Update 11 für DDO. Was ist dran? Was ist drin?

Geschrieben am 15. September 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || Keine Kommentare

Bingo. Update 11 für DDO ist auf dem Server. Die Updates für unser immer-noch-MMO waren dieses Jahr weniger zahlreich als in 2010 – dafür aber sehr gehaltvoll.
Mit ‘Secrets of the Artificers’ (Die Geheimnisse der Magieschmiede, die deutsche Übersetzung hätte schlimmer kommen können) erreicht nun das fetteste Update seit langem die hungrigen Spieler. Wer wissen will, was Turbine für uns vorbereitet hat, kann sich die deutschen Release-Notes ansehen. Und sich über die grottige Übersetzung ärgern oder tot lachen. Wer eine gewähltere Ausdrucksweise präferiert, liest sich die kommentierte Zusammenfassung der Exploratoren durch:

  • Neue Klasse: der Artificer (deutsch Magieschmied, natürlich ohne ‘dt’). Cool. Die Einführung der Artificer ist ein enorm mutiger Schritt. Während der Grossteil der DDO-Foren nach Druiden schreit, veröffentlicht Turbine eine ikonische Klasse des Eberron Universums, die auf diese Art noch in keinem MMO vorkommt. Wer WOW-Einheitsbrei möchte, soll WOW spielen. Der Rest freut sich über eine Steampunk-artige Klasse, die endlich auch ausserhalb der Dungeons interessant ist. Die Spezialität des Artificers sind nämlich Items und das frisch eingeführte Crafting. Ansonsten darf sich die Klasse mit Fallen entschärfen, Fernkampf, recht extravaganten Buff-Zaubern und ein bisschen Heilung beschäftigen. Sehr vielseitig also. Für alle heulenden Druiden-Fans gibt es als Entschädigung das erste echte Pet in DDO. Der Iron Defender ist zwar kein Flauschebärchen, sondern ein Metallhund (piekst beim Kuscheln), hat dafür aber den grossen Vorteil, dass man dem Haustierchen einen individuellen Namen geben darf. Wow, noch ein DDO-Novum. Ausserdem ist der Iron Defender (Eiserne Verteidiger) steuerbar wie ein Hireling, darf ein paar eigene Items ausrüsten und levelt parallel mit seinem Meister hoch. Das Tierchen bekommt sogar einen eigenen Pool mit Action-Points. Das der Artificer nur gegen Bezahlung erhältlich ist, sollte klar sein.
Ein echter Maschinenbau-Ingenieur. Blechhund, Brille, Armbrust, Schnauzbart.
Ein echter Maschinenbau-Ingenieur. Blechhund, Brille, Armbrust, Schnauzbart.
  • Neue Inhalte: Haus Cannith, die Heimat der Artificer. Irgendwo müssen sie ja wohnen. Also spendiert Turbine ein komplett neues Stadtviertel, eine Haus-Enklave, die als Ausgangspunkt für drei neue Dungeons, ein Aussengebiet und zwei neue Raids dient. Das Material ist High-Level und erfüllt damit eine wichtige Forderung der Community. Es lohnt sich sogar, die Inhalte mit fertigen Level 20 Chars zu spielen, um Ruf beim neuen Haus Cannith aufzubauen, mit dem man irgendwann mal die Artificer-Klasse auch ohne Extra-Bezahlung frei schalten kann. Natürlich muss man vorher die neuen Abenteuer bezahlen, wenn man kein VIP ist. In den Dungeons spielt übrigens der ‘Lord of Blades’ eine wichtige Rolle. Der ist Anführer der Warforged-Extremisten und eine echte Eberron-Berühmtheit. Sozusagen eine Kreuzung zwischen Darth Vader und Osama Bin Laden. Ausserdem kann man ein paar Wahrheiten über den Ursprung der Warforged Rasse lernen. Hört sich doch mal interessant an.
Die Haus-Cannith-Enklave in Stromreach. Klar, dass es hier ein bisschen nach Sience-Fiction riecht. Wir find's cool. Und grün!
Die Haus-Cannith-Enklave in Stromreach. Klar, dass es hier ein bisschen nach Sience-Fiction riecht. Wir find’s cool. Und grün!
  • Überarbeitung der Spiel-Mechanismen für Armbrüste: die waren nämlich seit Ewigkeiten schon broken. Und da die Artificer neben ihren eigenen Runenwaffen auch Armbrüste führen sollen, drängte sich ein Fix für diese verbuggten Dinger auf. Lang hat’s gedauert. Feuerlocke von den Planaren Exploratoren darf sich freuen.
  • Crafting ist raus aus der Beta. Hier wurde eine Menge verbessert und angepasst. Maximaler Level ist 150. Da wir noch nicht mal die 50 erreicht haben, können wir hier leider nicht mit reden. Nebenbei wurden noch die Runestones als neues alchimisches Item eingeführt, die zum Debuffen von Gegnern dienen. Haben wir noch nicht getestet. Klingt aber nicht gerade spannend, denn Debuffs spielten in den schnellen DDO-Kämpfen bisher kaum eine Rolle. Man wird sehen…
  • Jede Menge Bugfixes und kleine Verbesserungen. Unter anderem bei kosmetischen Rüstungen, Hirelingen (auf deutsch: Mietlingen) und bei diversen Abenteuern.
  • Verstärkung der Raid-Bosse. Das war zu erwarten. In den letzten Monaten hatte Turbine die Fähigkeiten der Spieler durch diverse neue Mechanismen wie z.B. die Gildenbuffs immer weiter aufgepumpt. Nun folgt die Reaktion der Gegenseite. Man muss bei einer solchen Evolution von Spielmechanismen immer im Auge behalten, dass ein Spiel dadurch auch komplizierter wird. Da es sich aber nur um Änderungen an den Raidbossen handelt, die wohl kaum von Noobs und Honks (wie uns) angegangen werden, sollten sich die Anfänger-Probleme in Grenzen halten.
  • Tapferkeitsbonus. Mehr XP für’s Abenteuer? Naja, erstmal geht es darum, dass man Dungeons zum ersten Mal auf Hard oder Elite spielt, ohne den passenden Level durch hochstufige Charaktere zu überschreiten. Der Bonus baut sich weiter auf, wenn man nacheinander unterschiedliche Abenteuer auf diese Art absolviert. Turbine möchte, dass wir die Abenteuer gefälligst auf der Stufe spielen, für die sie vorgesehen sind und nicht 10 Stufen später, wenn das Risiko verschwunden ist. Man müsste mal nachrechnen, ob der normale Hard & Elite Bonus reduziert wurde, dann wäre das ganze eher ein Nerv…
  • Keine Seelen-Juwelen für das Fallen-Crafting der Schurken. Offensichtlich sind Fallen uninteressant geworden, nachdem man sie nicht mehr zwanglos auf dem Marktplatz auslegen darf. Das hat auch Turbine bemerkt und lässt die bescheuerten Seelen-Juwelen einfach weg. Gratz.
  • Wiedergeborene Charaktere können Quests direkt auf Hard öffnen, auch wenn sie keine VIPs sind. Es wird langsam Zeit, unseren Warforged Char ‘Vorsprung durch Technik’ zu reinkarnieren. Natürlich als Artificer!
  • Diverse Änderungen an den ‘Schwert und Schild’ Prestige Enhancements wie Stalwart Defender. Defensives Spiel wurde seit langem zugunsten von Doppelwaffen-Kampf und zweihändigem Kämpfen vernachlässigt. Das soll geändert werden. Man wird sehen.
  • Ein paar neue Zauber. Die dürften hauptsächlich für die Artificer sein.
  • Einige kleine Änderungen im User-Interface und bei der DX 10/11 Grafik.
  • Und last but not least: Brillen können jetzt auf den Charakter-Gesichtern sichtbar gemacht werden. Juhuu! Endlich mal etwas Abwechslung auf den eintönigen DDO-Gesichtern. Die Exploratoren sind der Meinung ‘Es wird angezogen, was ins Inventory kommt’. Helm-ausblenden gibt’s nicht. Wer nicht weiss, wo er die Brille bei DDO sichtbar macht: man klickt im Inventory auf den Kopf der Charakter-Silhouette und schaltet dadurch die Sichtbarkeit von Helm und Brille an oder aus. Jetzt müssen nur noch die Mäntel sichtbar gemacht werden und wir reaktivieren unser Abo.
Haus Cannith aus der Luft. Die Aufnahme wurden von den fliegenden Plattformen aus gemacht, die im Himmel über der Enklave hin und her wandern und die als Fahrstühle dienen.
Haus Cannith aus der Luft. Die Aufnahme wurden von den fliegenden Plattformen aus gemacht, die im Himmel über der Enklave hin und her wandern und die als Fahrstühle dienen.

Unser Exploratoren- Urteil: Turbine versöhnt die Community mit einem wirklich fetten Inhalte-Patch für die lange Wartezeit. Das Spiel positioniert sich durch die neue ungewöhnliche Klasse noch mehr als Alternative zum WOW-Einheitsbrei. Die vielen kleinen aber feinen Änderungen zeigen, dass die Entwickler nicht nur daran denken, neue Bezahlinhalte zu basteln, sondern dass sie ein echtes Interesse daran haben, das Spiel so perfekt wie möglich zu machen.

Ach ja, um ihr etwas vergessenes DDO mal wieder ins Gespräch zu bringen hat Turbine sogar einen Trailer gebaut. Naja, über Marketing-Strategien lässt sich streiten…




Mythos. Entzaubert.

Geschrieben am 13. April 2011 in MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Mythos. Das Spiel hat eine Geschichte. Erst war es das Edel-Diablo vom Diablo-Super-Designer Bill Roper. Eigentlich nur ein Abfallprodukt seiner Firma Flagship Studios, dass als Netzwerktest für das Hauptprojekt Hellgate: London dienen sollte. Da es aber alle soooo cool fanden, machte man kurzerhand ein komplettes Spiel draus. Aber schließlich endete alles mit einem grossen Knall. Hellgate: London wurde von der Kritik verrissen, die Flagship Studios gingen den Bach runter und das kleine, schnucklige Mythos wurde von einer koreanischen MMO-Grinder-Schmiede (Hanbit Soft) aus der Konkursmasse raus gekauft. Danach folgten eine lange Odyssee, bis das Spiel schliesslich von der deutschen Firma Frogster für den Euro-Markt lizensiert wurde. Die planaren Exploratoren haben sich in die Beta gewagt. Einen Diablo-Clone spielen wir ganz gerne mal (zwischendurch). Und ein Spiel mit so einer bewegten Historie müssen wir uns einfach ansehen.

Keine Elfen, keine Zwerge, keine Zauberer mit doofen Hüten. Dafür unser Satyr, der sich mit der Schrotflinte durch die Level ballert. Soweit Ok.

Zuerst sollte klar sein: das Spiel ist nicht neu. Die geplante Veröffentlichung von Mythos wäre wahrscheinlich irgendwann 2008 gewesen. Das sieht man leider auf den ersten Blick. Die Modelle und Charactere sind in niedlichem Comic-Stil mit viel Manga-Anleihen, hauen aber niemanden vom Hocker. Die Texturen sind nett aber ziemlich grob aufgelöst. Also: Design ist ok. Technik ist naja. Aber wie sieht der Rest aus?

Irgendwie hatten wir erwartet, dass die Zeit, die Mythos auf dem Buckel hat, genutzt wurde, um ein wirklich rundes Spiel draus zu machen. Leider Fehlanzeige. Das Game hat zahlreiche Ecken und Kanten. Nach der Installation bestätigt man zum Beispiel einen Nutzungsvertrag mit den bereits erwähnten Flagship Studios. Leider sind die schon seit drei Jahren pleite. Siehe oben. Das hat zwar nichts mit dem Spielspass zu tun, vermittelt uns aber das Gefühl, dass wir es hier mit ungeliebtem Softwareschrott zu tun zu haben. Offensichtlich hatte niemand bei Hanbit oder Frogster in den letzten zwei Jahren Zeit, diesen vollkommen nutzlosen Textfetzen zu entfernen oder upzudaten. Auch ingame tauchen englische Texte auf, die nicht auf die Buttons passen oder Rechtschreibfehler enthalten. Ok, drücken wir mal beide Augen zu. Mythos ist ja schließlich noch in der Beta.

Man merkt schon, die Exploratoren waren nicht wirklich begeistert. Am meisten hat uns das chaotische Interface genervt. Sobald man Menüs wie den Charakterbogen oder das Inventory anklickt, schieben sich fette schwarze Felder von rechts ins Bild und quetschen den Sichtbereich zusammen. Unnötige Informationen wie die Minimap oder die Questliste werden dabei aber nicht ausgeblendet, sondern schieben sich über den letzten offenen Sichtbereich und machen so das Chaos perfekt.

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Listen, Karten, Klötzchen und viele leere schwarze Flächen. Wer hat sich das ausgedacht? Im Ernst liebe Frogsters: wozu brauche ich eine Minimap, wenn ich in mein Inventory gucken will?

Ebenfalls unschön: die Soundkulisse. Hier stimmt die Abmischung nicht. Wenn man vor den Questgebern steht, dröhnen ständig irgendwelche überflüssigen Wooooschs und Boooms aus den Boxen. Wir konnten noch nicht mal raus kriegen, wie die eigentlich verusacht wurden. Diese Mega-Furze waren so penetrant, dass wir kurz davor waren, das Boxenkabel zu kappen. Die Dialogzeilen der NPCs sind dagegen so leise, dass man erst beim dritten oder vierten Hören überhaupt bemerkt, dass die Burschen ja sogar sprechen können. Viel verpasst man dabei nicht, denn zumindest die Sprecher in der englischen Version klangen ziemlich gelangweilt. Generell hinterlassen die Aussengebiete keinen guten Eindruck. In den kleinen Open-World-Bereichen herrscht ein ständiges Gedrängel, dass aus Spielern, Monstern und NPCs besteht. Auch in den Städten wird es nur wenig übersichtlicher.

Stau vor dem Quest-Verteiler. Immerhin bieten die Texte einen gewissen unfreiwilligen Humor. Jedenfalls in der englischen Version.

Im Gegensatz zu den Städten und Aussengebieten wirken die Dungeons, die man solo oder mit Gruppe betritt, erholsam und aufgeräumt. Hier trumpft das simple Gameplay auf und man kommt schnell in den netten Klick-Kill-Sammel-Flow, den man an dieser Art Spiel so schätzt. Aber: wieso musste man daraus eigentlich ein MMO machen? Spass kommt nur in den Kleingruppen-Dungeons auf. Komplexe Bosskämpfe sind bei den super-simplen Mechanismen eigentlich nicht machbar. Aber vielleicht irren wir uns ja, denn schließlich haben wir Mythos bereits mit Level 10 an den Nagel gehängt. Die Mythos-Community scheint ja mit dem Zustand zu frieden zu sein. Was also soll das Gejammer…

Mythos zeigt sich von seiner besten Seite. Mehr als nettes Dungeons-abgrasen sollte man nicht erwarten.

Kommen wir zum Schluss. Was ist dran an dem Spiel, dass durch so viele Hände gehen musste, bevor es in Europa ankam? In unseren Augen nicht viel. Mythos bietet ein komplexes Charakter-System mit Crafting und Achievements. Das konnte uns nicht bei der Free-to-Play-Stange halten. Wir glauben, dass das Hack’n'Slay Gameplay einfach nicht genug her gibt für ein komplettes MMO. Die Quests kommen über Killen und Sammeln einfach nicht hinaus. Dazu kommen die Probleme mit den Menüs, der nervige Sound und die veraltete Grafik. Wenn man nur nach einem simplen Diablo-Clone sucht, ist man nach Meinung der Exploratoren mit Titan-Quest besser bedient. Das Spiel ist zwar weder ein MMO, noch gratis, bringt aber das launige kleine Gruppenspiel für zwischendurch besser auf den Punkt. Und sieht hübscher aus. Und wirklich teuer ist es auch nicht.

Hin und wieder überrascht uns Mythos mit netten Aussichten und coolem Design. Leider zu selten.


Update 9. Endlich wieder neue Inhalte für DDO.

Geschrieben am 16. März 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Nach dem Update-Sprint von 2010 ist es leider, leider sehr still geworden, um unser (noch) bevorzugtes MMO. OK, da war das niedliche Geburtstags-Event mit den noch niedlicheren Kobolden und Piraten. Es dauerte allerdings nur lächerliche 5 Tage, so dass einige Exploratoren noch nicht mal richtig mit bekamen, was da überhaupt passierte, bevor es schon wieder vorbei war.

Aber nun scheint Hilfe zu nahen. Fernando Paiz, Entwicklungsleiter (oder so) für DDO, kündigte am Rande der PAX 2011 Messe an, dass irgendwann im April Update 9 erscheint. Auf Massively.com kann man (auf Englisch) nachlesen, was geplant ist:

- 4 neue Abenteuer (Instanzen, Dungeons), die sich hauptsächlich mit dem Thema Horror beschäftigen.

- Ein echtes (!) Crafting System. Hört, hört. Charaktere bekommen 3 neue Skills zur Verfügung. Diese ermöglichen es, unnütze Items (wovon es ja durchaus viele gibt in DDO) in ihre Bestandteile und Eigenschaften zu zerlegen. Man kann also ein +5 Schwert der flammenden Überflüssigkeit in ‘+5′, ‘flammend’ oder ‘Überflüssig’ zerlegen. Natürlich wird das Schwert dabei zerstört und natürlich kann man nur eine Eigenschaft der Waffe retten. Diese gerettete Eigenschaft lässt sich dann auf ein anderes Item übertragen. Das dann nicht mehr ganz so überflüssig sein sollte. Hört sich ganz vernünftig an. Und dürfte die Ökonomie von DDO ordentlich durcheinander wirbeln.

- Neue Prestige Enhancements für Sorcerer und Favored Souls.

- Ein paar neue Kampfanimationen.

- Neue kosmetische Rüstungen, ähem. Die scheinen sich ja gut zu verkaufen im Shop.

Insgesamt also ein rundes und dickes Update, auf das man sich freuen darf. Es bleibt anzumerken, dass Turbine solche Erweiterungen bis vor kurzem noch in 2 Monats-Abstand veröffentlichte. Auf dieses neue Update mussten wir, wenn es dann wirklich im April erschienen ist, 6 Monate warten.

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