Deutscher Server für DDO: Wayfinder.

Geschrieben am 18. August 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || Keine Kommentare

Turbine hat am 17.08.2011 für sein MMO Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited (lieber kurz: DDO) einen deutschen Server eröffnet. Das gute Stück heisst ‘Wayfinder’. Häh? Warum hat ein deutscher Server einen englischen Namen? Man muss sich ja nicht gleich für ein sperriges teutonisches Wortungetüm wie ‘Die Gesellschaft der Planaren Exploratoren’ oder ‘Einigkeit und Recht und Freiheit’  entscheiden. Aber ein traditioneller deutscher D&D Begriff wie ‘Blitzschlag’ hätte Einsteigern beim ersten Blick auf die Serverliste gezeigt: juhuu, hier wohnen die Pickelhauben. Trotzdem niedlich, dass der Name fast wie unserer klingt (nur kürzer). Rollenspieler denken doch irgendwie alle gleich. Schade, dass wir mit dem Spiel praktisch durch sind. Neu anfangen? Eher nicht.

Erfreulicherweise bietet Turbine auch gleich einen Charaktertransfer-Service dazu an. Der ist allerdings besonders für Free-to-Play-Spieler ziemlich eingeschränkt: pro Account darf ein Char gratis übertragen werden. Jeder weitere kostet den ermässigten Preis von 9,95 €. Was bitte ist daran ermässigt?


Fallout New Vegas. Teil 2 der Exploratoren-Kritik: 7 Tipps für den Spaziergang durch die Nuklearwüste.

Geschrieben am 13. August 2011 in RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 1 Kommentar

Im Prinzip ist Fallout New Vegas kein schweres Rollenspiel. Wenn man sich aber umhört oder die traurigen Statistiken in Steam ansieht (Erfüllungsquote der Achievements) wird klar: viele Spieler, die sich New Vegas kauften, haben es nicht zu Ende gespielt. Das muss nicht sein! Wenn man die folgenden Weisheiten der Exploratoren beachtet, wird FONV quasi zum Spaziergang. Natürlich ohne zu cheaten und ohne langweilige Komplettlösungen nach zu spielen!

1. ) Als erstes sollte man sich (wie bei jedem Rollenspiel) bei der Verteilung der Attributspunkte überlegen, in welche Richtung sich der Charakter entwickeln soll. Die Exploratoren raten von einem akademischen Charakter (Intelligenz, Glück, Charisma) ab! FONV wird ihnen Massen von Gegnern entgegen werfen, von denen die wenigsten über einen Universitätsabschluss, die meisten aber über eine gute Bewaffnung verfügen. Ein sicherer Tipp ist ein hoher Ausdauerwert (8+), der Ihnen viele Lebenspunkte garantiert. Stärke, Beweglichkeit & Wahrnehmung sind in Gefechten ebenfalls nützlich, müssen aber nicht alle maximiert werden. Stärke ist in erster Linie wichtig für den Nahkampf, erlaubt im späteren Verlauf des Spieles aber auch den Einsatz von besonders schweren Fernkampfwaffen, wie Raketenwerfern oder Miniguns.

2.) Die nächste böse Falle, die einem das Spiel stellt, ist die haarsträubende Skillverteilung mittels des Fragespiels das Doc Mitchell mit uns spielt. Am besten klickt man sich hier blind durch und besteht dann darauf, die Werte von Hand zu korrigieren. Erstmal sollte man sicher stellen, dass man sich ausschliesslich für EINEN Nahkampf-Skill entscheidet: Nahkampfwaffen ODER waffenloser Kampf. Genau das gleiche gilt für Fernkampf: ENTWEDER Schusswaffen ODER Energiewaffen. Ob man dann im Verlauf des Spieles mehr Punkte in den Nahkampf oder Fernkampf investiert, ist Geschmackssache. Komplett verkümmern lassen sollte man weder die eine noch die andere Richtung, da man sowohl in engen Räumen, als auch in weiten Landschaften kämpfen muss. Die weiteren, sekundären Kampfskills wie Sprengstoff oder Schleichen sind nicht nutzlos, aber eher zweitrangig. Wir kamen ohne sie aus. Wer unbendingt einen Ninja spielen möchte, braucht natürlich Schleichen.

Dicke Rüstungen sind gute Rüstungen. Charktere in sexy Unterwäsche sehen möglicherweise besser aus, leben aber garantiert nicht lange. Unser Tip: Combat-Armor Mark II und eine handfeste, billige Nahkampfwaffe.
Dicke Rüstungen sind gute Rüstungen. Charktere in sexy Unterwäsche sehen möglicherweise besser aus, leben aber garantiert nicht lange. Unser Tip: Combat-Armor Mark II und eine handfeste, billige Nahkampfwaffe.

3.) Wichtig ist auf jeden Fall der Reparieren-Skill. Egal um welche Art von Gegenstand es sich handelt, irgendwann nutzt er sich ab und man muss ihn reparieren. Ausserdem taucht im Verlauf des Spieles die eine oder andere Aufgabe auf, die mit einem hohen Repair-Wert gelöst werden kann. Den Feilschen-Skill brauchten wir absolut nicht. Wenn man die Begleiter als Packesel benutzt, einen hohen Stärkewert hat UND sich beim Looten auf Gegenstände konzentriert, die wirklich Kronkorken bringen, sollte man in kürzester Zeit keine Geldprobleme mehr haben. Ein paar Questen verlangen nach einem bestimmten Wert in dieser Fähigkeit, meist steht aber ein alternativer Skill zur Auswahl. Wir empfanden die Fähigkeit Sprache als nützlicher, da sie wesentlich öfter neue Antwortmöglichkeiten frei schaltete. Dietrich/Lockpicks ist kein spielentscheidender Skill. Da man sich aber immer schwarz ärgert, wenn man eine Tür nicht aufbekommt, hinter der man Goldberge vermutet, raten wir aus psychologischen Gründen dazu, den Skill brav mitzuleveln. Wissenschaft und Medizin hatten wir komplett ignoriert. Und kaum vermisst.

4.) Im späteren Verlauf des Spieles darf man sich sogenannte Perks (deutsch ‘Extras’ oder so…) aussuchen, die den Charakter weiter verfeinern. Hier sollte man sich dringend auch jene Perks ansehen, die man (noch) nicht anwählen kann. Hier fehlt meist eine bestimmte Voraussetzung. Wenn etwas dabei ist, das man unbedingt haben möchte, sollte man sich also bei der kommenden Verteilung von Skill-Punkten und Perks drauf konzentrieren, diese Voraussettzungen zu erfüllen, um irgendwann mal an den Traum-Perk zu kommen.

5.) Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn Sie alle Aufgaben und Probleme nur durch Charisma, Redekunst, Feilschen und Freundlichkeit erledigen können. Aber denken Sie daran, dass Sie auf diese Art zwar mit genug Erfahrungspunkten versorgt werden, dass Ihnen aber jede Menge Loot (Geld!) verloren geht. Und das werden Sie früher oder später brauchen.

Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Zigaretten wiegen nicht viel und bringen Geld.
Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Zigaretten wiegen nicht viel und bringen Geld.
Dieser Keller voller Technik-Schrott ist eine Goldgrube!
Dieser Keller voller Technik-Schrott ist eine Goldgrube!

6.) Nehmen Sie am Anfang alles mit, was nicht fest genagelt ist. Rote Items brauchen Sie nicht zu klauen, das bringt nur Scherereien. Später konzentrieren Sie sich auf Dinge, die einen  handfesten Preis erzielen. Batterien, Conductoren, technisches Zeug. Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Haben Sie mehrere Waffen und Rüstungen gleicher Art, die sie nicht mehr tragen können, dann vereinigen Sie die Items mit Hilfe des Reparieren Skills (da ist er wieder!). Dabei geht zwar je nach Skill-Wert einiges an Geld verloren, aber Sie sparen sich nerviges Hin-und-Her-Gerenne. Richten Sie sich ein festes Lager ein, in dem Sie schlafen und in dem Sie Ihre Ersatzausrüstung lagern. Items kann man in Kisten verstauen oder einfach auf den Boden werfen. Sobald Sie den ersten Begleiter im Team haben, nutzen Sie sein Inventory als Stauram. Spätestens dann sind die Geldprobleme vergessen.

Achten Sie auf Batterien! Die kleinen Dinger sind leicht zu übersehen.
Achten Sie auf Batterien! Die kleinen Dinger sind leicht zu übersehen.
300 Kronkorken für 4 Batterien ist ein nettes Geschäft. Rüstungen und Waffen bringen mehr, aber oft braucht man genau diese Items, um die eigene Ausrüstung auszubessern.
300 Kronkorken für 4 Batterien ist ein nettes Geschäft. Rüstungen und Waffen bringen mehr, aber oft braucht man genau diese Items, um die eigene Ausrüstung auszubessern.

7.) VATS ist toll. Aber eigentlich überflüssig. Unserer Meinung nach hat Bethesda diesen Kram eingeführt, damit sich das Spiel äußerlich von einem Shooter oder Action-Adventure unterscheidet. Möglicherweise wollten sie auch die ganzen alten Rundenstrategie-Spieler ansprechen, die noch das staubige Fallout 1 + 2 kannten. Wir haben diese Pausen-Funktion jedenfalls bei maximal 2-3 Gegnern benutzt. Und auch die hätten wir wahrscheinlich mit etwas mehr Planung in Echtzeit umhauen können.

Wenn Sie VATS brauchen, um diesen Kojoten zu erledigen, haben Sie was falsch gemacht. Was Sie brauchen, ist ein ordentlicher Stärkewert und ein Hammer.
Wenn Sie VATS brauchen, um diesen Kojoten zu erledigen, haben Sie was falsch gemacht. Was Sie brauchen, ist ein ordentlicher Stärkewert und ein Hammer.

So, nun sollten Sie keine Probleme mehr haben. Sollten Sie aber mit Ihrem Charakter auch nach 5 Stunden Spielzeit immer noch bei jedem zweiten Kampf ins Gras beissen, ist was falsch gelaufen. Neu anfangen, Stärke und Ausdauer maximieren, soziale Skills ignorieren. Sie werden es geniessen.

Teil 1 der Exploratoren Kritik: die Schönheit des Verfalls.

Teil 2 der Exploratoren Kritik: Tipps & Tricks

Fallout New Vegas. Teil 1 der Exploratoren-Kritik: ein Spiel wie eine (kaputte) Kathedrale.

Geschrieben am 12. August 2011 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 5 Kommentare

Die Liste der Games, die die Exploratoren unbedingt noch spielen wollen, bevor wir in die Kiste hucken, ist verdammt lang. Aber nun haben wir es geschafft, eine der peinlichsten Lücken in unserer Gaming-Historie zu schliessen: wir haben ein Spiel aus der Fallout-Reihe durchgezockt. Und was sollen wir sagen? Fallout New Vegas (FONV) ist ein verdammtes Meisterwerk.

Wir können und wollen das Spiel nicht mit seinen Vorgängern vergleichen, weil wir Fallout 1-3 ja nicht gespielt haben. Möglicherweise sind diese Games orgineller und New Vegas ist nichts weiter als der vierte Aufguss eines tollen Konzeptes. Wenn man das Spiel aber allein stehend betrachtet, ist es echte Kunst. FONV hat nicht nur die Exploratoren begeistert, sondern auch in der Presse kam das Spiel gut an. Ein Kritikpunkt, den man allerdings immer wieder hört, ist die unspektakuläre Grafik. Auch hier stimmen wir zu: New Vegas ist potthässlich. Seit dem Erscheinen beschäftigen sich Horden von gelangweilten Programmierern mit kritischem Freizeitüberschuss (–> Modder) damit, die Optik des Spieles zu verbessern. Aber muss das wirklich sein? Unserer Meinung nach passt die triste Grafik perfekt zum Setting des Games. Sie zeigt uns eine zerbombte, verstrahlte Zukunft, in der niemand wirklich leben möchte. Selbst die ehemals schillernde Glücksspielmetropole Las Vegas wirkt wie ein armseliges Dreckloch. Und das ist gut so! Erst durch den Schmutz und den braunen Staub der traurigen amerikanischen Wüste entfaltet das Setting von Fallout New Vegas seine Wirkung, denn das Spiel ist eine Umkehrung des amerikanischen Traumes.

Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.
Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.

Die naive Zukunft, die wir in FONV kennen lernen, mit ihren albernen Blech-Robotern und klobigen Strahlenkanonen ist die selbe Art von Sience Fiction, wie man sie sich im selbstverliebten Amerika der 50er Jahre vorstellte. Der einzige und entscheidende Unterschied zwischen New Vegas und der Zukunftsvision der 50er ist: keine Zivilisation der Welt überlebt einen Nuklearkrieg. Während man in den Nachkriegs-USA davon ausging, dass man einem Atomschlag prima entgehen kann, wenn man sich hinter einem Schreibtisch duckt, zeigt Fallout brutal und zynisch was thermonuklearer Krieg bedeutet. Und diese Demontage der amerikanischen Naivität zieht sich stringent durch Optik, Musik und Handlung. Nichts ist gut, nichts ist schön, nichts ist sicher, niemand ist fair.

Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.
Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.

Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.
Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der postnuklearen Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.

Das Tolle daran: das Spiel macht trotz aller Finsternis einen Mordsspass. Das liegt zum einen am fiesen Humor. Aber auch der hohe Detailgrad, mit dem die Trümmerwüste beschrieben wird, ist beeindruckend. Es fällt schwer, in New Vegas mit seiner unverbrauchten Spielwelt (keine Elfen, keine Zwerge, keine Zauberer mit spitzen Hüten!) nicht zu versinken. Die Exploratoren haben ca. 70 Stunden Spielzeit in dem Spiel versenkt. Und wir haben lange noch nicht alles erforscht!

MMO-verwöhnte Casual-Gamer sollten aber vorsichtig sein, denn FONV ist nicht WOW. Es schmeisst viele kuschlige und lieb gewonnene Spielmechanismen über den Haufen. Wer damit rechnet, brav an die Hand genommen zu werden, um gemütlich von Belohnung zu Belohnung zu wandern, kann einpacken. Die Kämpfe sind hart, besonders am Anfang. Man muss sich eingehend mit dem Skill-System beschäftigen und man sollte auf keinen Fall glauben, dass man strategische Fehler in der Charakterplanung irgendwie ausgleichen kann. Verskillt ist verskillt. Lieber nochmal von vorne anfangen. Auch die eingebaute Pausen-Funktion (VATS) macht die Gefechte nicht einfacher. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass FONV sich mit einem gut geskillten Charakter auch ohne VATS prima spielen lässt. Mit einer problematischen Skillung hingegen wird das Spiel schnell zu Qual.

Das Item-System ist praktisch die Umkehrung sämtlicher moderner Konventionen: statt ständig bessere Gegenstände einzusacken, ist man die meiste Zeit verzweifelt bemüht, die Ausrüstung, die man sich hart erkämpft hat, in Schuss zu halten. Waffen benötigen ständig teure Munition und sämtliche Ausrüstung leidet stark durch Abnutzung. Der Verfall ist ein zentrales Thema des Spieles. Nichts bleibt für die Ewigkeit.

Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: ‘Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.’

Wenn man aber irgendwann mal den Bogen raus hat, passiert genau dass, was ein gutes Rollenspiel ausmacht: durch die ständigen Bemühungen wächst einem der Charakter (und seine schrottige Ausrüstung) fest ans Herz. Dann kann man die tollen Stories geniessen, die FONV erzählt. Man kann die skurrilsten Typen kennen lernen und sie seltsamsten Orte finden. Plötzlich wird das Spiel geschmeidig. Und damit das auch bei Ihnen passiert, haben die Exploratoren ein paar Tipps im nächsten Artikel zusammen gestellt, die den Einstieg etwas leichter machen sollten. Bleiben Sie am Radio! Und denken Sie dran, wenn es blitzt: duck and cover!!!

Teil 1 der Exploratoren Kritik: die Schönheit des Verfalls.

Teil 2 der Exploratoren Kritik: Tipps & Tricks

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