Star Wars Old Republic: jetzt mit achievements.

Geschrieben am 28. September 2011 in MMO-Szene, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Achievements. Irgendwie hatte ich nach meinem Diplom (BWL, kotz) die vage, verblödete Hoffnung das Zensuren und Zeugnisse nun passé sind. Aber nein, falsch gehofft. Die Leistungsgesellschaft holt uns immer wieder ein. Zum Beispiel beim Zocken…inzwischen hat jedes Spiel auf jeder Plattform nun eigene kleine Icons, die man aus irgendwelchen diffusen Gründen verliehen bekommt. Und die dann zum Pimmel-Längen-Vergleich im Web abgelegt werden. Ehrlich: das erinnert an die Uniformen von Warschauer-Pakt Generälen. Da klebten auch immer jede Menge bunte Ordensbänder drauf. Und was mich damals schon genervt hat: wenn man einen NATO-Militär daneben gestellt hätte, hätte man noch nicht mal sagen können, welcher Ordensbruder der härtere von beiden war (z.B. im Arschkriechen…), weil die NATO Orden (Steam?) mit den Pakt Orden (X-Box-Live?) nicht vergleichbar waren. Wieso baut nicht mal jemand eine Meta-Achievement-Ranking Website? Die aus allen Web-Schnittstellen aller Plattformen die Dinger ausliest und (irgendwie) addiert? Dann könnte man endlich den Uber-Weltmeister im Dauer-Gamen finden. Das wäre dann der wahre E-Sport-Hero aller Klassen und Plattformen. Und wahrscheinlich wäre er arbeitslos.

Ach ja, Old Republic. Welches Achievedings wünsche ich mir?

1. Trooper: 100.000 mal von Pennern mit billiger Ausrüstung erschossen werden. (Bronze)

2. Jedi: 1.000 weihevolle Lebensweisheiten zum Besten gegeben. (Silber)

3. Smuggler:1 Wookie komplett entflöht. (Gold)


Update 11 für DDO. Was ist dran? Was ist drin?

Geschrieben am 15. September 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || Keine Kommentare

Bingo. Update 11 für DDO ist auf dem Server. Die Updates für unser immer-noch-MMO waren dieses Jahr weniger zahlreich als in 2010 – dafür aber sehr gehaltvoll.
Mit ‘Secrets of the Artificers’ (Die Geheimnisse der Magieschmiede, die deutsche Übersetzung hätte schlimmer kommen können) erreicht nun das fetteste Update seit langem die hungrigen Spieler. Wer wissen will, was Turbine für uns vorbereitet hat, kann sich die deutschen Release-Notes ansehen. Und sich über die grottige Übersetzung ärgern oder tot lachen. Wer eine gewähltere Ausdrucksweise präferiert, liest sich die kommentierte Zusammenfassung der Exploratoren durch:

  • Neue Klasse: der Artificer (deutsch Magieschmied, natürlich ohne ‘dt’). Cool. Die Einführung der Artificer ist ein enorm mutiger Schritt. Während der Grossteil der DDO-Foren nach Druiden schreit, veröffentlicht Turbine eine ikonische Klasse des Eberron Universums, die auf diese Art noch in keinem MMO vorkommt. Wer WOW-Einheitsbrei möchte, soll WOW spielen. Der Rest freut sich über eine Steampunk-artige Klasse, die endlich auch ausserhalb der Dungeons interessant ist. Die Spezialität des Artificers sind nämlich Items und das frisch eingeführte Crafting. Ansonsten darf sich die Klasse mit Fallen entschärfen, Fernkampf, recht extravaganten Buff-Zaubern und ein bisschen Heilung beschäftigen. Sehr vielseitig also. Für alle heulenden Druiden-Fans gibt es als Entschädigung das erste echte Pet in DDO. Der Iron Defender ist zwar kein Flauschebärchen, sondern ein Metallhund (piekst beim Kuscheln), hat dafür aber den grossen Vorteil, dass man dem Haustierchen einen individuellen Namen geben darf. Wow, noch ein DDO-Novum. Ausserdem ist der Iron Defender (Eiserne Verteidiger) steuerbar wie ein Hireling, darf ein paar eigene Items ausrüsten und levelt parallel mit seinem Meister hoch. Das Tierchen bekommt sogar einen eigenen Pool mit Action-Points. Das der Artificer nur gegen Bezahlung erhältlich ist, sollte klar sein.
Ein echter Maschinenbau-Ingenieur. Blechhund, Brille, Armbrust, Schnauzbart.
Ein echter Maschinenbau-Ingenieur. Blechhund, Brille, Armbrust, Schnauzbart.
  • Neue Inhalte: Haus Cannith, die Heimat der Artificer. Irgendwo müssen sie ja wohnen. Also spendiert Turbine ein komplett neues Stadtviertel, eine Haus-Enklave, die als Ausgangspunkt für drei neue Dungeons, ein Aussengebiet und zwei neue Raids dient. Das Material ist High-Level und erfüllt damit eine wichtige Forderung der Community. Es lohnt sich sogar, die Inhalte mit fertigen Level 20 Chars zu spielen, um Ruf beim neuen Haus Cannith aufzubauen, mit dem man irgendwann mal die Artificer-Klasse auch ohne Extra-Bezahlung frei schalten kann. Natürlich muss man vorher die neuen Abenteuer bezahlen, wenn man kein VIP ist. In den Dungeons spielt übrigens der ‘Lord of Blades’ eine wichtige Rolle. Der ist Anführer der Warforged-Extremisten und eine echte Eberron-Berühmtheit. Sozusagen eine Kreuzung zwischen Darth Vader und Osama Bin Laden. Ausserdem kann man ein paar Wahrheiten über den Ursprung der Warforged Rasse lernen. Hört sich doch mal interessant an.
Die Haus-Cannith-Enklave in Stromreach. Klar, dass es hier ein bisschen nach Sience-Fiction riecht. Wir find's cool. Und grün!
Die Haus-Cannith-Enklave in Stromreach. Klar, dass es hier ein bisschen nach Sience-Fiction riecht. Wir find’s cool. Und grün!
  • Überarbeitung der Spiel-Mechanismen für Armbrüste: die waren nämlich seit Ewigkeiten schon broken. Und da die Artificer neben ihren eigenen Runenwaffen auch Armbrüste führen sollen, drängte sich ein Fix für diese verbuggten Dinger auf. Lang hat’s gedauert. Feuerlocke von den Planaren Exploratoren darf sich freuen.
  • Crafting ist raus aus der Beta. Hier wurde eine Menge verbessert und angepasst. Maximaler Level ist 150. Da wir noch nicht mal die 50 erreicht haben, können wir hier leider nicht mit reden. Nebenbei wurden noch die Runestones als neues alchimisches Item eingeführt, die zum Debuffen von Gegnern dienen. Haben wir noch nicht getestet. Klingt aber nicht gerade spannend, denn Debuffs spielten in den schnellen DDO-Kämpfen bisher kaum eine Rolle. Man wird sehen…
  • Jede Menge Bugfixes und kleine Verbesserungen. Unter anderem bei kosmetischen Rüstungen, Hirelingen (auf deutsch: Mietlingen) und bei diversen Abenteuern.
  • Verstärkung der Raid-Bosse. Das war zu erwarten. In den letzten Monaten hatte Turbine die Fähigkeiten der Spieler durch diverse neue Mechanismen wie z.B. die Gildenbuffs immer weiter aufgepumpt. Nun folgt die Reaktion der Gegenseite. Man muss bei einer solchen Evolution von Spielmechanismen immer im Auge behalten, dass ein Spiel dadurch auch komplizierter wird. Da es sich aber nur um Änderungen an den Raidbossen handelt, die wohl kaum von Noobs und Honks (wie uns) angegangen werden, sollten sich die Anfänger-Probleme in Grenzen halten.
  • Tapferkeitsbonus. Mehr XP für’s Abenteuer? Naja, erstmal geht es darum, dass man Dungeons zum ersten Mal auf Hard oder Elite spielt, ohne den passenden Level durch hochstufige Charaktere zu überschreiten. Der Bonus baut sich weiter auf, wenn man nacheinander unterschiedliche Abenteuer auf diese Art absolviert. Turbine möchte, dass wir die Abenteuer gefälligst auf der Stufe spielen, für die sie vorgesehen sind und nicht 10 Stufen später, wenn das Risiko verschwunden ist. Man müsste mal nachrechnen, ob der normale Hard & Elite Bonus reduziert wurde, dann wäre das ganze eher ein Nerv…
  • Keine Seelen-Juwelen für das Fallen-Crafting der Schurken. Offensichtlich sind Fallen uninteressant geworden, nachdem man sie nicht mehr zwanglos auf dem Marktplatz auslegen darf. Das hat auch Turbine bemerkt und lässt die bescheuerten Seelen-Juwelen einfach weg. Gratz.
  • Wiedergeborene Charaktere können Quests direkt auf Hard öffnen, auch wenn sie keine VIPs sind. Es wird langsam Zeit, unseren Warforged Char ‘Vorsprung durch Technik’ zu reinkarnieren. Natürlich als Artificer!
  • Diverse Änderungen an den ‘Schwert und Schild’ Prestige Enhancements wie Stalwart Defender. Defensives Spiel wurde seit langem zugunsten von Doppelwaffen-Kampf und zweihändigem Kämpfen vernachlässigt. Das soll geändert werden. Man wird sehen.
  • Ein paar neue Zauber. Die dürften hauptsächlich für die Artificer sein.
  • Einige kleine Änderungen im User-Interface und bei der DX 10/11 Grafik.
  • Und last but not least: Brillen können jetzt auf den Charakter-Gesichtern sichtbar gemacht werden. Juhuu! Endlich mal etwas Abwechslung auf den eintönigen DDO-Gesichtern. Die Exploratoren sind der Meinung ‘Es wird angezogen, was ins Inventory kommt’. Helm-ausblenden gibt’s nicht. Wer nicht weiss, wo er die Brille bei DDO sichtbar macht: man klickt im Inventory auf den Kopf der Charakter-Silhouette und schaltet dadurch die Sichtbarkeit von Helm und Brille an oder aus. Jetzt müssen nur noch die Mäntel sichtbar gemacht werden und wir reaktivieren unser Abo.
Haus Cannith aus der Luft. Die Aufnahme wurden von den fliegenden Plattformen aus gemacht, die im Himmel über der Enklave hin und her wandern und die als Fahrstühle dienen.
Haus Cannith aus der Luft. Die Aufnahme wurden von den fliegenden Plattformen aus gemacht, die im Himmel über der Enklave hin und her wandern und die als Fahrstühle dienen.

Unser Exploratoren- Urteil: Turbine versöhnt die Community mit einem wirklich fetten Inhalte-Patch für die lange Wartezeit. Das Spiel positioniert sich durch die neue ungewöhnliche Klasse noch mehr als Alternative zum WOW-Einheitsbrei. Die vielen kleinen aber feinen Änderungen zeigen, dass die Entwickler nicht nur daran denken, neue Bezahlinhalte zu basteln, sondern dass sie ein echtes Interesse daran haben, das Spiel so perfekt wie möglich zu machen.

Ach ja, um ihr etwas vergessenes DDO mal wieder ins Gespräch zu bringen hat Turbine sogar einen Trailer gebaut. Naja, über Marketing-Strategien lässt sich streiten…




82% für die Mona Lisa

Geschrieben am 12. September 2011 in Netzkultur, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Letzte Woche tobte ein Orkan der Entrüstung durch das Westentaschen-Universum der deutschen Spielekritiker. Der Auslöser:  ein frustrierter  Artikel auf Spiegel.de vom ehemaligen Gamestar Redakteur Christian Schmidt. Seine Meinung: der Spiele-Journalismus in Deutschland ist auf dem selben (infantilen) Niveau wie vor 28 Jahren, als die erste selige Happy Computer erschien. Der Angriff traf Christians (ehemalige) Kollegen tief.  Als erstes antwortete Tester-Urgestein Mick Schnelle, dann folgte ziemlich fix Petra Fröhlich (ebenfalls auf Spiegel). Von den kilometerlangen Threads, auf denen das Thema dann natürlich zu Tode diskutiert wurde, wollen wir gar nicht erst reden…

Was ist dran am Streit über den Status Quo des deutschen Spielejournalismus?  Unserer Meinung nach weisen Christians Thesen mit Recht auf einen echten Misstand hin. Spielemagazine sind langweilig, austauschbar und erzeugen ihren Kaufanreiz zu 99,9% aus der Zugabe DVD. Wir, die Exploratoren, kaufen des öfteren die Gamestar oder auch die PC-Games, müssen aber immer wieder feststellen, dass eigentlich nur noch die letzten 20 Seiten interessant sind. Hardwaretipps, Artikel über Spieleklassiker und die leider sehr seltenen Hintergrundberichte zu Entwickler-Studios oder zu neuen Branchentrends. Insbesondere die Berichte zu kommenden Spielen, die traditionsgemäss das erste Drittel eines Magazins füllen, sind unserer Meinung nach nicht mal das Papier wert, auf dem sie gedruckt sind. Abgeschriebene Marketingtexte. Von Journalisten, die in den Hauptquartieren der Publisher tagelanger Gehirnwäsche ausgesetzt wurden. Unabhängige Berichterstattung sieht anders aus…

Auf der anderen Seite steht die harte Realität: Magazine mit höherem Anspruch, wie etwas die GEE, haben in Deutschland leider keine Chance auf breiten Zuspruch. Und natürlich sind Computerspiele immer noch technische Produkte, die einer schnellen technischen Entwicklung unterliegen. Also sind auch die technischen Aspekte eines Spieles von Bedeutung. Also sollte auch darüber geschrieben werden. OK.

Etwas schwach fanden wir aber Petras Standpunkt. Kurz gesagt: die Spiele sind einfach doof, weil sie für Mainstream-süchtige Deppen gemacht werden. Also kann man auch nur Stuss drüber schreiben. Siehe Hollywood-Popcorn-Kino. Dankeschön Petra, uns geht’s genauso. Wir Exploratoren fühlen uns eigentlich auch zu intelligent für unser Hobby. Schön, dass wir nun nicht mehr allein sind. Vielleicht wäre es aber mal an der Zeit, die besagten Spiele-Graupen auch beim Namen zu nennen? Vielleicht sogar in Deutschlands dickstem Spielemagazin, wo man ja Chefin ist? Oder vielleicht denkt man vorher besser nochmal an die grossen Anzeigen-Kunden? Was in allen Artikeln ungesagt bleibt, ist dass die deutschen Spielemagazine am Tropf der Marketingbudgets der Spieleindustrie hängen. Wenn man über Call of Duty nichts Interessanteres schreiben kann, als dass die Terroristen nun auch Fußabdrücke beim rückwärts laufen hinterlassen, dann schreibt man es eben. Das ist nämlich gesünder für die Anzeigen-Akquise der Zeitungen, als wenn man klipp und klar sagt, dass es sich hier um schlimmsten Crap handelt, der das Gehirn still legt, die Moral mit Füssen tritt und am besten nur von US-Neo-Cons im lichtdunklen Keller gespielt werden sollte.

Wahr ist, dass die interaktive Unterhaltung längst erwachsen geworden ist. Wahr ist, dass Spiele Kunst oder Schrott sind. Dass Spiele Gesellschaftskritik enthalten, dass sie beeinflussen, beurteilen und erziehen. Und dass manche Spiele uns im Inneren berühren und manche eben nicht. Und Christian hat Recht, wenn er bemängelt, dass all diese Wahrheiten kaum Eingang in die deutsche Spielekritik finden.

Egal, die Gamer wollen es ja nicht anders. Also schließen wir uns für heute mal dem Mainstream an. Wir vergeben eine 82% Wertung (4 Sterne) für die Mona Lisa von DaVinci. Tolle Ausleuchtung, super Pinselstrichstruktur! Leider ist die Frauen-Dichte mit einem Mädel viel zu niedrig. Vor 250 Jahren wäre auch noch die magische 90% Wertung drin gewesen. Aber leider müssen wir heutzutage Abzüge wegen der ausgeblassten Farben machen. Sorry, Leonardo!