Neverwinter wird ‘echtes’ Dungeons & Dragons MMO

Geschrieben am 6. Oktober 2011 in MMO-Szene, Netzkultur, RPG von Reaktorblock || Keine Kommentare

Nach langem hin und her hat Cryptic (Star Trek Online) die Katze aus dem Sack gelassen. Ihr geplantes Neverwinter Online/Multiplayer/nicht so ganz MMO wird doch ein MMO! Und zwar ein Free2Play Titel. Hm.

Wie kommt der plötzliche Sinneswandel zu Stande? Vielleicht hat es mit Perfect World Enteratinemnt, dem neuen Eigentümer von Cryptic zu tun? Perfect World Entertainment (aus Asien) hat viel Erfahrung mit F2P MMOs. Und möglicherweise haben sie auch mehr Kohle auf dem Konto um einen Rechtsstreit mit Turbine und Warner Bothers um die D&D-MMO-Lizenz zu wagen.

Aber den D&D-Nerds ist das wahrscheinlich egal. Die machen sich eher Sorgen um die Qualität des Spiels. Denn Cryptic ist nach ihrem (eher holprigen) Star Trek MMO nicht mehr als Garant für gutes Gameplay bekannt. Der Hinweis, daß sich das neue Neverwinter Nights am Action MMO Vindictus orientieren soll, wird wahrscheinlich auch niemanden glücklich machen. Die Exploratoren hatten Vindictus für genau 24 Stunden getestet (Download mit DSL2000 eingerechnet). Und dann wegen himmelschreiender Stupidität von der Platte gewischt. Aber immerhin: Vindictus war das erste Spiel, das wir gesehen haben, bei dem nicht nur die Haare, sondern auch die Titten bei jeder (ja, jeder!!!) Körperbewegung sekundenlang wackelten. Ein Meilenstein.


Endlich Update 11 für DDO angekündigt. Und es wird fett.

Geschrieben am 9. August 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Aufwachen DDO Spieler! Endlich bringt Turbine interessanten neuen Content. Wie auf der DDO Website zu lesen ist, erscheint im September das DDO Update 11, dass sich in erster Linie mit Crafting beschäftigt. Das sollte nun niemanden überraschen, der die Entwicklung von DDO in diesem Jahr verfolgt hat. Womit aber keiner gerechnet hat, ist das Turbine tatsächlich eine komplett neue Klasse einführt: den Artificer. Ein mutiger Schritt, denn die Integration neuer Klassen stellt immer eine grosse Herausforderung an das Gamebalancing. Insbesondere wenn es sich wie beim Artificer um eine ziemlich neue Art von Klasse handelt!

Der Artificer (heisst auch im Deutschen so, Gott sei Dank, es hätte auch echt bescheuert klingen können…) wird ein Crossover von Dieb und Magier mit einer Spezialisierung für das Erschaffen und  Benutzen von magischen Gegenständen. Die Klasse ist übrigens eine Besonderheit der technisch-magischen Spielwelt Eberron und ist in klassischen D&D Welten, wie den vergessenen Königreichen unbekannt. Die Artificer gehören zu dem neu eingeführten Drachenmal-Haus (Dragonmarked House) Cannith, das tief verwurzelt in der Eberron Hintergrundgeschichte ist. Unter anderem war Haus Cannith verantwortlich für die Erschaffung der Warforged (Kriegsgeschmiedete). Die Einführung eines neuen Drachenmal-Hauses müsste natürlich ein neues Stadtgebiet (die entsprechende Enclave des Hauses) und die Einführung eines neuen Drachenmal-Feats nach sich ziehen. Wenn man dann noch sämtliche Enhancement Linien betrachtet, die zu einer neuen Klasse dazu gehören, wird schnell klar, dass mit Update 11 endlich wieder ein richtig fettes Update vor der Tür steht.

Und wer jetzt Lust hat, DDO mal gratis zu testen, klickt hier und legt einen free-to-play Account an.

Die Konzept-Zeichnungen sehen verdammt interessant aus. Neue Bracers?
Die Konzept-Zeichnungen sehen verdammt interessant aus. Neue Bracers?



Mythos. Entzaubert.

Geschrieben am 13. April 2011 in MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Mythos. Das Spiel hat eine Geschichte. Erst war es das Edel-Diablo vom Diablo-Super-Designer Bill Roper. Eigentlich nur ein Abfallprodukt seiner Firma Flagship Studios, dass als Netzwerktest für das Hauptprojekt Hellgate: London dienen sollte. Da es aber alle soooo cool fanden, machte man kurzerhand ein komplettes Spiel draus. Aber schließlich endete alles mit einem grossen Knall. Hellgate: London wurde von der Kritik verrissen, die Flagship Studios gingen den Bach runter und das kleine, schnucklige Mythos wurde von einer koreanischen MMO-Grinder-Schmiede (Hanbit Soft) aus der Konkursmasse raus gekauft. Danach folgten eine lange Odyssee, bis das Spiel schliesslich von der deutschen Firma Frogster für den Euro-Markt lizensiert wurde. Die planaren Exploratoren haben sich in die Beta gewagt. Einen Diablo-Clone spielen wir ganz gerne mal (zwischendurch). Und ein Spiel mit so einer bewegten Historie müssen wir uns einfach ansehen.

Keine Elfen, keine Zwerge, keine Zauberer mit doofen Hüten. Dafür unser Satyr, der sich mit der Schrotflinte durch die Level ballert. Soweit Ok.

Zuerst sollte klar sein: das Spiel ist nicht neu. Die geplante Veröffentlichung von Mythos wäre wahrscheinlich irgendwann 2008 gewesen. Das sieht man leider auf den ersten Blick. Die Modelle und Charactere sind in niedlichem Comic-Stil mit viel Manga-Anleihen, hauen aber niemanden vom Hocker. Die Texturen sind nett aber ziemlich grob aufgelöst. Also: Design ist ok. Technik ist naja. Aber wie sieht der Rest aus?

Irgendwie hatten wir erwartet, dass die Zeit, die Mythos auf dem Buckel hat, genutzt wurde, um ein wirklich rundes Spiel draus zu machen. Leider Fehlanzeige. Das Game hat zahlreiche Ecken und Kanten. Nach der Installation bestätigt man zum Beispiel einen Nutzungsvertrag mit den bereits erwähnten Flagship Studios. Leider sind die schon seit drei Jahren pleite. Siehe oben. Das hat zwar nichts mit dem Spielspass zu tun, vermittelt uns aber das Gefühl, dass wir es hier mit ungeliebtem Softwareschrott zu tun zu haben. Offensichtlich hatte niemand bei Hanbit oder Frogster in den letzten zwei Jahren Zeit, diesen vollkommen nutzlosen Textfetzen zu entfernen oder upzudaten. Auch ingame tauchen englische Texte auf, die nicht auf die Buttons passen oder Rechtschreibfehler enthalten. Ok, drücken wir mal beide Augen zu. Mythos ist ja schließlich noch in der Beta.

Man merkt schon, die Exploratoren waren nicht wirklich begeistert. Am meisten hat uns das chaotische Interface genervt. Sobald man Menüs wie den Charakterbogen oder das Inventory anklickt, schieben sich fette schwarze Felder von rechts ins Bild und quetschen den Sichtbereich zusammen. Unnötige Informationen wie die Minimap oder die Questliste werden dabei aber nicht ausgeblendet, sondern schieben sich über den letzten offenen Sichtbereich und machen so das Chaos perfekt.

blah
Listen, Karten, Klötzchen und viele leere schwarze Flächen. Wer hat sich das ausgedacht? Im Ernst liebe Frogsters: wozu brauche ich eine Minimap, wenn ich in mein Inventory gucken will?

Ebenfalls unschön: die Soundkulisse. Hier stimmt die Abmischung nicht. Wenn man vor den Questgebern steht, dröhnen ständig irgendwelche überflüssigen Wooooschs und Boooms aus den Boxen. Wir konnten noch nicht mal raus kriegen, wie die eigentlich verusacht wurden. Diese Mega-Furze waren so penetrant, dass wir kurz davor waren, das Boxenkabel zu kappen. Die Dialogzeilen der NPCs sind dagegen so leise, dass man erst beim dritten oder vierten Hören überhaupt bemerkt, dass die Burschen ja sogar sprechen können. Viel verpasst man dabei nicht, denn zumindest die Sprecher in der englischen Version klangen ziemlich gelangweilt. Generell hinterlassen die Aussengebiete keinen guten Eindruck. In den kleinen Open-World-Bereichen herrscht ein ständiges Gedrängel, dass aus Spielern, Monstern und NPCs besteht. Auch in den Städten wird es nur wenig übersichtlicher.

Stau vor dem Quest-Verteiler. Immerhin bieten die Texte einen gewissen unfreiwilligen Humor. Jedenfalls in der englischen Version.

Im Gegensatz zu den Städten und Aussengebieten wirken die Dungeons, die man solo oder mit Gruppe betritt, erholsam und aufgeräumt. Hier trumpft das simple Gameplay auf und man kommt schnell in den netten Klick-Kill-Sammel-Flow, den man an dieser Art Spiel so schätzt. Aber: wieso musste man daraus eigentlich ein MMO machen? Spass kommt nur in den Kleingruppen-Dungeons auf. Komplexe Bosskämpfe sind bei den super-simplen Mechanismen eigentlich nicht machbar. Aber vielleicht irren wir uns ja, denn schließlich haben wir Mythos bereits mit Level 10 an den Nagel gehängt. Die Mythos-Community scheint ja mit dem Zustand zu frieden zu sein. Was also soll das Gejammer…

Mythos zeigt sich von seiner besten Seite. Mehr als nettes Dungeons-abgrasen sollte man nicht erwarten.

Kommen wir zum Schluss. Was ist dran an dem Spiel, dass durch so viele Hände gehen musste, bevor es in Europa ankam? In unseren Augen nicht viel. Mythos bietet ein komplexes Charakter-System mit Crafting und Achievements. Das konnte uns nicht bei der Free-to-Play-Stange halten. Wir glauben, dass das Hack’n'Slay Gameplay einfach nicht genug her gibt für ein komplettes MMO. Die Quests kommen über Killen und Sammeln einfach nicht hinaus. Dazu kommen die Probleme mit den Menüs, der nervige Sound und die veraltete Grafik. Wenn man nur nach einem simplen Diablo-Clone sucht, ist man nach Meinung der Exploratoren mit Titan-Quest besser bedient. Das Spiel ist zwar weder ein MMO, noch gratis, bringt aber das launige kleine Gruppenspiel für zwischendurch besser auf den Punkt. Und sieht hübscher aus. Und wirklich teuer ist es auch nicht.

Hin und wieder überrascht uns Mythos mit netten Aussichten und coolem Design. Leider zu selten.


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