DDO Tipps & Tricks. Teil 2: die Klassen.

Geschrieben am 13. November 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Willkommen zum zweiten Teil des epischen Tipps & Tricks Specials der planaren Exploratoren zu Dungeons & Dragons Online: Eberron Unlimited (wie immer ab jetzt kurz DDO). Nachdem wir im letzten Teil die Grundlagen des Spieles erklärt haben, werden wir heute etwas Basiswissen vermitteln, das Ihnen bei der Auswahl der Charakterklasse helfen sollte. Komplette Charakter-Builds werden wir nicht liefern. Es geht uns mehr um eine Hilfestellung für Anfänger. Also, was sollte man über die DDO Chars wissen, bevor man loslegt?

Wichtig sind vor allem drei Dinge!

Erstens: es gibt kein sinnvolles PvP in DDO. Deshalb sind die Klassen nicht gegeneinander gebalanced. Es gibt also deutliche Unterschiede im Power-Level der Klassen.

Zweitens: in DDO kann man bis zu drei Klassen miteinander kombinieren. Jedes mal, wenn man eine neue der 20 Stufe erreicht hat, kann man sich entscheiden, ob der nächste Level in der alten Klasse stattfinden soll, oder ob man dem Charakter etwas anderes beibringen möchte. Das ist eine sehr große Freiheit, die aber auch die Gefahr der totalen Verskillung mit sich bringt. Einige Kombinationen aus Klassen sind sinnvoll, andere kompletter Crap! Dazu später mehr. Ach ja, der Fachbegriff bei DDO ist dafür Multiclassing.


Drittens: die offene Plätze in einer Gruppe kann man auch mit sogenannten Mietlingen (Hirelings) auffüllen. Das sind Nichtspieler-Charaktere, die vom Computer gesteuert werden. Oder auch nicht, denn die Burschen neigen des öfteren zu Total-Blackouts und stehen dann einfach nur dämlich in der Gegend herum. Trotzdem lohnt es sich fast immer, einen Mietling-Kleriker mit zunehmen, wenn man die Sechs-Mann Gruppe nicht voll bekommt. Jeder menschliche Spieler darf einen Mietling am Laufen haben, so dass man mit drei Leuten eine DDO-Gruppe rein theoretisch füllen kann. Die KI-Spieler können für einen recht günstigen Preis mit Ingame-Gold gekauft werden.

Etwas blass?
Im Charakter-Programm werden die Klassen nach Spielstil aufgeteilt. Wir machen das dann mal genau so…

Die Nahkämpfer

Der Kämpfer (Fighter). Viele Anfänger greifen in einem neuen MMO erst mal zum Kämpfer, um das Spiel zu testen. Das ist auch in DDO eine vernünftige Idee. Als reine Solo-Klasse ist der Kämpfer allerdings dadurch limitiert, dass er keine Heilmöglichkeiten hat. In kleinen Gruppen übernimmt er aber wie in anderen Spielen gerne die Rolle des Tanks. Man sollte außerdem wissen, dass Rüstungen (Rüstungsklasse, oder Armorclass) deutlich weniger Einfluss haben, als in anderen MMOs. Das bedeutet nicht, dass man nackt in den Dungeon rennen sollte, aber zumindest Schilde werden von DDO-Kämpfern extrem selten benutzt. Deshalb sollte man vor allem die Lebenspunkte (in DDO Trefferpunkte oder Hitpoints) maximieren und gleichzeitig zusehen, dass man ordentlich Schaden austeilt. Das wird traditionell durch fette Zweihandwaffen oder durch zweihändiges Kämpfen (in jeder Hand eine Waffe) erledigt. Da Kämpfer bereits ab der ersten Stufe fast alle Waffen und Rüstungen benutzen dürfen, wird der Kämpfer oft als zusätzliche Klasse mit nur einer Stufe in einem Multiklassen-Charakter eingebaut. Ach ja: bei den Attribute nicht nur Stärke und Konstitution steigern, sondern auch das Charisma. Das ist notwendig, weil es die Fertigkeit ‘Einschüchtern’ (Intimidate) beeinflusst, die dem Kämpfer dazu dient, die Aggro auf sich zu ziehen.

Der Barbar (Barbarian). Im Vergleich zum Kämpfer kann man den Barbaren wie folgt beschreiben: weniger Rüstung, mehr Schaden. Damit passt die Klasse ganz gut in die Mechanik von DDO. Natürlich engt man sich durch diese Auswahl stark in der Spielweise ein. Einen Kämpfer kann man jederzeit durch einen Respec in einer andere Richtung lenken. Ein Barbar bleibt für immer dadurch eingeschränkt, dass er nur wenige Rüstungen tragen darf. Er muss sich bei der Steigerung der Rüstungsklasse vor allem auf seine Geschicklichkeit konzentrieren, was aber prinzipiell keine schlechte Idee ist. Wir haben noch nie einen Barbaren probiert, aber wahrscheinlich ist er etwas schwerer zu spielen als ein Kämpfer, dafür aber nicht ganz so trocken (–> langweilig). Für Solo-Spieler ist Klasse wegen der fehlenden Heilmöglichkeiten nicht wirklich zu empfehlen.

Der Paladin. Wie in anderen MMOs (die das natürlich aus Dungeons & Dragons abgeschrieben haben), ist der Paladin ein Kämpfer mit Heil- und Zauberfähigkeiten. Er hat Zugriff auf fast alle Waffen und alle Rüstungen. Für Solo-Spieler ist er eine ordentliche Wahl, da er sich selber heilen kann. Damit ist der Pala ein Kämpfer mit Sicherheitsnetz. Gute Rüstung, dicke Trefferpunkte, eigene Buffs, eigene Heilung. Allerdings ist er im Gegenzug als Gruppenheiler kaum zu gebrauchen, da ihm zu schnell das Mana ausgeht. Und irgendwie ist er langweilig, oder?

Der Mönch (Monk). Dieses ist eine Klasse, die nur zahlenden Spielern (Abo oder Turbine-Shop) zur Verfügung steht. Mönche tragen noch weniger Rüstung als Barbaren – nämlich gar keine! Sie orientieren sich an fernöstlicher Kampfkunst und ziehen in schlabbrigen Sackkleidern ins Abenteuer. Trotzdem sind Mönche die Klasse, die die höchste Rüstungsklasse im Spiel erreichen kann, da sie nicht nur ihren Geschicklichkeitsbonus, sondern auch ihren Weisheitsbonus zur Rüstung addieren. Wenn man also diese beiden Attribute gezielt steigert (ein Muss für diese Klasse) und sich ansonsten auf Items konzentriert, die magische Rüstung erzeugen (z.B. Schutzringe!) kann man interessante Ergebnisse erreichen. Ein weiterer Punkt: der Mönch ist in der Auswahl seiner Waffen extrem eingeschränkt. Meistens schlägt er mit bloßen Händen zu. Mit Hilfe der sogenannten Bandagen (Handwraps) kann er seinen Handangriffen dann aber doch magische Eigenschaften verleihen, wie z.B. Feuerschaden. Der Mönch ist also in der Auswahl seiner Items ziemlich spezialisiert. Warum sollte man Geld für die Klasse ausgeben? Nun, der Mönch hat einen eigenen coolen Martial-Arts-Kampfstil. Seine Bewegungen sind individuell – man findet sie in keiner anderen Klasse. Außerdem verfügt er über eine ganze Menge Spezialfähigkeiten, die er Mittels der Ressource ‘Ki’ einsetzt. Ki baut sich im Kampf auf und ebbt schnell wieder ab, wenn man rum steht. Man kennt das vielleicht aus WOW von der Ressource ‘Wut’ des Kämpfers. Je nachdem welche Talente und Verbesserungen man sich während der Karriere zulegt, kann man seinen Mönch mit recht unterschiedliche Verteidigungsbuffs und auch Heilungszaubern ausstatten. Aus diesem Grund sind Mönche auch als Solo-Klasse gut zu gebrauchen. Die Exploratoren haben diese Klasse bis Stufe 8 gespielt und wir hatten auf jeden Fall unseren Spaß. Mönche sind cool.

Der Mönch: hoher Coolnessfaktor. Leider nur gegen Echt-Geld zu haben.
Der Mönch: hoher Coolnessfaktor. Leider nur gegen Echt-Geld zu haben.

Die Zauberwirker

(Was für eine blöde Übersetzung. Naja, Magicuser ist auch nicht gerade elegant.)

Der Hexer (Sorcerer). Dieses ist so ziemlich die einfachste aller Magie-Klassen. Der DDO-Hexer kommt am nächsten an das Bild der magischen Artillerie heran. Im Gegensatz zu anderen Zauber-Klassen stehen ihm nur wenige unterschiedliche Sprüche zur Auswahl. Als Ausgleich für diese Einschränkung kann er diese Sprüche allerdings aufgrund seines üppigen Mana-Pools wesentlich öfter nutzen, als z.B. ein Magier. Man sollte dabei bedenken, dass sich Mana bei DDO nicht automatisch regeneriert. Die meisten Spieler beschränken sich beim Hexer deshalb darauf, einen extrem leistungsfähigen Schadens-Charakter zu spielen. Feuerbälle vom Fließband. Natürlich sind auch andere Spezialisierungen denkbar: z.B. ein Controller, der sich auf das Bezaubern der Gegner konzentriert. Auf den Servern wird man so etwas aber nur extrem selten treffen. Als Solo-Klasse ist der Hexer leider ziemlich sinnlos, da man mit roher Feuerkraft in DDO alleine nicht weit kommt. Im Gruppenspiel aber eine echte Bereicherung.

Der Kleriker (Cleric). Die Kleriker sind DIE Heilklasse in DDO. Zudem haben sie einen ordentlichen Vorrat an Trefferpunkten und dürfen jede Rüstung tragen. Lediglich in der Wahl der Waffen sind sie etwas eingeschränkt. Durch diese Kombination sind Kleriker sowohl als Solo-Charakter, als auch in großen oder kleinen Gruppen extrem gut spielbar. Heilung wird einfach immer gebraucht. Hinzu kommt, dass diese Klasse über eine große Menge von Buffs verfügt, die das Überleben wesentlich vereinfachen. Noch ein Detail macht den Kleriker sehr beliebt: er ist die einzige Klasse, die anderen Spielern Manapunkte zukommen lassen kann. Fachbegriff dafür ist übrigens: ‘Mana schieben’. Für Anfänger eine echte Empfehlung. Außerdem brilliert diese Klasse im Kampf gegen Untote. Und davon gibt es in DDO reichlich.

blö
Kleriker: immer eine gute Entscheidung. Geheilt und gestorben wird immer.

Der Magier (Wizard). Hierbei handelt es sich um die zentrale Magie-Klasse. Der DDO-Magier ist nicht die mächtigste Magie-Klasse, denn was Schadenserzeugung angeht, hängt ihn der Hexer locker ab. Dafür ist er aber mit Abstand die vielseitigste Klasse überhaupt. Es steht ihm eine große Auswahl von Schadens-, Kontroll-, Buff und Unterstützungszaubern zur Verfügung. Da hierbei schnell die Übersicht flöten geht, ist die Klasse recht fordernd und für Anfänger nur bedingt geeignet. Auch als Solo-Charakter ist der Magier nur für Experten zur empfehlen.

Die Begünstigte Seele (Favored Soul, noch so eine tolle Übersetzung. Ok, das sollte uns hier nicht interessieren.) Die Begünstigte Seele ist kostenpflichtig – kann aber auch über das Farmen von Ruf-Punkten frei gespielt werden. Dafür muss man aber ein recht fettes Kontingent an Spielzeit einplanen. Die Klasse ist im Prinzip als Mischung aus Hexer und Kleriker aufgebaut. Es stehen ein paar Heilzauber zur Verfügung, die Auswahl ist aber deutlich eingeschränkt. Dafür ist der Mana-Pool mehr als üppig. Spezialfähigkeiten, wie das Mana-Schieben fallen aber leider weg. Am besten spielt sich die Begünstigte Seele als hoch effektive Heiler-Klasse mit brauchbaren Nahkampf-Fähigkeiten. Zuviel Abwechslung darf man dabei allerdings nicht erwarten. Zuhauen und heilen ist die Devise. Damit ist die Klasse für Solospiel natürlich sehr gut geeignet. Ob man dafür die Punkte im Turbine-Shop opfern muss, sei dahin gestellt. Unserer Meinung nach die langweiligste Klasse in DDO.

Die Spezialisten.

Der Waldläufer (Ranger). Manchmal auch fälschlicherweise als Förster bezeichnet. Wer erwartet, dass diese Klasse in einem Spiel, das hauptsächlich in Verliesen abläuft, wertlos ist, liegt falsch. Der Waldläufer ist eine der besten Fernkampfklassen. Im späteren Verlauf seiner Karriere bekommt er Zugriff auf eine Handvoll recht nützlicher Zauber. Wichtig: im Gegensatz zu vielen anderen Fantasy-MMOs ist der Waldläufer KEINE Pet-Klasse. Dafür perfomt er halbwegs brauchbar im Solo-Betrieb. Aufgrund seiner sehr schwachen Heilfähigkeiten ist der Waldi aber meistens auf Zauberstäbe angewiesen. Was übel ins (virtuelle) Geld gehen kann.

Der Schurke (Rogue). Etwas ganz Besonderes. Als einzige frei zugängliche F2P-Klasse kann er mit den Fallen in den DDO-Dungeons fertig werden. Und die sind ein wichtiger Teil des Spieles. Die meisten Fallen kann man zwar umgehen, leider verzichtet man dadurch aber oft auf zusätzlichen Loot. Besonders in hohen Leveln (Stufe 15-20) verursachen Fallen ziemlich viel Schaden, so dass der Schurke im Gruppenspiel gern gesehen wird. Da er leider absolut keine Heilmöglichkeiten hat, ist er als Solo-Klasse extrem schwer zu spielen. Weiterhin taugt der Schurke wie in vielen anderen MMOs zum Schaden austeilen, wenn man die notwendigen Stealth-Fähigkeiten ausbaut. Auch als Fernkampfklasse macht er Spaß.

Der Barde (Bard). Noch eine Klasse, die man kaum in anderen MMOs findet. Barden machen Musik, klar. Wozu braucht man das? Zum Buffen. Die Bardenbuffs gehören zu den besten Verstärkungszaubern im Spiel. Und da sie prinzipiell gar keine Zauber sind (sondern Musik), lassen sie sich nicht durch Gegenmaßnahmen debuffen. Nebenbei darf der Barde auch auf eine Handvoll (echter) Zauber zugreifen. Die sind meistens für Crowd-Control nützlich. Aufgrund seiner dünnen Rüstungen und eingeschränkten Heilmöglichkeiten ist er ein miserabler Solo-Charakter. In Gruppen wird er dagegen gerne gesehen.

Der Magieschmied (Artificer). Die neueste Klasse von DDO. Leider steht sie nur den Abo-Spielern kostenfrei zur Verfügung. Der Rest muss zahlen. Die planaren Exploratoren haben das gemacht und konnten fest stellen, dass der Magieschmied eine ziemlich coole Angelegenheit ist. Sie ist die erste echte Pet-Klasse von DDO. Und da der Magieschmied eine Art Steampunk-Zauberer ist, hat er statt einer Schmusekatze einen Blechhund dabei. Zudem teilt er ordentlich Schaden aus UND hat die Möglichkeit Fallen zu entschärfen. Wenn man als Rasse einen Kriegsgeschmiedeten auswählt, kann sich der Magieschmied sogar alleine heilen (pardon, reparieren). Dann hat man die optimale Solo-Klasse. Das geht natürlich nur über den Weg in den Turbine-Shop.

War’s das?

Soviel also zu den Basis-Klassen. Wie bereits erwähnt, kann man in DDO auch bis zu drei Klassen miteinander kombinieren. Hinzu kommen noch die sogenannten Prestige-Verbesserungen (Prestige Enhancements), mit denen man die Klassen noch weiter spezialisieren kann. Den Magier kann man so zum Beispiel in einen Nekromanten umwandeln. Man sieht schon, die DDO-Klassen sind eine Wissenschaft für sich, die den Rahmen dieses Artikel sprengt.

Mit der Auswahl der Klasse ist die Charakter-Erzeugung noch lange nicht zu Ende. Nach der Auswahl der Rassen müssen noch Punkte auf die sechs Attributen (Stärke, Geschicklichkeit, Konstitution, Intelligenz, Weisheit und Charisma verteilt werden. Dann werden Fertigkeiten (Skills), Talente (Feats) und später noch die Verbesserungen (Enhancements) ausgewählt. Die DDO Charaktere sind in der Tat kleine Meisterwerke ;-). Auf dieser Seite findet Ihr übrigens Turbines eigene Erklärung der DDO-Charktere. Gar nicht mal übel…

Und: im Charakter-Erschaffungsprogramm bietet DDO aber sogenannte ‘Pfade’ an, die speziell für Anfänger gedacht sind. Entscheidet man sich für einen Pfad, übernimmt das Spiel die Verteilung der komplexeren Werte. Dadurch verliert man zwar einen Großteil der Kontrolle über die komplexe Charakter-Entwicklung, läuft aber auch nicht in Gefahr sich hoffnungslos zu verskillen. Für Anfänger sehr zu empfehlen. Im nächsten Artikel werden wir uns dann mit den Rassen von DDO beschäftigen.

Und falls Sie Lust bekommen haben, dass Spiel mal auszuprobieren: hier gehts zur DDO-Homepage!

Damit einem die ganzen Zahlen und Begriffe nicht über den Kopf wachsen, kann man einen 'Pfad' für den Charakter wählen. Dadurch übernimmt der Computer die Auswahl der Sekundärwerte.
Damit einem die ganzen Zahlen und Begriffe nicht über den Kopf wachsen, kann man einen ‘Pfad’ für den Charakter wählen. Dadurch übernimmt der Computer die Auswahl der Sekundärwerte.

Die DDO-Tipps der Exploratoren. Teil 1: Grundlagen.

Geschrieben am 7. November 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Die planaren Exploratoren spielen seit 2008 das MMO Dungeon & Dragons Online: Eberron Unlimited (lieber kurz: DDO). In dieser langen Zeit (gefühlt 10 Jahre) haben wir einiges mit dem Spiel erlebt: zahlreiche neue Updates, den Wechsel auf Free to Play, den Streit zwischen Turbine, Atari und Codemasters und die Eröffnung des deutschen Servers. Über all das haben wir Tonnen von Text hier auf unserer Website verbreitet. Von einer Sache haben wir aber bisher die Finger gelassen: Tipps & Tricks. Das soll sich ändern! Denn DDO ist zwar Action-basiert und bunt – aber leider kein bisschen einfach. Die Umsetzung der Dungeons & Dragons 3.5 Pen’n'Paper Regeln ist (unserer Meinung nach) toll gelungen; aber sie ist hoch komplex. Und auch die Struktur des Free to Play Modells ist nicht gerade durchsichtig. Es gibt also eine paar Dinge, die man wissen sollte, bevor man sich einen Account anlegt. Wir beginnen deshalb unserer Tipps & Tricks Reihe mit den Grundlagen… was für ein Spiel ist DDO eigentlich?


Dungeons & Dragons Online ist kein WOW.

Spieler, die eine preiswerte Abwechslung von Blizzards Mega Seller MMO suchen, sind bei DDO herzlich willkomen. Man sollte aber wissen, dass sich das Spiel sehr stark vom klassischen Erfolgsmodell unterscheidet. Erstens: DDO ist instanziert. Die Dungeons und Aussengebiete, in denen die Abenteuer statt finden, sind alle über die zentrale Stadt ‘Stormreach’ erreichbar. Hier kann man dann auch andere Spieler treffen. In den Dungeons ist man aber alleine, mit einer sechs Mann-Gruppe oder mit einem Raid unterwegs. Das Fehlen einer großen, verbundenen Spielwelt ist zwar schade, dafür erlaubt es aber einen aufwendigeren grafischen Look. Vor allem die hochauflösenden Texturen sehen (auch heute, 5 Jahre nach dem Launch von DDO) noch klasse aus. Und man sollte sich nicht täuschen: das Spiel ist riesig, denn es wurden kontinuierlich Dungeons, Aussengebiete und auch neue Stadtteile von den Entwicklern hinzugefügt. Für Weltenentdecker gibt es auf jeden Fall genug zu tun. Nicht umsonst kleben die planaren Exploratoren seit 3 Jahren an dem Spiel.

DDO hat einen eigenen Grafik-Stil. Die Engine benutzt hoch aufgelöste Texturen, Wetter und sogar ein paar nette DX11 Effekte.

Dungeons & Dragons Online ist keine Standard-Kost.

Dungeons & Dragons Online basiert auf dem klassischen Pen’n'Paper System D&D. Im Unterschied zu vielen anderen D&D-Computerspielen greift es aber nicht auf die beliebte Spielwelt der ‘Vergessenen Reiche’ (Forgotten Realms) zurück. Also kein Neverwinter, Tiefwasser, Drizzt Do’urden und kein Elminster. Statt dessen erkundet man die recht ungewöhnliche Welt Eberron. Auch hier trifft man die genre-üblichen Elfen, Zwerge, Halblinge (keine Hobbits!) und Orks. Die Welt fühlt sich aber bedeutend moderner an! Magie kommt in Eberron als konsequenter Ersatz zur Technik zum Einsatz. Beispiele hierfür sind die Luftschiffe, die mit Hilfe von Elementar-Energie angetrieben werden, oder die roboterartigen Kriegsgeschmiedeten (Warforged), die als Spielerrasse gewählt werden können. DDO bekommt dadurch einen deutlichen Steampunk-Touch.

Fast ein T1000. Die Warforged (deutsch: Kriegsgeschmiedeten) vermitteln gut das leichte Steampunkt-Feeling der Spielwelt Eberron.
Fast ein T1000. Die Warforged (deutsch: Kriegsgeschmiedeten) vermitteln gut das leichte Steampunkt-Feeling der Spielwelt Eberron.

Dungeons & Dragons Online ist schnell.

DDO bietet zwar eine Auto-Attack-Funktion, aber die nützt nicht viel. Die Kämpfe des Spieles sind nämlich stark Action-lastig. Zuschlagen geht nur, wenn man in Reichweite ist. Man kann springen, klettern, ausweichen, den Gegner einkesseln und hinter einer Ecke in Deckung gehen, denn Geschosse und Zauber treffen nur, wenn eine Sichtlinie besteht. Das Spiel ist zwar kein Shooter-MMO, bietet aber ein willkommene Abwechslung zum langweiligen Timer-starren-Button-klicken der restlichen Spiele am Markt. Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Standard MMO-Suppe: es gibt keine automatische Heilung. Die Trefferpunkte- und Mana-Balken füllen sich nur durch Magie oder durch Pausen an den sparsam verteilten Rast-Schreinen (rest-shrines). Der Schwierigkeitsgrad und der taktische Anspruch des Spieles liegt deswegen im Vergleich mit anderen MMOs recht hoch! Vielleicht hat das Spiel auch deswegen den Ruf, nicht gerade solo-freundlich zu sein. In der Tat ist es so, dass man in der unteren Leveln des Spieles als Einzelspieler noch recht gut klar kommt. Spätestens ab Stufe 10 wird das aber zunehmend schwerer. Am besten spielt sich DDO mit einer 4 Mann Gruppe. Wenn man dabei alle Basisklassen (Krieger, Magier, Kleriker, Schurke) abgedeckt hat, kommt man fast überall gut durch. Für leere Plätze in der 6 Mann Gruppe stehen noch die Mietlinge (Hirelings) zur Verfügung. Die sind allerdings wegen ihrer eingeschränkten (–> doofen) KI nur sehr begrenzt einsetzbar. Ach ja, auch das stereotypische Monster-Grinden fällt in DDO flach. Erfahrungspunkte bekommt man in erster Linie nur für komplett abgeschlossene Abenteuer.

Die Kämpfe in DDO sind schnell und mit viel Bewegung verbunden. Da wird es leicht mal unübersichtlich...
Die Kämpfe in DDO sind schnell und mit viel Bewegung verbunden. Da wird es leicht mal unübersichtlich…

Dungeons & Dragons Online ist ein echtes Free to Play Spiel.

Gar kein kein Abo? Blödsinn! Natürlich kann man auch in Dungeons & Dragons Online ein (recht günstiges) Abo abschliessen. In diesem Fall steht einem praktisch das komplette Spiel offen und man erhält eine monatliches ‘Taschengeld’  in Form von Gratis-Turbine-Punkten, die man im Turbine-Shop für virtuelle Güter verprassen kann. Selbst wenn man das Abo wieder kündigt, bleiben diese Punkte erhalten. Das Abo ist natürlich in erster Linie sinnvoll für Spieler, die DDO als Full-time MMO angehen. Wer gezielt bis Stufe 20 vorstoßen möchte, wer möglichst viele der abgefahrenen Abenteuer spielen möchte, sollte hier zuschlagen. Durch die 500 monatlichen Gratis-Punkte sammelt man schnell genug ‘Vermögen’ an, um sich wirklich interessante Komfort-Funktionen zuzulegen. Wir werden das in einem späteren Artikel genauer betrachten. Wichtig: alle Upgrades wie neue Rassen oder Klassen, die man erwirbt, sind automatisch auf allen Servern frei geschaltet. Wer das Spiel nur nebenher spielt, oder mal rein schnuppern möchte, braucht weder das Abo, noch den Turbine Shop. DDO ist rein theoretisch komplett gratis (durch-)spielbar, denn es gibt kostenlose Inhalte (Abenteuer) auf fast allen Stufen. In diesem Fall ist man allerdings gezwungen, die freien Inhalte mehrmals durchzuspielen um auf diese Weise XPs zu grinden (also doch grinden…).

Der Turbine-Store. DDO finanziert sich vor allem durch den Verkauf der einzelnen Abenteuer-Instanzen. Die Preise reichen dabei von ca. 2,00 € bis hoch zu 15,00 € für sehr große Inhalte-Pakete.
Der Turbine-Store. DDO finanziert sich vor allem durch den Verkauf der einzelnen Abenteuer-Instanzen. Die Preise reichen dabei von ca. 2,00 € bis hoch zu 15,00 € für sehr große Inhalte-Pakete.

Dungeons & Dragons Online ist cool, weil es Dungeons & Dragons ist.

Das Spiel basiert auf dem ältesten Rollenspiel der Welt. Fast alles, was man in irgend einem X-beliebigen Fantasy (-Computer) Spiel findet, stammt aus Dungeons & Dragons. Das sich natürlich seinerzeit grosszügig bei Buch-Vorlagen wie dem Herrn der Ringe bedient hat. Trotzdem bietet das Spiel noch eine Menge Dinge, die man noch nicht überall gesehen hat. Dazu zählen unter anderem eine extrem bunte & kreative Sammlung von Monstern, Tonnen von Zaubersprüchen, ungewöhnliche Charakterklassen und skurrile Schauplätze wie die alternativen Existenzebenen voller Engel, Teufel & Dämonen. Wer in diesem Spiel nur in den Wald geht, um Orks zu erschlagen, hat selber Schuld – es gibt extrem viel zu entdecken. Dazu passt übrigens sehr gut die Art der Präsentation: die Grafik ist bunt, aber nicht knallig. Besonder die Monstermodelle sind Hingucker. Etwas ganz besonderes ist übrigens die Dungeon-Master Voice: an bestimmten Abschnitten kommentiert ein Sprecher aus dem Off  die Handlung in der Art eines Pen’n'Paper Spielleiters. Ach ja…. die deutsche Übersetzung ist übrigens eher amüsant als gelungen. Das Spiel sollte, wenn es geht, in Englisch gespielt werden. Die Umstellung ist kinderleicht, nicht verbunden mit irgend einer Form der Zensur und lässt sich jederzeit schnell rückgängig machen.

Sie können die Sprache, in der Sie DDO spielen möchten, jederzeit mit einem Klick im Launcher wechseln. Wir empfehlen trotz allem Englisch.
Sie können die Sprache, in der Sie DDO spielen möchten, jederzeit mit einem Klick im Launcher wechseln. Wir empfehlen trotz allem Englisch.

Damit ist eigentlich das Wichtigste gesagt. DDO ist nicht für jeden – und das ist gut so! Die planaren Exploratoren werden nun in den kommenden Wochen auf die Details des Spieles näher eingehen. Welche Charaktere sollte man als Anfänger nehmen? Was muss ich als Solo-Spieler in DDO beachten? Wie funktioniert das komplexe Item-System? Welche Abenteuer lohnen sich als Kauf im Turbine-Store? Bleiben Sie dran, wir bleiben es auch ;-)

Und falls Sie Lust bekommen haben, dass Spiel mal auszuprobieren: hier gehts zur DDO-Homepage!

Seltsame Orte, skurille Monster. Hier ein Blick in den berühmten vertikalen Dungeon 'The Pit', der auch von alten DDO-Hasen immer noch als echte Herausforderungen angesehen wird.
Seltsame Orte, skurille Monster. Hier ein Blick in den berühmten vertikalen Dungeon ‘The Pit’, der auch von alten DDO-Hasen immer noch als echte Herausforderungen angesehen wird.

Neverwinter wird ‘echtes’ Dungeons & Dragons MMO

Geschrieben am 6. Oktober 2011 in MMO-Szene, Netzkultur, RPG von Reaktorblock || Keine Kommentare

Nach langem hin und her hat Cryptic (Star Trek Online) die Katze aus dem Sack gelassen. Ihr geplantes Neverwinter Online/Multiplayer/nicht so ganz MMO wird doch ein MMO! Und zwar ein Free2Play Titel. Hm.

Wie kommt der plötzliche Sinneswandel zu Stande? Vielleicht hat es mit Perfect World Enteratinemnt, dem neuen Eigentümer von Cryptic zu tun? Perfect World Entertainment (aus Asien) hat viel Erfahrung mit F2P MMOs. Und möglicherweise haben sie auch mehr Kohle auf dem Konto um einen Rechtsstreit mit Turbine und Warner Bothers um die D&D-MMO-Lizenz zu wagen.

Aber den D&D-Nerds ist das wahrscheinlich egal. Die machen sich eher Sorgen um die Qualität des Spiels. Denn Cryptic ist nach ihrem (eher holprigen) Star Trek MMO nicht mehr als Garant für gutes Gameplay bekannt. Der Hinweis, daß sich das neue Neverwinter Nights am Action MMO Vindictus orientieren soll, wird wahrscheinlich auch niemanden glücklich machen. Die Exploratoren hatten Vindictus für genau 24 Stunden getestet (Download mit DSL2000 eingerechnet). Und dann wegen himmelschreiender Stupidität von der Platte gewischt. Aber immerhin: Vindictus war das erste Spiel, das wir gesehen haben, bei dem nicht nur die Haare, sondern auch die Titten bei jeder (ja, jeder!!!) Körperbewegung sekundenlang wackelten. Ein Meilenstein.


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