Der Name des Monats: die Top 3 SWTOR Namens-Schocker!!!

Geschrieben am 29. Januar 2012 in Der Name des Monats, MMO-Szene, Netzkultur, swtor von Reaktorblock || Keine Kommentare

In unserer Rubrik ‘Der Name des Monats’ herrscht seit einer halben Ewigkeit Funkstille. Nicht, dass in der MMO-Welt plötzlich Stil und Benehmen eingekehrt wäre… ganz im Gegenteil. Praktisch täglich läuft man Charakteren über die Füsse (meistens am Postkasten), die es schaffen, nur durch ihre Namenswahl einen Rollenspieler in Schockstarre fallen zu lassen. Aber leider ist eine Eigenschaft der Stillosigkeit, dass sie eng mit der Einfallslosigkeit und dem Plagiat verwandt ist. Mit anderen Worten: ein blöder Name kommt selten allein. Irgendwo hat man alles schon mal gesehen. Gähn. Lohnt nicht für die Website.

Aber nun ist endlich wieder etwas Leben in unser Kabinett der Ideenlosigkeit gekommen. Warum? SWTOR! Das Spiel beschäftigt alle. Also auch die Deppen.


Und obwohl die Exploratoren sich extra einen RPG Server als Basis für die Fulltime-Wirklichkeitsflucht ausgesucht haben, ist es schier unglaublich, was man geboten bekommt. Das liegt natürlich auch daran, dass wir nach jahrelangem Nischenspiel (DDO) auf einem US-Server endlich wieder zurück in teutonischen Gefilden sind. Natürlich sind die Amis nicht etwa einfallsreicher. Aber auf Deutsch tun uns die verkorksten Namen unserer Mitspieler einfach noch viel doller weh. Also Vorhang auf für die Top 3 der einfallslosesten, albernsten und abgeschmacktesten Namen, die uns auf Zayne Carrick, unserer trauten Server-Heimat begegnet sind.

Platz 3.

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Ok, das ist ja noch ganz originell. Aber was will uns der Spieler damit eigentlich sagen? Dass man eine solide Ausbildung in Physik oder Philosophie haben sollte, bevor man mit ihm questen geht? Für alle geistig schwachen, die etwas Nachhilfe brauchen: hier ein passender Wiki-Link.

Platz 2.

platzi
Skywalkér. Dieser Name musste natürlich irgendwann kommen. Die traurige Wahrheit ist aber, dass es keine 2 Wochen Spielzeit gedauert hat (Vorbesteller-Phase mitgerechnet), bis uns dieser intelligente, einfallsreiche Mensch vor die Kamera gelaufen ist. Willkommen auf unserem RPG-Server. Wir freuen uns schon auf seinen alten Kûmpél näméns Hän Sölö.

Platz 1. Mit viel Abstand.

platzo
Wenn man MMOs spielt, um hin und wieder einen kleinen schmutzigen Chat zu haben (vielleicht mit Webcam auf dem Klo),  sollte man allen interessierten Dreckschweinen am Besten gleich klar machen, worauf man steht. Auf den RPG-Servern sind ja auch immer die heissesten Schnitten unterwegs. Gothics und Cosplayerinnen und so. Die stehen auf sowas. Was hier aber noch fehlt sind die echt relevanten Details. Also nächstes Mal: ‘Urinplantscher_28_30cm_HH-Ost’.

So. Das waren unsere Top-Favoriten. Aber auch auf den hinteren Plätzen gibt es noch einige wirklich nette Kandidaten, die man nicht unter den Tisch fallen lassen sollte…

platzu
Eléssar, der edle Elben-Jedi. Hat seinen Herrn der Ringe gelesen. Wahrscheinlich auch die Gedichte und die Anhänge. Und wenn er zufällig den einen Ring finden sollte, kann er ihn ja auch in den grossen Sarlacc werfen, falls er den Schicksalsberg nicht findet.

pltoo
Phallia. Da hat jemand gut aufgepasst in Latein.  Eventuell eine interessante Bekanntschaft, die man an Urinplantscher vermitteln könnte. Aber ob sie auch Bock auf Natursektspielchen hat? Wahrscheinlich reicht ihr auch einfach Khem Vals dickes Ding unter dem Lendenschurz…


Trotzdem noch Lust auf MMOs? Dann schnell zu Amazon und SWTOR-Krams kaufen…


Fallout New Vegas. Teil 1 der Exploratoren-Kritik: ein Spiel wie eine (kaputte) Kathedrale.

Geschrieben am 12. August 2011 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 5 Kommentare

Die Liste der Games, die die Exploratoren unbedingt noch spielen wollen, bevor wir in die Kiste hucken, ist verdammt lang. Aber nun haben wir es geschafft, eine der peinlichsten Lücken in unserer Gaming-Historie zu schliessen: wir haben ein Spiel aus der Fallout-Reihe durchgezockt. Und was sollen wir sagen? Fallout New Vegas (FONV) ist ein verdammtes Meisterwerk.

Wir können und wollen das Spiel nicht mit seinen Vorgängern vergleichen, weil wir Fallout 1-3 ja nicht gespielt haben. Möglicherweise sind diese Games orgineller und New Vegas ist nichts weiter als der vierte Aufguss eines tollen Konzeptes. Wenn man das Spiel aber allein stehend betrachtet, ist es echte Kunst. FONV hat nicht nur die Exploratoren begeistert, sondern auch in der Presse kam das Spiel gut an. Ein Kritikpunkt, den man allerdings immer wieder hört, ist die unspektakuläre Grafik. Auch hier stimmen wir zu: New Vegas ist potthässlich. Seit dem Erscheinen beschäftigen sich Horden von gelangweilten Programmierern mit kritischem Freizeitüberschuss (–> Modder) damit, die Optik des Spieles zu verbessern. Aber muss das wirklich sein? Unserer Meinung nach passt die triste Grafik perfekt zum Setting des Games. Sie zeigt uns eine zerbombte, verstrahlte Zukunft, in der niemand wirklich leben möchte. Selbst die ehemals schillernde Glücksspielmetropole Las Vegas wirkt wie ein armseliges Dreckloch. Und das ist gut so! Erst durch den Schmutz und den braunen Staub der traurigen amerikanischen Wüste entfaltet das Setting von Fallout New Vegas seine Wirkung, denn das Spiel ist eine Umkehrung des amerikanischen Traumes.

Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.
Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.

Die naive Zukunft, die wir in FONV kennen lernen, mit ihren albernen Blech-Robotern und klobigen Strahlenkanonen ist die selbe Art von Sience Fiction, wie man sie sich im selbstverliebten Amerika der 50er Jahre vorstellte. Der einzige und entscheidende Unterschied zwischen New Vegas und der Zukunftsvision der 50er ist: keine Zivilisation der Welt überlebt einen Nuklearkrieg. Während man in den Nachkriegs-USA davon ausging, dass man einem Atomschlag prima entgehen kann, wenn man sich hinter einem Schreibtisch duckt, zeigt Fallout brutal und zynisch was thermonuklearer Krieg bedeutet. Und diese Demontage der amerikanischen Naivität zieht sich stringent durch Optik, Musik und Handlung. Nichts ist gut, nichts ist schön, nichts ist sicher, niemand ist fair.

Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.
Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.

Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.
Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der postnuklearen Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.

Das Tolle daran: das Spiel macht trotz aller Finsternis einen Mordsspass. Das liegt zum einen am fiesen Humor. Aber auch der hohe Detailgrad, mit dem die Trümmerwüste beschrieben wird, ist beeindruckend. Es fällt schwer, in New Vegas mit seiner unverbrauchten Spielwelt (keine Elfen, keine Zwerge, keine Zauberer mit spitzen Hüten!) nicht zu versinken. Die Exploratoren haben ca. 70 Stunden Spielzeit in dem Spiel versenkt. Und wir haben lange noch nicht alles erforscht!

MMO-verwöhnte Casual-Gamer sollten aber vorsichtig sein, denn FONV ist nicht WOW. Es schmeisst viele kuschlige und lieb gewonnene Spielmechanismen über den Haufen. Wer damit rechnet, brav an die Hand genommen zu werden, um gemütlich von Belohnung zu Belohnung zu wandern, kann einpacken. Die Kämpfe sind hart, besonders am Anfang. Man muss sich eingehend mit dem Skill-System beschäftigen und man sollte auf keinen Fall glauben, dass man strategische Fehler in der Charakterplanung irgendwie ausgleichen kann. Verskillt ist verskillt. Lieber nochmal von vorne anfangen. Auch die eingebaute Pausen-Funktion (VATS) macht die Gefechte nicht einfacher. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass FONV sich mit einem gut geskillten Charakter auch ohne VATS prima spielen lässt. Mit einer problematischen Skillung hingegen wird das Spiel schnell zu Qual.

Das Item-System ist praktisch die Umkehrung sämtlicher moderner Konventionen: statt ständig bessere Gegenstände einzusacken, ist man die meiste Zeit verzweifelt bemüht, die Ausrüstung, die man sich hart erkämpft hat, in Schuss zu halten. Waffen benötigen ständig teure Munition und sämtliche Ausrüstung leidet stark durch Abnutzung. Der Verfall ist ein zentrales Thema des Spieles. Nichts bleibt für die Ewigkeit.

Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: ‘Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.’

Wenn man aber irgendwann mal den Bogen raus hat, passiert genau dass, was ein gutes Rollenspiel ausmacht: durch die ständigen Bemühungen wächst einem der Charakter (und seine schrottige Ausrüstung) fest ans Herz. Dann kann man die tollen Stories geniessen, die FONV erzählt. Man kann die skurrilsten Typen kennen lernen und sie seltsamsten Orte finden. Plötzlich wird das Spiel geschmeidig. Und damit das auch bei Ihnen passiert, haben die Exploratoren ein paar Tipps im nächsten Artikel zusammen gestellt, die den Einstieg etwas leichter machen sollten. Bleiben Sie am Radio! Und denken Sie dran, wenn es blitzt: duck and cover!!!

Teil 1 der Exploratoren Kritik: die Schönheit des Verfalls.

Teil 2 der Exploratoren Kritik: Tipps & Tricks

Tron: Legacy. Ganz wie der Papa.

Geschrieben am 3. Februar 2011 in DVD, Kino, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Es gibt ein paar spirituelle Grundannahmen und unveränderliche, allgemeine Standpunkte in der weltweiten Nerdkultur, an denen nicht gerüttelt werden darf. Zum Beispeil: Star Trek Doppel-Folgen sind besser als Star Trek Kino-Filme, die Krieg der Sterne Prequels mussten gemacht werden und mussten zwangsweise in die Hose gehen, der 4. Indy Film war überflüssig und… es müsste endlich mal eine Tron Fortsetzung gedreht werden. An letzteres hat keiner mehr geglaubt. Immerhin hat der Film seinerzeit die Disney Studios an den Rand des Ruins gebracht. Tron war aber auch der Film, der die Tür zum computeranimierten Kino aufstiess und der erste Hollywood-Streifen, der sich mit virtuellen Welten beschäftigte. Und siehe, dass Wunder ist geschehen. Und die Exploratoren haben es im Kino gesehen.

Zuerstmal: Tron Legacy ist genauso wenig perfekt wie sein Vorgänger. Die meisten Charaktere bekommen kaum eine Chance zu schauspielern, weil Drehbuch und Dialoge das einfach nicht vorsehen. Jeff Bridges, der Oscar-Dude, bekommt etwas mehr Platz eingeräumt. Und klar, sein knautschiges Gesicht gepaart mit seiner kauzigen Vaterfigur tun dem Film auf jeden Fall gut. Das war’s dann aber auch. Schade ist zum Beispiel, dass Tron, der Titel-gebende Charakter komplett an den Rand der Handlung gedrängt wurde. Er bekommt noch nicht mal ein Gesicht. Was übrig bleibt, ist eine nett skurrile Handlung, die vor den bösen Gefahren entfesselter Computer-Technik warnt. Computer Ok, aber Gott spielen? Das ist natürlich ganz, ganz böse und muss auf jeden Fall bestraft werden. Wenn es also echtes, neues Leben im Computer geben soll, dann muss es durch ein Wunder entstehen. Auch hier bleiben sich die Disney-Studios treu, wenn sie, wie immer bei solchen Themen, um den heissen Brei herum filmen. Denn natürlich darf nur Gott Leben erschaffen. Aber Vorsicht die christlichen Fundamentalisten sind einflussreich und wachsam! Bevor sich also irgend ein Club der besorgten, frommen Hausfrauen darüber aufregt, dass der Allmächtige sich dazu herab lässt, in virtuellen Welten herum zu fummeln, sprechen wir lieber schön verschwurbelt von einem Wunder. Dadurch vergibt Tron die Chance, sich ein paar interessanten philosophischen Fragen zu stellen. Zum Beispiel: ist der Wunsch der Computerlebewesen auf Zutritt zu unsere Welt nicht vielleicht berechtigt? Aber lassen wir es gut sein, Hollywood liegt immer noch in Amerika und soll in erster Linie unterhalten.

Und das macht Tron wirklich gut. Der Film ist weder hektisch noch lahm. Und er wurde mit extrem viel Liebe gemacht. Hier merkt man, dass die Filmemacher durchaus wussten, wer die Hauptzielgruppe ist und wie man ihr Honig ums Maul schmiert (lecker!). Der Film strotzt vor filmischen Zitaten vom Zauberer von Oz, über 2001 bis zu (logisch) Matrix. Und er huldigt praktisch ununterbrochen den Lieblings-Klischees der Nerdkultur. Es gibt den überheblichen High-Tech-Konzern, samt debilem, technik-fremden CEO. Es gibt Action-Figuren in Kinder-Regalen, die aus dem eigenen Film stammen. Und natürlich gibt es Tonnen von lustig-bescheuertem Technik-Blah, wie bewusstlose Charaktere, die ‘rebooten’ müssen, um wieder aufzuwachen. Soweit alles cool. Es gibt aber auch die Musik von Daft Punk. Erstens ist es ein absolut genialer Schachzug der Produzenten, genau diejenigen Musiker, die sich die letzten 15 Jahre sowohl musikalisch als auch thematisch ununterbrochen mit dem Thema Digitalisierung beschäftigt haben, in den Film zu holen. Die Jungs rannten ja praktisch während ihrer ganzen Karriere in albernen Tron-Kostümen rum. Und zweitens ist die Musik einfach gut. Und nicht von Hans Zimmer. Teilweise hat der Film-Ballett-Charakter. Tron, das Musikal? Wäre vielleicht gar keine schlechte Idee gewesen.

Was jedem klar sein sollte: Tron sieht natürlich fantastisch aus. Der 3D Effekt hält sich angenehm zurück und beschränkt sich darauf, dem Film Tiefe zu geben. Effekt-Hascherei, wie etwa in die Kamera geworfene Waffen, gibt’s praktisch gar nicht. Dafür hatten wir dann auch keine Kopfschmerzen am Ende ;-). Man darf sich auf jede Menge vollkommen cooler Fahrzeuge freuen, die in heftigen Verfolgungsjagden und Dogfights stilecht in Pixelwolken zerlegt werden. Was Optik und Ausstattung angeht ist der Film ein kleines Meisterwerk. Ganz wie der Papa ;-)

Und wer das Orginal noch nicht kennt, sollte sich was schämen. Und es über die Exploratoren bestellen…

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