Ein Griessbrei namens Startgebiet
Geschrieben am 19. Januar 2009 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare
Viele Spieler betrachten Age of Conan als Voll-Flop. Das kann wahr oder unwahr sein, aber eines muss man dem Spiel lassen: es hat bewiesen, wie wichtig ein durchdachtes Startgebiet für ein MMO ist. Schon in der Literatur gilt: wenn es dem Autor nicht auf der ersten Seite gelingt, seine Leser zu faszinieren, muss er damit rechnen, dass sein Buch ungelesen in den Papiermüll fliegt. Diese Erkenntnis macht sich inzwischen auch bei den Spiele-Designern breit. Konsequenterweise haben zahlreiche MMOs, die bereits seit einiger Zeit auf dem Markt sind, ihre Startgebiete überarbeitet und mit neuen, schickeren Anfängerquesten aufpeppt. Auch Dungeons & Dragons Online (DDO) hat mit dem letzten Patch vom Dezember 08 eine neue Startzone nachgeliefert. Und die Planaren Exploratoren haben keine Mühen und Abo-Gebühren gescheut, um dieses aufpolierte Gebiet zu erkunden. Lest also von den ersten Ergebnissen unserer ‘Expedition Eberron‘:
Der Start in die DDO Welt ‘Eberron’ findet auf der Insel Korthos statt. Die Parallelen zum Spielbeginn von Age of Conan sind offensichtlich: auch in DDO beginnt man als Gestrandeter auf einer Südsee-Insel ohne Hab und Gut. Und genau wie in der AOC Stadt ‘Tortage’ verhindert eine finstere Macht, das man die Insel als freier Mann (Spieler) verlassen darf. Hier enden aber die Gemeinsamkeiten. Während bei Age of Conan ein Piraten-Diktator das grosse Hindernis ist, bekommt man es bei DDO mit einem leibhaftigen Eis-Drachen zu tun. Immerhin heisst das Spiel ja Dungeons & Dragons Online. Wer für Drachen bezahlt, bekommt auch Drachen. Man muss sodann in einer dichten Kette von Abenteuern hinter das Geheimnis kommen, das den weissen Drachen auf die kleine Insel geführt hat. Erst wenn man das lästige Reptil los ist, kann man die Insel verlassen und sich in die freie Spiel-Welt von DDO stürzen. Erst muss man sich durch den Griessbrei fressen, dann darf man ins Schlaraffenland.
So dröge ist der Griessbrei (Korthos) allerdings gar nicht. Die Story läuft in einer Handvoll von Instanzen und in einem Aussengebiet ab und macht den Spieler nach und nach mit den Mechanismen und wichtigsten Fähigkeiten eines DDO-Charakters vertraut. Nebenbei nutzt das neue Startgebiet die erweiterten Möglichkeiten der DDO-DX10-Grafik-Engine besser aus, als die herkömmliche Startzone in ‘Stormreach‘. Man bekommt einiges fürs Auge geboten: so herrscht durch die Anwesenheit des Eisdrachen auf der Tropeninsel eine kleine Eiszeit, was zum Beispiel zu hübschem Schneegestöber in den Aussengebieten führt. Klima-Wandel á la DDO.
Der Mikro-Kosmos der neuen Startzone hält den Spieler ca. 4-8 Stunden gefangen, bis man schliesslich die Insel verlassen darf. Wenn man endlich im Hafen von Stormreach angekommen ist, macht sich auf den ersten Blick sogar etwas Enttäuschung breit, denn hier trifft man auf die zwei Jahre alte Grafik aus den Anfangstagen des Spieles. Die ist zwar nicht schlecht, reicht aber nicht an die neu designten Gebiete heran. Aber auch das Hafenviertel hat seine versteckten Abenteuer-Perlen. Darüber berichten die Planaren Exploratoren aber zu einem anderen Zeitpunkt…

Zur neuen Startzone gehört ein schmuckes Aussenareal, in dem Schnee auf tropische Vegetation rieselt. Die Aussengebiete bei DDO bieten die einzige Möglichkeit zum klassichen XP-'Grinden'. Das restliche Spiel findet komplett in den stimmigen Dungeon-Instanzen statt.

Hier beobachtet Marcelian von den Planaren Exploratoren wie ein angenervter Eis-Drache seinem bisherigen Arbeitgeber die Kündigung ins Gesicht bläst. Ziel des Abenteuers ist es, dem Reptil seine üblen Arbeitsbedingungen vor Augen zu führen. Der Rest erledigt sich von alleine.

Ein zwergischer Zauberer, vor den Toren des einzigen Dorfes auf Korthos. Auf der Insel warten 10 Abenteuer auf die Spieler. Neben dem Drachen trifft man auf Sahuagins (Fischmenschen), Kultisten, Untote und Spinnen.
