Ferien mit der Gamestar DVD. Teil II. Battle for Wesnoth.

Geschrieben am 11. Juli 2011 in RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 1 Kommentar

Nachdem wir fest gestellt hatten, dass die Vollversionen auf der Gamestar DVD nicht unserem Geschmack entsprachen, machten wir uns also auf die Suche nach weiterem Gaming-Futter. Und siehe da, die lieben Redakteure hatten doch tatsächlich eine Sammlung von 20 Independent-Games mit auf ihre Zugabe DVD gepackt.  Als erstes fiel unser Blick auf das Strategie-Spiel Battle for Wesnoth. Nach der Installation begriffen wir schnell, dass wir hier ein waschechtes Rundenstrategiespiel in der Tradition von Empire, Battle Isle und dem klassischen Warlords (das klassische Warlords, nicht der bescheuerte Echtzeit-Mist, der später als Warlords Battlecry verkauft wurde). Damit war der Urlaub gerettet. Battle of Wesnoth wird offensichtlich von einer riesigen Community entwickelt. Der Abspann mit den beteiligten Personen scrollte jedenfalls runter bis zum Erdmittelpunkt. Auch die unglaubliche Anzahl der Sprachen, in die das Spiel übersetzt wurde (es gibt z.B. eine Version in Afrikaans) und die hohe Versionsnummer des Spieles (1.9.7), deuten darauf hin, dass an dem Projekt schon seit langer Zeit gearbeitet wird. Und man spürt den Aufwand und die Liebe, die in dieses Spiel gesteckt wurden, sofort. Die Software lief stabil, es gibt ein Tutorial und eine Vielzahl von Optionen, mit denen man das Spiel an den eigenen Geschmack anpassen kann. Der absolute Hammer sind aber die diversen Kampagnen, die als Futter zur Verfügung stehen. Die Feldzüge reichen von kurz (4 Karten) bis episch (30 Karten) und variieren auch im Schwierigkeitsgrad. Natürlich ist auch ein Multiplayermodus mit entsprechenden Karten vorhanden. Den haben wir allerdings nicht getestet und können deshalb nix dazu sagen. Was Wesnoth fehlt, sind Zufallskarten und Einzelszenarien. Da eine kleine Kampagne aber problemlos an einem Abend durch gespielt werden kann, fällt das kaum ins Gewicht.  Am besten gefallen hat uns das Feature, mit dem kampferfahren Truppen innerhalb einer Kampagne von einem Szenario ins nächste übernommen werden können. So entwickelt sich nicht nur der Held, sondern auch seine Truppen. Da man jeder einzelnen Einheit einen eigenen Namen geben kann, wachsen einem die Burschen extrem schnell ans Herz.

Bitmaps soweit das Auge reicht. Zur Abwechslung gibt es handgemalte Charaktere. Aber...genau so muss es sein!
Bitmaps soweit das Auge reicht. Zur Abwechslung gibt es handgemalte Charaktere. Aber…genau so muss es sein!

Ein ernster Kritikpunkt ist natürlich die Grafik. Wesnoth verzichtet vollkommen auf 3D Grafik und arbeitet nur mit 2d Bitmap-Bildern. Die sind zwar teilweise ganz niedlich animiert, wirken aber bei einer hohen Bildschirmauflösung schnell ziemlich fitzelig. Alles andere hätte natürlich dem Geist der Geist der guten alten Runden-Strategie widersprochen. Wer damit nichts anfangen kann, greift  zum x-ten Aufguss von Civilisation, Heroes of Might & Magic oder dem empfehlenswerten Kings Bounty. Alle Spieler aber, die sich wehmütig an die guten alten Zeiten erinnern, dürfen sich Battle for Wesnoth (das ja keinen Cent kostet) sofort runter laden. Solche Spiele werden heute nicht mehr gemacht. Gut das es fleissige und begabte Fans gibt, die mit Projekten wie diesem diese Art von Gamedesign am Leben halten. Ach ja Versionen für MAC, Linux und Iphone gibt’s natürlich auch.

Es gibt nicht nur Landschaften, sondern auch Dungeons zu erforschen. Viele Abenteuer haben durchaus einen netten RPG touch. Auch wenn man keine Items einsammelt.
Es gibt nicht nur Landschaften, sondern auch Dungeons zu erforschen. Viele Abenteuer haben durchaus einen netten RPG touch. Auch wenn man keine Items einsammelt.

Trotz der Retro-Technik schafft es Battle for Wesnoth durch handgemalte Grafiken einen eigenen Charme zu entwickeln.
Trotz der Retro-Technik schafft es Battle for Wesnoth durch handgemalte Grafiken einen eigenen Charme zu entwickeln.

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