Geschrieben am 17. Juli 2011 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von gjm || Keine Kommentare
Nachdem wir mit ‘Battle for Wesnoth‘ von der Gamestar DVD 06/2011 die hohe Qualität von (echten!) Gratisspielen erleben durften, waren wir gespannt, welche Perlen man im Bereich der Open Source und Public Domain Games noch finden würde. Unser Interesse galt vor allem Strategie und Rollenspielen. Nach einigen Fehlversuchen stießen wir schließlich auf das absolut coole Minispiel ‘Desktop Dungeons‘. Und Wow, was waren wir geflasht!
Worum geht es bei Desktop Dungeons? Nun, auf den ersten Blick könnte man das Spiel für ein Retro-Rollenspiel mit absoluter Primitiv-Grafik halten. Aber damit liegt man schlichtweg falsch! Desktop Dungeons ist ein Rätsel-Spiel, das sich nur thematisch bei Rollenspielen bedient. Es führt die Idee der sogenannten Rogue-Games auf die Spitze. Bei diesem (uralten) Spielprinzip geht es um die Erkundung einer zufällig generierten Karte (der Dungeon). Während der Erforschung sammelt der Charakter wie in einem RPG Erfahrung und Gegenstände. Die Herausforderung besteht darin, dass die Spielfigur nur ein einziges Bildschirmleben hat. Sterben bedeutet: Schluss, Finito, neuer Dungeon, neuer Charakter, neues Glück, von vorne anfangen. Meistens bieten Rogue-Spiele auch eine Punktewertung, so dass man Highscorelisten mit den besten Verlies-Helden erzeugen kann.

Wer früher stirbt, ist länger tot. Oder fängt nochmal von vorne an. Das gilt auch beim Indi Game Desktop Dungeons.
So ein Ding ist also auch Desktop Dungeons. Nur dass hier jeweils ein einziger 20 x 20 Dungeon mit nur einer Keller-Ebene erforscht werden muss. Die Schwierigkeit dabei liegt bei der Planung und Verwaltung der Ressourcen. Jedes Feld, das man frisch aufdeckt, lässt Zeit vergehen, während der der Held heilt und Mana regeneriert. Wenn man über bereits aufgedeckte Felder läuft, passiert nichts. Das ist nicht unbedingt logisch, führt aber dazu, dass man seine Erkundung vorsichtig planen muss. Wer einfach drauflos rennt und alles aufdeckt, verschwendet jede Menge Trefferpunkte und Mana. Und steht deshalb ziemlich schnell vor einem Gegner, den man nicht mehr besiegen kann. Zusätzlich muss man Heil- und Manatränke horten, Zauberrunen finden und Items kaufen. Auch hier gilt: wer nicht genau plant und die Ausrüstung genau auf seinen Charakter abstimmt, hat keine Chance.

Das Startmenü von Desktop Dungeons. Potthässlich oder extrem funktional? Wer mehr Grafik will, muss Geld ablöhnen für die Deluxe Version.
Die kniffligen Rätsel-Dungeons sind in 5-10 Minuten durchgespielt und das ist gut so. Denn durchgespielt heißt ziemlich oft: umgehauen vom Endgegner. Trotzdem macht das ungewöhnliche Spielprinzip absolut süchtig. Durch erfolgreiche Abenteuer schaltet man neue Klassen oder neue Spielmodi frei. Für RPG- und Rätsel-Fans ist das Spiel ein Muss!
Neben der Gratis-Version gibt es eine kostenpflichtige Deluxe Version. Das Spiel läuft auf PC & MAC.

Wenn man die 20 x 20 Karte erforscht hat, bleibt nur noch der Kampf gegen den knackharten Endgegner. Wer den schafft, bekommt neue Klassen, Monster und Items frei geschaltet.
Geschrieben am 25. Dezember 2010 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare
Es ist Weihnachten. Deshalb erstmal allerbeste Grüsse an alle Geeks & Gamer, alle Raider & Rulorz und insbesondere an alle, die heute vielleicht allein vor dem Rechner hängen müssen.
Aber nun ist gut mit Weihe und Salbung. Die Top 5 2010 gehen weiter:
Top 4: Puzzle Quest – Challenge of the Warlords (PS3)
Gaming-Daddies sind immer auf der Suche nach Spielen, die man zusammen mit den Kinderchen zocken kann. (Fast) jeden Abend gibt es bei uns eine heilige halbe Stunde; nach dem Vokabeln-Üben und Quadratzahlen-Abfragen, versteht sich. Wenn Mama sich zu WOW verzieht, huschen wir unter die Bettdecke vor die PS3 oder wii und daddeln gemeinsam, bis es in die Heia geht. Aber die Ansprüche an Kinderspiele sind hoch und nur selten findet sich etwas, dass allen Spass macht UND halbwegs intelligent ist. Oft bleiben wir bei den üblichen Nintendo-Mario-Games hängen, aber dieses Jahr war es ein preiswerter Download aus dem PS3 Store, der uns mindestens 50 Stunden Spielspass brachte… Puzzle Quest: Challenge of the Warlords.
Die Idee, einen Bejeweled Clone mit einem (waschechten) Rollenspiel zu kreuzen, hört sich eigentlich bescheuert an. Aber wenn man zum ersten mal eine ganze Reihe Perlen durch einen Blitzstrahl-Zauber verpufft hat, ist man angefixt. Die Gameplay-Kombination aus kurzen, aber knackigen Puzzle-Kämpfen und dem Charakter-Entwickeln und Erkunden eines RPGs ist eine absolute Spielspass-Granate. Die rundenbasierte Natur der Kämpfe lädt zum Knobeln ein und bringt Kinderköpfe so richtig zum Rauchen! Vor allem Kids, die nicht ganz so daddel-fest sind, weil ihre Reflexe noch nicht durch jahrelanges Jump & Run scharf geschliffen wurden, trauen sich plötzlich an den Controller. Wenn man das Ziel hätte, den Kindern die eigene Strategiespiel-Sucht zu übertragen, wäre Puzzle Quest das Virus der Wahl. Aber natürlich sollen die Kleinen sich frei und unvoreingenommen entwickeln; wir sind ja keine altklugen Gaming-Pädagogen. Und der erste Shooter, den wir bei den Gören finden, wird sofort rituell von der Platte gewischt ;-D
Ach ja, wenn man im System-Menü der Playsie 3 die Sprache der Konsole auf Englisch umschaltet, installiert sich PQ natürlich auch in dieser Sprache. Womit wir wieder beim Vokabel lernen wären. Jetzt müssen wir noch ein Spiel für die Quadratzahlen finden…

Weltkarte ablatschen. 100% RPG. Wir haben übrigens jeden Winkel abgegrast. Die Kids sollen ruhig lernen, was ‘Charakter voll ausmaxen’ eigentlich bedeutet.

Rumms. Meteor Sturm. Ein bisschen magische Gewalt tut jedem Spiel gut.
Geschrieben am 13. Januar 2009 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || 1 Kommentar
Nach 25 Jahren Pen und Paper D&D (Dungeons & Dragons) hatte ich ziemliche Zweifel an der Umsetzung des D&D Rollenspieles durch Turbine. Und siehe da: mein erster Einstieg in das Spiel kurz nach dem Launch zeigte mir sofort, dass alle meine Zweifel begründet waren. Dungeons und Dragons Online (DDO) war komplex, nicht besonders hübsch und als MMO vollkomen unfertig. Das war übrigens im Jahr 2006 und ich war 100% auf dem WOW-Trip. DDO lief im Vergleich zu Blizzards Melkmaschine auf meinem damaligen Rechner nur sehr wacklig. Die Menüs wirkten klein und fitzlig. Ich rannte orientierungslos im unübersichtlichen Anfänger-Startgebiet rum und hatte nach gut zwei Stunden Trial Account die Schnauze gestrichen voll. Keine einzige Quest erledigt, kein einziges Monster gefunden und keinem anderen Spieler getroffen. Ergo: Spiel von der Platte wischen, zurück zu WOW.
Einge Jahre ziehen ins Land. Wir befinden uns inzwischen in 2008. Ich hatte mehrere MMOs ausgetestet und eine schwerste WOW-Allergie entwickelt. Vor allem hatte ich mir anlässlich meines (gescheiterten) AOC-Einstiegs einen neuen PC zugelegt. Aus meinen düsteren Erlebnissen in AOC und Tabula Rasa hatte sich für mich eine Grundregel heraus gebildet: Spiel kein MMO, das jünger als sechs Monate ist. Mit dieser Idee im Kopf (und einer ordentlichen Hardware im Rücken) beschloss ich zusammen mit einem Freund DDO noch einmal eine Chance zu geben.
Der Einstieg ins Spiel erwies sich trotz aller Erfahrungen als schwer. Wir wollten gerne den englischen Client benutzen, aber auf einem Server spielen, auf dem wir auch ein paar deutsche Gamer treffen würden. Zuerst landeten wir auf den US Servern. Als wir uns erkundigten stellten wir fest, dass wir mit den runtergeladenen US-Versionen nicht auf die Euro-Server connecten konnten. Was sollte dieser Mist denn? Schnell fanden wir heraus: der Hersteller Turbine betreibt die Euro-Server nicht selber, sondern hat diese Aufgabe komplett an den Vertriebspartner Codemasters weg gegeben. Grosse Klasse. Also nochmal nach einem britischen Client suchen, runter laden und neu bezahlen. Dabei traf uns beinahe der Blitz: ein einfacher Download-Verkauf von DDO war in Europa gar nicht vorgesehen. Einen Trial Account konnte man bekommen. Den wollten wir aber nicht. Ein zwei Jahre altes ABO-Game musste es doch als preiswerten Download zum Anfixen geben? Pustekuchen. Mehr als einen Bestell-Link zu Amazon war auf der Europa-Website nicht zu finden.
Über einen (irgendwie) dunklen Kanal gelangten wir via Google-Suche an einen Link aus einer abgelaufenen Marketing-Aktion, der zu einem Download-Client mit Freischaltungs-Code führte. Codemasters & Atari erwarten tatsächlich, dass sich ihr zwei Jahre altes Spiel immer noch fein über die Boxen bei MediaMarkt verkauft. Steinzeitmarketing. Kurz nachdem wir unseren Client dann zum Laufen gebracht hatten, erschien übrigens in den Codemasters-Foren dann auch die Ankündigung, dass DDO in Europa nun auch via Atari-Online Store zum Download bereit steht. Vielleicht kommt jetzt noch jemand auf die Idee, ein Affiliate-Programm oder eine Marketing-Kampagen auf den Gamer-Websites für das Spiel aufzusetzen? Auch auf den entsprechenden deutschen Gamer-Seiten war nichts über den Download-Client zu lesen. Wieso gehen solche News nur in die internen Foren, wo sowieso nur aktive Spieler rum hängen? Ich denke es sollen neue Kundegruppen erschlossen werden? Alle Leute wundern sich ständig, wie EVE-Online an seine Spieler kommt. Hier die Antwort: sie betreiben aggressive Online-PR und aggressives Online-Marketing. Auch WOW und WAR setzen inzwischen auf den Online-Vertriebsweg. Und man sieht ja, dass es offensichtlich ganz gut funktioniert…
Wie aber verlief meine Rückkehr in die DDO-Welt? Hat das Spiel die zwei Jahre “Reifezeit” genutzt und sich positiv weiter entwickelt? Dazu mehr in den nächsten Tagen an dieser Stelle.

Um ein Codemasters-Spiel Online zu kaufen ist Geduld und Hartnäckigkeit von Vorteil.