Die explorativen TOP 5 von 2010: Platz 3

Geschrieben am 27. Dezember 2010 in RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 1 Kommentar

Echtzeit Strategie ist für uns ein Buch mit sieben Sigeln. Wir haben C&C nie probiert und bei Starcraft kläglich versagt. Egal welches der zahlreichen Spiele aus diesem Genre wir probiert haben – über die dritte Karte sind wir niemals hinaus gekommen.

Aber dieses Jahr erlebten die Exploratoren eine Überraschung: Warhammer 40K Dawn of War II. Was ein sperriger Name für ein absolut fluffiges Spiel! Wir haben das Teil auf den Tip eine Freundes hin über Steam runter geladen…und Ratzo-Fatzo durchgespielt. Huch! Woran liegt es, dass wir unserer angeborene Allergie gegen Echtzeit Strategie überwinden konnten? Warum konnte uns DOWII prima unterhalten, während uns Starcraft I vollkommen kalt liess?

Die Story war es nicht. Die hält sich nämlich an den Branchen-Standard und ist entsprechend ausgelutscht und un-inspiriert. Eine Horde von schleimigen Aliens (die Tyraniden) wollen ein paar Sonnensystem zum Frühstück essen. Die Spacemarines (das sind wir!) finden das nicht so gut und prügeln deshalb den Echsenbiestern die Schuppen grün und blau. Die Eldar (Weltraum-Elfen) und Sace-Orks stehen ihnen dabei gelegentlich im Weg und werden konsequenterweise gleich mit erschossen. Das ganze wird einzig und allein durch den schrägen Fascho-Charme des skurillen Warhammer 40.000 Universums gerettet. Besonders cool ist der Sound des Spieles. Die markigen Kommentare und vollkommen bescheuerten Kampf-Meldungen wirken, als ob sie direkt aus dem Spartaner-Schlachtfeld-Porno 300 stammen würden. Grossartig. Wir empfehlen (wie immer) die englische Sprachversion.

big Dreaddy
Das skurrile Design der Waffen, Rüstungen, Fahrzeuge und Gebäude stammt aus den Zinnminiatur-Schmieden der englischen Firma Games Workshop, die als absolutes Gaming Urgestein gelten dürfen.

Aber auch Starcraft und Command & Conquer haben schräge Einheiten und lustige Dialoge. Warum konnte uns DOW II trotzdem so fesseln? Ganz einfach: Dawn of War II ist gar kein RTS Game. Vielmehr ist das Spiel im Kern ein RPG. Satt hektisch Kommandoketten durchzu klicken, bis das Mauspad raucht, grindet man sich gemütlich durch die Missionen, um Level um Level mächtiger zu werden. Selbst verlorene Aufgaben schütten Erfahrungspunkte und Loot aus. So schafft man dann irgendwann auch die schwersten Story-Missionen ohne Probleme. Die einzige Schwierigkeit ist es, sich bei der Spezialisierung der Einheiten nicht zu verzetteln. Eine klare Ausrichtung auf Nahkampf oder Fernwaffen ist zu empfehlen, Misch-Masch hilft meistens nicht weiter.

Der Chef
Hier sieht man es ganz klar: DOWII ist ein RPG. Unten der Skill-Tree, links das Item-Inventory. In der Mitte unser Commander komplett mit Blut und Ehre-Stickern.

Was uns die Freude am Spiel etwas vermiest hat, war die parallel Verknüpfung des Spieles mit Steam und Windows Live. Eine Community als verkappter Kopierschutz hätte dicke ausgereicht. So aber sind Features wie die Trophäen oder Multiplayer fürchterlich unübersichtlich. Zeitweise war das Spiel sogar im Multiplayer unspielbar, weil ein Bug in Windows Life alles zum Absturz brachte, sobald man ein Mikro anschliessen wollte. Kernschrott.

Unser Dreadnought wurde als Artillerieplattform ausgemaxt. Und ballert gerade ein komplettes Ork-Platoon zu Krümeln.
Unser Dreadnought wurde als Artillerieplattform ausgemaxt. Und ballert gerade ein komplettes Ork-Platoon zu Krümeln.

Am Ende ist DOW II aber ein sehr angenehmes und lustiges Game. Und ein RTS Spiel, dass selbst Schnarchnasen wie wir schaffen können. Deshalb unser TOP 3 2010! Relic, Rock On!

Ork-Infantrie mit stilechten Stahlhelmen.
Ork-Infantrie mit stilechten Stahlhelmen. Wäre das Spiel in Deutschland gemacht worden, stünden die Programmierer wahrscheinlich auf der Liste des Verfassungsschutzes. Bei Engländern geht das natürlich als Humor durch ;-DDD

Und hier noch schnell die relevanten Amazonlinks:



Für Historiker, Link zu DOW I

Die explorativen TOP 5 von 2010: Platz 4

Geschrieben am 25. Dezember 2010 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Es ist Weihnachten. Deshalb erstmal allerbeste Grüsse an alle Geeks & Gamer, alle Raider & Rulorz und insbesondere an alle, die heute vielleicht allein vor dem Rechner hängen müssen.

Aber nun ist gut mit Weihe und Salbung. Die Top 5 2010 gehen weiter:

Top 4: Puzzle Quest – Challenge of the Warlords (PS3)

Gaming-Daddies sind immer auf der Suche nach Spielen, die man zusammen mit den Kinderchen zocken kann. (Fast) jeden Abend gibt es bei uns eine heilige halbe Stunde; nach dem Vokabeln-Üben und Quadratzahlen-Abfragen, versteht sich. Wenn Mama sich zu WOW verzieht, huschen wir unter die Bettdecke vor die PS3 oder wii und daddeln gemeinsam, bis es in die Heia geht. Aber die Ansprüche an Kinderspiele sind hoch und nur selten findet sich etwas, dass allen Spass macht UND halbwegs intelligent ist. Oft bleiben wir bei den üblichen Nintendo-Mario-Games hängen, aber dieses Jahr war es ein preiswerter Download aus dem PS3 Store, der uns mindestens 50 Stunden Spielspass brachte… Puzzle Quest: Challenge of the Warlords.

Die Idee, einen Bejeweled Clone mit einem (waschechten) Rollenspiel zu kreuzen, hört sich eigentlich bescheuert an. Aber wenn man zum ersten mal eine ganze Reihe Perlen durch einen Blitzstrahl-Zauber verpufft hat, ist man angefixt. Die Gameplay-Kombination aus kurzen, aber knackigen Puzzle-Kämpfen und dem Charakter-Entwickeln und Erkunden eines RPGs ist eine absolute Spielspass-Granate. Die rundenbasierte Natur der Kämpfe lädt zum Knobeln ein und bringt Kinderköpfe so richtig zum Rauchen! Vor allem Kids, die nicht ganz so daddel-fest sind, weil ihre Reflexe noch nicht durch jahrelanges Jump & Run scharf geschliffen wurden, trauen sich plötzlich an den Controller. Wenn man das Ziel hätte, den Kindern die eigene Strategiespiel-Sucht zu übertragen, wäre Puzzle Quest das Virus der Wahl. Aber natürlich sollen die Kleinen sich frei und unvoreingenommen entwickeln; wir sind ja keine altklugen Gaming-Pädagogen. Und der erste Shooter, den wir bei den Gören finden, wird sofort rituell von der Platte gewischt ;-D

Ach ja, wenn man im System-Menü der Playsie 3 die Sprache der Konsole auf Englisch umschaltet, installiert sich PQ natürlich auch in dieser Sprache. Womit wir wieder beim Vokabel lernen wären. Jetzt müssen wir noch ein Spiel für die Quadratzahlen finden…

Blah
Weltkarte ablatschen. 100% RPG. Wir haben übrigens jeden Winkel abgegrast. Die Kids sollen ruhig lernen, was ‘Charakter voll ausmaxen’ eigentlich bedeutet.

löh
Rumms. Meteor Sturm. Ein bisschen magische Gewalt tut jedem Spiel gut.

Die explorativen TOP 5 von 2010

Geschrieben am 24. Dezember 2010 in Netzkultur, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Das Jahr ist rum. Was hat man geschafft? Nix. Gerade was diese Website angeht, haben die Exploratoren 2010 eher Stillschweigen bewahrt, obwohl wir eigentlich eine ganze Menge gespielt hatten. Mit anderen Worten: vor lauter Zocken ist man nicht zum Schreiben gekommen. Das geht natürlich nicht. Also fassen wir unserer Expeditionen und Erlebnisse einfach ein bisschen zusammen und hauen das Ganze als Jahresrückblick raus. Besser noch! Wir machen eine Top 5 Liste. Sowas hat ja seit Nick Hornby jeder gerne. Und damit es spannend bleibt, fangen wir natürlich von hinten an…

TOP5: das Ifone.

Das Ding vereint Marketing-Fussel, Geeks, Gamer & Design-Fetischisten. Alle hocken still in der Ecke und fummeln einträchtig und tuntig auf Apples kleinem Schwarzen rum. Prinzipiell waren die Exploratoren ja skeptisch, als wir das Ding zum ersten mal vom Chef in die Hand gedrückt bekamen. Kein USB, kein Windows, keine austauschbare Grafikkarte? Wozu soll das gut sein? Und das Termine syncen mit Outlook ist auch eine Pest. Aber hey, laden wir uns doch mal was runter…

Peng. Schon hatte uns Steve in der Tasche. Endlich mal eine Handheld-Konsole mit preiswerten Spielen! Für Nintendo & Sony hat sich der Wind im vergangenen Jahr böse gedreht. Warum ein Gameboy Spiel für 40 Euro kaufen, wenn ich mir ein optisch gleichwertiges Spiel mit Online-Part, nachladbaren Leveln und Mods für 2,95 € runter laden kann? Gelobt sei der Wartesaal der Deutschen Bahn! Endlich wissen wir, warum wir stundenlang in Wartezimmern hocken müssen. Endlich Zeit für’s Ifone. Zeit für Doodle Jump, Zeit für Cartoon Wars, Zeit für Plants vs. Zombies, dass wir – dank Ifone –  schon lange durch hatten, bevor Blizzard es im Cataclysmus wieder aufwärmte.

Ein Blick in den (teuflischen) App Store zeigt, dass die Liste nahezu unendlich fortgesetzt werden könnte. Jede Menge Krams zum daddeln, fummeln & exploren. Dafür verzeihen wir Steve Jobs sogar seine faschistoide Porno-Phobie.

Hopsi-Hops
Hops, Hops, Doodle, Doodle. Endlich mal wieder ein Spiel, das innovativ UND einfach ist. Seit Tetris war auf diesem Sektor nicht gerade viel passiert.
Blah
Cartoon Wars II. Ein Echtzeitstrategiespiel, dass soweit runter reduziert wurde, dass es sogar mit einem eindimensionalen Spielfeld funktioniert. Links im Bild die Basis…
Blä
…die Gegner (der putzige Bär) kommen von rechts. Irgendwo weiter rechts ist die Feindbasis, zu der man sich durch hacken muss. Wozu braucht man 3D?
Blö
Peng, Brutzel, weg ist der Zombie. Plants vs Zombies gibt es für alle Plattformen. Auf dem Ifone ist das Spiel ideal für unterwegs und zwischendurch.