Republic’. Was hatte uns also am Ende den Spielspass vermiesen können?

Erstens: KOTOR lebt von seiner Story. Die hat gegen Ende hin eine überraschende Wendung. Und diese Wendung hatten wir uns unbeabsichtigt verspoilert, als wir andächtig den Wikipedia-Artikel über das Spiel studierten. Eigentlich hatten wir ein paar Details über das Entwickler-Team gesucht. Pech gehabt, zu weit gelesen, Überraschung futsch. Der Hauptcharakter hat sein Gedächtnis verloren (ohne es zu merken) und ist in Wirklichkeit ein fieser Arsch, der bis gerade eben den Jedis fürchterlich in den Hintern getreten hatte. Auch nicht 100% orginell, aber OK. Die Story ist übrigens nicht linear, aber dafür extrem symmetrisch und deshalb ziemlich vorhersehbar. Besuche vier Planeten, finde die vier Teile der verlorenen Sternenkarte, finde damit die geheime Sternenschmiede, hau sie zu Klump.

Zum Endgegner? Bitte am nächsten Sternenhaufen links abbiegen, dann immer schön geradeaus…

Zweitens: verglichen mit ‘Mass Effect’ wirken die Quests und Dialoge von ‘Knights’ als wären sie nicht für Erwachsene, sondern für Zwölfjährige geschrieben worden. Und wahrscheinlich wurden sie das auch. Denn Star Wars wird inzwischen von vielen Leuten als Kinderkram wahrgenommen. Wenn man sich die Prequels-Filme ansieht, kommt einem der Verdacht, dass auch George Lucas zu diesen Leuten zählt. Es bleibt festzuhalten: die Motive der NPCs sind lächerlich. Tiefgreifende Konflikte zwischen den Figuren lassen sich durch 1-2 blöde Antworten oder eine simple Töte-Zehn-Wookies-Queste aus der Welt schaffen. Der Tiefgang entspricht in etwa einer GZSZ-Folge.

Manche Szenen oder Charaktere sind an Unglaubwürdigkeit, man könnte auch sagen Dämlichkeit, kaum zu überbieten. Gerne erfüllen wir deswegen diesem Droiden seinen Wunsch…

Drittens: was uns vielleicht am meisten an ‘Mass Effect’ beeindruckt hatte, waren die überraschenden und anspruchsvollen Dialoge gewesen. Im Prinzip wusste man nie genau, was Shepard aus der Anweisung machen würde, die man angeklickt hatte. So wurde jede Dialog-Szene zu einem spannenden Mini-Game. Diese Ü-Ei-Dialoge fehlen in KOTOR noch völlig. Die Script-Zeilen sind zwar hin und wieder ganz nett, aber der Knalleffekt bleibt aus. Und nett ist bekanntlich der kleine Bruder von Scheisse…

Natürlich ist es uns eine grosse Freude, eure vollkommen unwichtigen Probleme aus der Welt zu schaffen. Schliesslich sind wir ein Jedi und sie eine Nebenqueste. Laber, laber, laber…

Viertens: das Gameplay ist eintönig. Man wählt sich drei Jedi-Ritter ins Team und hackt sich durch die Level. Hin und wieder bleibt man vor einer Tür oder einem Computer stehen, für den man einen Droiden braucht. Zurück zum Schiff, Druiden in die Gruppe holen, Tür auf, zurück zum Schiff, Jedi wieder in die Gruppe, weiter hacken. Es gibt Fallen in Form von Minen, die entschärft werden können, aber da diese Minen nie genug Schaden verursachen, um die Gruppe ernsthaft zu gefährden, kann man eigentlich sorgenfrei über sie hinweg latschen. In den Kämpfen fehlt eindeutig die Abwechslung. Und die dämlichen Minigames ändern nichts an dieser Gameplay-Wüste. Sie tragen nicht zum Erreichen des Zieles bei, sondern ziehen nur die Spielzeit in die Länge.

Fünftens: ach ja, die Grafik. Nicht ganz taufrisch. Aber eigentlich ist nichts dran auszusetzen. Immerhin ist sie ziemlich Star Wars-mässig. Genau genommen, war die Grafik das Beste an KOTOR.

Was bleibt anzumerken? Schade um die Zeit? Nun ja, so schlimm war es auch nicht. Aber die hochschwingenden Lobeshymnen, die überall auf das Spiel gesungen werden, können die Exploratoren nicht nachvollziehen. An ein GTA, ein WOW, oder eben ein Mass Effect kommt KOTOR einfach nicht mehr heran. Hoffen wir, dass Bioware ihre ‘Alte Republik’ ordentlich entstauben, bevor sie sie als MMO wieder auf den Markt werfen.