Kampf der Titanen: Tradition in 3D

Geschrieben am 16. April 2010 in DVD, Kino von Reaktorblock || 2 Kommentare

Die Leute wollen 3D. Spätestens seit Avatar. Also liefert Hollywood 3D. Natürlich ist es nicht unbedingt sinnvoll eine Story, wie, sagen wir mal… Brokeback Mountain, als optisches Blockbuster Event aufzuziehen. Also wird nach Stoffen gesucht, die dem Kinobesucher mit voller Wucht ins Gesicht ballern. Die einen in die Sitze drücken und einem den Mund offen stehen lassen. Achterbahn-Jahrmarkts-Kino. Fündig geworden ist man bei einem grossen Pionier des optischen Unterhaltungskinos: Ray Harryhausen (geboren 1920, immer noch am Leben, cool). Ray zog in den 50er, 60er, 70er-Jahren die amerikanischen Kids mit Monster-Märchen in die Kinos. Das waren Filme mit einfachen Geschichten, klaren Helden und wunderschön gemachten Monstern, die sich diesen Helden in den Weg stellten. Nicht nur die planaren Exploratoren lieben ihn, sondern auch Filmemacher wie Peter Jackson oder George Lucas. Harryhausens letzter Film war ‘Kampf der Titanen’ (Clash of the Titans), einer von Rays (sehr freien) Ausflügen in die griechische Mythologie. Und genau dieser Streifen ist als Remake nun wieder in den Kinos. Natürlich grösser, lauter und in 3D.

Plakat leider nicht in 3D

Was die Exploratoren gefreut hat: der Film von Louis Leterrier (Regie) behandelt sein Orginal mit Charme und vielleicht sogar ein bisschen Ehrfurcht. Es gibt das eine oder andere lustige gemeinte Zitat; es gibt aber auch Settings und Einstellungen, die komplett aus dem 81′er Film übernommen wurden. Insbesondere der Kampf von Perseus gegen die Gorgo Medusa, deren Blick einen Menschen versteinert, sieht erstklassig aus. Harryhausens Idee, dem Schlangenmonster Medusa zusätzlich noch einen Bogen als Distanzwaffe in die Hand zu drücken, wurde beibehalten. Das führt zu einer Kampfsituation, in der Perseus seiner Gegnerin immer der Rücken zudrehen muss (sonst wird er versteinert), aber gleichzeitig auch verhindern muss, das ihm die Medusa einen Pfeil zwischen die Schultern pflanzt. Grossartig. Das Design der Medusa wurde später übrigens in zahlreichen PC/Video-Spielen kopiert, und gehört inzwischen zum allgemeinen Canon der Nerdkultur.

Auch der restliche Film kann sich sehen lassen. Austattung und Design sind auf jeden Fall OK. Und die meisten Schauspieler machen eine ordentlichen Job. Das einzige Problem in dem Film, das die Exploratoren ausmachen konnten, war Sam Worthington als Hauptdarsteller (und Sohn des Zeus). Erstens: verglichen mit dem Rest des Casts wirkt Sam ungefähr so griechisch wie ein Hamburger neben einer Tüte Gyros. Zweitens konnten wir in seinem Gesicht kaum eine sichtbare Gemütsregung erkennen. Ein ähnliches Problem hatten wir ja schon in Avatar, schrieben es damals aber noch als Drehbuchpanne ab. Aber in Kampf der Titanen zieht diese Entschuldigung nicht mehr. Denn alle umgebenden Charaktere, allen voran die bärbeißigen Kampfgefährten des Perseus, kommen cooler und glaubhafter rüber als der doofe Sam. Aber was soll’s, wir gucken eh’ auf die Monster. Also Schwamm drüber…

Um sich etwas vom Original abzuheben, wurde auch die Story etwas umgebastelt. Bei Harryhausen ging es um einen eifersüchtigen Konflikt zwischen Göttervater Zeus und der Göttin Thetis. In der modernen Fassung ist der Kampf der Titanen höher aufgehängt: zuerst stellen sich die Menschen gegen die Götter und gegen Ende kriselt es dann noch zwischen den unsterblichen Brüdern Zeus und Hades. Uns hat es gefallen ;-)

Insgesamt müssen wir sagen: wir wurden 2 Stunden prima unterhalten. Der Film sieht toll aus, auch wenn die 3D Technik nicht an Avatar rankommt. Gegen Ende fiel uns ein leichtes Flimmern in den hellen Einstellungen auf. Im Netz kann man nachlesen, dass Kampf der Titanen ursprünglich als 2D geplant war und erst nachträglich auf stereoskopisches Kino konvertiert wurde. Man mag es kaum glauben. Aber möglicherweise ist das der Grund für das leichte Flimmern. Trotzdem hat der Film einen tollen mythischen, griechischen Look und bombastische Aktion-Sequenzen. Und mehr hatten wir auch nicht erwartet. Freuen wir uns auf das Remake von ‘Jason und die Argonauten’? Auf jeden Fall…

Und hier für alle interessierten die Kauflinks…

Der (bisher mit Abstand einfallsloseste) Name des Monats

Geschrieben am 8. April 2010 in Der Name des Monats, Dungeons & Dragons Online, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Ein Charakter reicht nicht aus, um ein MMO zu spielen. Wir reden hier nicht von der shizophrenen Sitte, ein Spiel mehrmals mit unterschiedlichen Charakteren zu spielen (auch bekannt als twinken…). Nein, heute geht es um den Bank-Charakter. Ein Bank-Char ist prinzipiell ein armes Schwein. Sein einziger Existenzgrund ist der Inventory-Platz in seinem Rucksack, den er selbstlos dem Haupt-Charakter zur Verfügung stellt. Ein Bank-Char ist also nichts weiter als ein Aldi-Beutel mit Beinen. Das ärgerliche an der ganzen Sache ist, dass man, um einen Bank-Char zu bekommen, durch die gesamte Prozedur der Charakter Erschaffung hindurch muss. Und an deren Ende wartet der fürchterliche Augenblick der Wahrheit… der Charakter muss einen Namen bekommen. Das Ergebnis dieser Qäulerei kann man dann am Briefkasten, Auktionshaus oder am Bankschalter  bestaunen: Elfen-Zauberer namens Schliessfach_23, Zwergen-Diebe, die Taschenplatzus heissen oder vielleicht sogar den aktuellen Namen des Monats …

Manchmal muss es eben schnell gehen. Ist doch klar, oder? Warum soll man sich das Hirn zermartern wegen eines beschissenen Bank-Chars? Wieso nenne ich meinen Hund nicht eigentlich auch Schgjklbp?