Blizzard wieder bei Bewusstsein (vorerst)

Geschrieben am 12. Juli 2010 in MMO-Szene, Netzkultur, WOW von Reaktorblock || Keine Kommentare

Mike Morhain, grösster Kürbis beim grossen Blizzard-Kürbis hat die vollkommen stupiden Änderungen am Battle.net offiziell zurück genommen, durch die User gezwungen werden sollten, mit ihrem IRL Namen zu schreiben. Immerhin, sie lesen offensichtlich ihre eigene Foren…

Blizzard und ihr Feingefühl für Freiheit und Datenschutz

Geschrieben am 8. Juli 2010 in MMO-Szene, Netzkultur, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Am 06.07.2010 (letzte Nacht) änderten Blizzard, die Hersteller des Giganto-Seller-MMOs World of Warcraft die Spielregeln des Internet. In ihrem Forum verkündeten sie, dass in Kürze  bei jeder Forums-Antwort auf einen Blue Post (also eine offizielle Mitteilung) die sogenannte Real ID des Schreibers mit angezeigt wird. Mit anderen Worten: wer auf offizielle Blizzard-Nachrichten antwortet, muss das mit seinem echten Real-Namen tun, den Blizzard sich aus den Account- und Bezahldaten zusammen setzt. Schluss mit Reaktorblock, Schluss mit Grassfroschfresser, Schluss mit Noobkilla21. Schluss mit Netzfreiheit.

Ist Blizzard komplett durch gedreht? Oder ist das der Preis, den man dafür zahlen muss, wenn man zum weltgrössten Spiele-Konzern (Activision-Blizzard) dazu gehört? Ist das noch der Geist der Firma, denen Gameplay einst über alles ging? In deren Spielen ein Mensch ohne Einschränkungen gut oder böse sein dürfte? In deren Rollen-Spielen man als einzelne Person eine Vielzahl von verschiedenen Charakteren gleichzeitig entwickeln, spielen und sein durfte? Oder ist es eine verkrampfte Trotz-Reaktion, erzwungen durch endlose Angst-Diskussionen zwischen Konzern-PR-Krawatten-Zombies?

Es ist mit Sicherheit eines: der erste Fall, in denen eine Spiele-Community höchst offiziell mundtot gemacht werden soll. Blizzard ist es offensichtlich egal, dass nun jeder durch eine einfache Google-Suche herausbekommen kann, welche Spiele ich spiele: meine Frau, mein Boss und natürlich alle, die sich aus irgend welchen obskuren Marketing-Daten-Sammel-Gründen für mich interessieren.

Die erste (noch anonyme) Antwort, in dem inzwischen 74 Seiten langen Forums-Beitrag, in dem Blizzard ihre neue Weltordnung erläuterten war:

This is possibly the worst thing I’ve ever read in blue. I can’t even begin to fathom why you would do this.

Besser kann man die Traurigkeit der Spieler über den Verlust der Freiheit wohl nicht auf den Punkt bringen. Die MMO-Seite massively fragte nicht ganz abwegig: ist das vielleicht der WOW-Killer? Nicht Aion. Nicht Warhammer Online. Nicht Old Republic. Blizzard selber verliert offenbar komplett die Bodenhaftung. Man wird sehen, was passiert.

Der Siegeszug der Free to Play Spiele

Geschrieben am 6. Juni 2010 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, Netzkultur, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Herr der Ringe Online wird Free to Play. Die Spatzen pfeifen es von den Dächern. Bei DDO hat das in Deutschland noch niemanden so richtig interessiert, was vielleicht daran liegt, dass Turbine nie viel Geld für Werbung für das Spiel in Magazinen oder Websites ausgegeben hat. Und letztendlich schreiben die kommerziellen Seiten hauptsächlich über Projekte, von denen sie ein finanzielles Feedback in Form von Werbeschaltungen erwarten. Man muss aber auch zugeben, dass es Dungeons & Dragons selbst als Pen & Paper-Version in Good old Germany immer schwer gehabt hat. Im Zweifelsfall heisst der RPG Platzhirsch immer Schwarzes Auge.

Gollum freut sich: den Einen Ring gibt es demnächst im Item-Shop.
Gollum freut sich: den Einen Ring gibt es demnächst im Item-Shop.

Nun aber Herr der Ringe. Das MMO zum zweit-erfolgreichsten Roman aller Zeiten (erster ist Dickens  ‘A Tale of Two Cities’). Da rauscht es auch im deutschen Gaming-Blätterwald und die Foren kochen über mit hassgeschwängerten  Diskussionen à la ‘Nun ist die Scheisse im Ventilator’ oder ‘Hilfe die Free To Play-Kacknoobs kommen…’

Was für ein Schwachsinn. Die planaren Exploratoren gehören ja nicht zu den Typen, die ständig erwähnen: haben wir euch doch gleich gesagt…aber nun muss es sein. Seit der Wechsel von DDO zum Free to Play Modell angekündigt wurde, haben wir uns intensiv mit dem Thema beschäftigt. Und allen RPG-Hardcore-Niemals-OOC-Gamern, die jetzt das Panik-P auf der Stirn haben, sagen wir: bleibt mal locker, Jungens ! ! ! Es wird gut werden. Bestimmt. HdR bekommt endlich die Spielerzahl, die dieses (sicher tolle) Spiel verdient. Und wenn ein paar Kids dabei sind, die ihren ersten Ork im Leben am Briefkasten von Orgrimmar gesehen haben, was soll’s?  Dafür hat euch Turbine die Ignore-Liste gegeben.

Wir spielen seit 1,5 Jahren Dungeons & Dragons Online (DDO). Zuerst in Europa via Codemasters. Dann bei Turbine selber. Codemasters hat seinerzeit NICHTS für das Spiel getan und hinkt Lichtjahre hinter dem aktuellen US-Patchlevel hinterher. Das mag dem miesen Einfluss von Atari zu schulden sein – ist aber so. Wir sind nach dem F2P Launch zu Turbine gewechselt und haben sofort VIP-Abos abgeschlossen, weil wir Vielspieler sind. Glaubt uns: das Free to Play hat das Spiel meilenweit nach vorne gebracht. Es wird extrem regelmässig gepatcht, wobei alle Kundengruppen (free, abo, casual, heavy, stupid) gut bedient werden. Die Community ist jetzt riesengross, also sucht man sich Leute, die zu einem passen und ist nicht gezwungen mit seltsamen Subjekten in einer Mini-Bevölkerung zusammen rum zu laufen.

Der Umstieg von Turbine war bei DDO ein super Erfolg, auch in finanzieller Hinsicht. Und Turbine hat genug Mumm um diesen Erfolg in Form von Pflege und Updates an die Spieler zurück zu geben. So gesehen war der Schritt, auch HdRO ins Free 2 Play Modell zu übertragen, sehr nahe liegend. Wir freuen uns für Spiel und Spieler.

Für MMO ist F2P, wenn es richtig gemacht wird, ein prima Modell. Vielleicht kann man es ähnlich sehen wie TV (gratis) und Kino (Pay per View). Die Rolle des Kinos wird immer mehr von kurzen, effektvollen und teuren Boxed-Games ausgefüllt. MMOs gehen immer mehr in die werbefinanzierte Ecke der TV-Sender. Wir werden Zeuge der Geburt einer ganz neuen Form von Entertainment, die zu Zeit aus extrem vielen Richtungen, wie zum Beispiel den Facebook-Games, beeinflusst wird. Schauen wir zu und staunen. Wer war eigentlich Blizzard?

Richard Garriott über MMOs

Geschrieben am 20. Mai 2010 in MMO-Szene, Netzkultur, RPG, Sonstiges, Tabula Rasa von Reaktorblock || Keine Kommentare

Im aktuellen Podcast von Massively.com (die Nummer 100) interviewt Shawn Shuster die Gamer-Legende Richard Garriott. Wie zu erwarten sind die rund 60 Minuten der Audio-Datei prall gefüllt mit netten Ankedoten und erstaunlichen Einsichten in das Spiele-Biz. Unter anderem gibt es ein paar nebulöse Ankündigungen zu seinen neuen nicht-ganz-so-casual Casual-Game-Projekten. Wenn man sich ein bisschen für Games und deren Geschichte interessiert, ist der cast ein absolutes ‘must-hear’. Garriotts Intelligenz, Verschrobenheit und Arroganz sind einfach immer wieder unterhaltsam.  Gut ihn (wieder) auf der Erde zu haben…

Irgendwie wäre es den Exploratoren ja lieber gewesen, er hätte sich um Tabula Rasa gekümmert. Aber, was soll's...Piloten is nix verboten...
Irgendwie wäre es den Exploratoren ja lieber gewesen, er hätte sich um Tabula Rasa gekümmert. Aber, was soll’s…Piloten is nix verboten…

DDO: Gildenhäuser oder Luftschlösser?

Geschrieben am 31. März 2010 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene von Reaktorblock || Keine Kommentare

Die Gildenhäuser für DDO werden konkreter. Und interessanter. Auf dem PAX Gaming Event in Boston hat Fernando Paiz (Projektleiter DDO oder so…) gegenüber der Website ‘massively’ erklärt, dass sich die Spieler nicht mit normalen Gilden(reihen)häusern zufrieden geben müssen. Statt dessen planen die Entwickler bewegliche Gildenluftschiffe, die nicht nur als Versammlungspunkt für sporadische Gildentreffen dienen sollen, sondern auch tatsächlich eine Art Transportsystem darstellen werden. Die planaren Exploratoren erwarten eine mobile Basis, die (hoffentlich) die Annehmlichkeiten einer Taverne (Heilung, Verkäufer, Logout-Punkt) mit diversen weiteren Bequemlichkeiten vereinen wird (Auktionen? Bankfach? Post?). Entfällt damit das Rumlungern auf dem Marktplatz? Das Hin-und-her-joggen zwischen Bank, Auktionator und Briefkasten? Nun, Turbine wird sicher nicht komplett auf öffentliche Versammlungsplätze verzichten, denn diese sogenannten ‘Playerhubs’ vermitteln ein umfassendes Gemeinschaftsgefühl. Man trifft auch mal auf andere Charaktere und hängt nicht nur mit den Gildies rum. Man bekommt einen Eindruck von der restlichen Bevölkerung des Servers. In einem Spiel wie DDO, das ansonsten komplett instanziert abläuft, ist das eine wichtige Sache.

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