Über komische Würfel

Geschrieben am 20. Januar 2010 in Netzkultur, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Thomas Hillenbrand hat wieder einen exzellenten Artikel in seiner Reihe über Rollenspiele auf Spiegel.de veröffentlicht. Diesmal geht es um einen der Ur-Mythen der Pen and Paper Szene …Würfel ;-D. Wie immer sehr lesenswert.

Mein Freund Ârágòrn

Geschrieben am 7. Januar 2010 in Der Name des Monats, Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, Netzkultur, RPG, WOW von Reaktorblock || 2 Kommentare

In Fantasy Romanen haben die Helden episch klingende Namen. Wenn die Geschichte gut und der Held interessant ist, bleiben uns diese Namen im Gedächtnis und wir erinnern uns mit wohligem Schauer an Gandalf, den Grauen, der auf einer dünnen Steinbrücke dem turmhohen Balrog entgegen schleudert: “Du kannst nicht passieren!”  Aber wenn wir uns am Samstag-Abend einer Zufallsgruppe im MMO unserer Wahl anschliessen, und dabei auf einen Charakter namens Gändalf treffen, holt uns die Wirklichkeit wieder ein. Wir denken nicht an den Herrn der Ringe, sondern an die zahllosen Hirnleichen, die gemeinsam mit uns in diesen Spielen unterwegs sind. Wir denken an die armen Menschen, für die der Augenblick der Namensfindung bei der Charakter-Erschaffung offensichtlich zur schlimmsten Folter ihres Lebens gehören muss. Anders ist es nämlich nicht zur erklären, dass sich vollkommen bescheuerte Namens-Mutationen in Online-Rollenspielen einer immensen Beliebtheit erfreuen.

Die WOW-Armory, ein herrlicher Ort, der un viele Abgründe offenbahrt. Unter anderem finden wir hier auch Gändalf, den gräuen.
Das WOW-Arsenal, ein Ort, der viele Abgründe offenbahrt. Unter anderem finden wir hier auch Gändalf, den gräuen. Und zwar 52 mal.

Und dabei ist der eigene Charakter in einem MMO das einzige, was noch ansatzweise mit Rollenspiel zu tun hat. Der Rest ist klicken, sammeln, stapeln und im besten Fall etwas Taktik um den WOW-Ringelpietz zu überleben. In Spielen, bei denen der Druck von Gamedesign und Community zwangsläufig dazu führen, das alle Spieler einer Klasse die selben Fähigkeiten (Skills) haben und die gleiche Ausrüstung tragen, ist der Name der letzte Ausdruck von Individualität. Und dann trifft man Gändalf. Ein PnP-Spieler, der diesen Namen mit an den Spieltisch bringt, würde sofort achtkantig aus dem Haus fliegen. Gilden- und Charakter-Name sind Visitenkarten. Sie verraten immer ein bisschen über den dahinter steckenden Spieler. Und wenn man dann dem Char Cool-Alli-Killa über den Weg läuft, hat man sofort eine ungefähre Vorstellung  von dem Typen, und dessen Spielweise. Namen sollten also mit Bedacht gewählt werden. Im richtigen Leben muss man damit klar kommen, was die Eltern-Generation für chique und wohlklingend hielt. In einem MMO hat man selber die Wahl. Eigentlich ein herrlicher Luxus.

Wenn man etwas tiefer in den Sumpf des schlechten Geschmackes eintauchen möchte, empfiehlt sich eine Suche in den Web-Datenbanken der grossen MMOs. Besonders die WOW-Armory ermöglicht ein herrliches Stöbern in den Produkten unserer verkümmerten Phantasie. Ein Ausgangspunkt sollen die Namen aus dem bereits erwähnten Fantasy Standardwerk “Der Herr der Ringe” sein. Eigentlich haben die Gefährten um Gandalf und Aragorn ja nichts auf einem WOW-Server verloren. Aber siehe da, eine Suche liefert immerhin sechs Gandalfs und sieben Aragorns. Eigentlich hätten wir mehr erwartet angesichts der Massen von dämlichen Namensklonen, die einem ständig über den Weg laufen. Ein Blick auf die Support-Seiten von Herstellern wie Blizzard oder Codemasters schafft Klarheit: Namen aus eigenen oder fremden Fantasy-Werken sind unerwünscht. Und natürlich auch alles, was irgendwie mit Sex zu tun hat, klar.  Auch ‘Leetspeak’ oder ‘Dudespeak’ sind untersagt. Das wirft natürlich die Frage auf, wie es besagte sechs Gandalfs und sieben Aragorns geschafft haben, dem wachsamen Auge von Mordor.. ähhh…Blizzard zu entgehen, aber das ist wohl eine Frage, die wir hier nicht abschliessend klären können.

Suchen wir also lieber noch etwas weiter und fügen mal den einen oder anderen kuriosen Strich hinzu. Elfensprache und Tschechisch sind ja offensichtlich eng verwandt. Erste Erfolge haben wir mit der Version Gândalf. 64 Einträge, nicht übel. Unser Stein des Anstosses, der Zauberer Gändalf, der Gräue, schafft es nur auf 52 Server. Ganz offensichtlich schlägt das â den Umlaut ä. Selbst Aragórn kommt weiter mit 76 Servern. Jetzt wollen wir es richtig wissen und verteilen Striche und Dächer was die Tastatur hergibt. Kein Vokal bleibt nackt: Ârágòrn. 3 Einträge, enttäuschend. Schade, denn der Name ist so bescheuert, das er schon fast wieder ironisch ist.

Aragorn
Den ‘echten’ Aragorn finden wir nur sieben mal, Gandalf schafft es nur auf sechs Server.

Kollege Aragórn hingegen existiert sage und schreibe 76 mal im WOW Universum. Soviel zum Thema Individualität.
Kollege Aragórn hingegen existiert sage und schreibe 76 mal im WOW Universum. Soviel zum Thema Individualität.
Fast schon wieder witzig. Allerdings eine Qual für alle Spieler, die den Namen irgendwo mal eintippen müssen. Und auch bestimmt lustig, falls man ihn mal buchstabieren soll.
Fast schon wieder witzig. Allerdings eine Qual beim Eintippen. Oder beim Buchstabieren.

Die absolute Top-Position wird übrigens nicht von einer Tolkien-Verwurstung besetzt, sondern von dem schnittigen, coolen Dunkelelfen Drizzt  Do’Urden aus den Werken des Hack’n'Slay-Poeten R.A. Salvatore. Drizzt selber bringt es nur auf 4 illegale Namens-Kopien, aber sein Schwippschwager Drîzzt hat eine weltweite Fanbase von 102 Kreativ-Zombies. Da kann man nur sagen: Gratz! Oder vielleicht besser: Grâtz?

Drizzt
Zwei rasiermesserscharfe Scimitars und ein gut geeichter Moral-Kompass zeichnen den Forgotten Realms-Helden Drizzt Do’Urden aus…
drîzzt
…und machen ihn zum absoluten Renner für dâch-freudige Namensdiebe: Drîzzt toppt alles mit satten 102 Namenskopien.

Aber nun ist es gut ,wir wollen das ganze nicht zu eng sehen. Das überlassen wir lieber den beinharten Rollenspielern. Auch ein Spassname kann nett klingen und eine Menge gutes über den Spieler dahinter aussagen. Wir erwähnen hier einfach mal den einmaligen Hannebambel Heckeschisser, ein DDO-Char mit einem Urhessischem Gebabbel-Namen, dessen humoriger Spieler eine Zier für jede Gilde ist. Hanne: Rock on!

Trotzdem gibt es, wie man oben sieht, eine Menge wirklich dämlicher Namen die, selbst aus der liberalen Sicht der Exploratoren heraus, am liebsten verboten werden sollten. Ârágòrn ist nicht nur peinlich, sondern er schädigt das Erlebnis der Mitspieler in schmerzhafter und zwanghafter Weise. Ârágòrn, Drîzzt und Gändalf sind nerviger Kreativmüll, dem man einfach nicht ausweichen kann. Man trifft sie nicht nur in Zufallsgruppen, sondern auch vor Auktionshäusern und Briefkästen. Sie erinnern uns immer wieder daran, das ein MMO eben kein Rollenspiel ist und dass gute Geschichten in einem Spiel Perlen vor die Säue sind. Und dass man mal wieder ein ordentliches Buch lesen sollte.

Um allen Geschädigten endlich eine Stimme zu verleihen, haben wir uns entschlossen, eine neue Rubrik einzurichten: den Namen des Monats. Wir wollen aber nicht nur die Deppen anprangern, sondern auch die Poeten ehren. Schickt uns also einen Screenshot von einem Char mit einem bemerkenswerten Namen. Bemerkenswert schön oder bemerkenswert blöd. Dazu einen kurzen Text, wo ihr den Spieler getroffen und warum ihr ihn ausgewählt habt. Die Exploratoren erledigen den Rest. Wir sind gespannt…

Ärägôrn
Und hier der Matchwinner für diesen Monat: Ärägôrn, der Untalentierte. Exakter kann ein Charakterbogen nicht werden…

Begleitet Shawn Schuster auf seinem DDO Abenteuer!

Geschrieben am 20. Oktober 2009 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Shawn ist den Exploratoren noch immer durch seinen exzellenten Tabula Rasa Podcast in bester Erinnerung. Auf dem noch exzellenteren MMO Blog Massively betreut Shawn neben dem Cast ‘Massively Speaking’ die Artikel-Serie ‘Choose my Adventure’, in der sich Shawn von den Lesern von Thema zu Thema scheuchen lässt. Über die Ereignisse wird dann natürlich ausführlich berichtet. Die nächsten zwei Monate wird sich der Gute nun durch DDO scheuchen lassen. Shawn nimmt Ideen für seine Berichte von den Lesern jederzeit entgegen. Wer mit ihm zusammen gamen möchte, muss den DDO Server Khyber besuchen. Gebt es ihm hart, Jungz!

Shawns Char, Fahryn Brygo, in Unterwäsche. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir alle gleich...
Shawns Char, Fahryn Brygo, in Unterwäsche. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir alle gleich…

Das erste Content-Update für DDO: Eberron Unlimited ist auf dem Testserver.

Geschrieben am 12. Oktober 2009 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene von Reaktorblock || Keine Kommentare

Die langen Wartezeiten, an die sich DDO Spieler vor der Umstellung auf das F2P Modell gewöhnen mussten, scheinen Geschichte zu sein.  Turbine will seinen Ingame-Shop mit neuem Content füllen und sie füllen ihn schnell!  Am letzten Donnerstag (08.10.2009) wurde das erste Inhalte-Update auf den amrikanischen Testserver Lamannia aufgespielt und für die dortigen VIP (->ABO) Spieler frei geschaltet. Spieler, die bei DDO-Europa (Codemasters) angemeldet sind und die F2P-Crowd, müssen draussen bleiben. Haben wir etwas anderes erwartet? Ist der Papst katholisch? Hat ein D20 zwanzig Seiten?

Leider liegen die Patchnotes im zugangsgeschützten Testserver-Forum, in das nur besagte Ami-VIPs beschnüffeln dürfen. Aber Jerry von DDO-Cast hat es gewagt, sich den juristischen Haubitzen von Turbine entgegen zu stellen und die Notes einfach auf seinen DDO-Cast-Blog kopiert.  Falls es ihn erwischt, schreibt ihm bitte eine Mail in den Knast…Auch die planaren Exploratoren glauben an die totale Freiheit aller Informationen und werden deshalb die wichtigsten Neuerungen der Notes hier posten und kommentieren.

New Adventure Packs: The Path of Inspiration

When the Inspired from the distant city of Dar Qat offered to renovate Stormreach’s old Harbor they said they were interested only in trade and friendship.  But are the Inspired a dream come true or a sinister nightmare? Explore five new dungeons that will take you beneath the Harbor, to a savage island, and into your own mind as you track down the Inspired’s terrible secret. This level 17 to 19 adventure pack includes 5 hand-crafted adventures! Adventurers seeking to confront the Path of Inspirationshould visit the lower harbor district.

Tataaa! Neue Abenteuer. Fresh Meat! Klar, Turbines F2P Modell basiert darauf, die Dungeons/Instanzen als ‘Adventure Packs’ in ihrem Ingame-Shop zu verticken. Also müssen sie fleissig Dungeons basteln, sonst gibt’s nix zu verkaufen. Bemerkenswert: diese High-Level-Questen (Stufe 17-19) sind im guten alten Hafengebiet angesiedelt, das gleich mal optisch aufpoliert wurde. Und zwar von den gleichen mysteriösen Typen, um die es auch in der Quest geht: den ‘Inspired’. Der Hafen musste wirklich mal sauber gemacht werden.

Eberron-Freaks wissen natürlich woher der Wind weht: die ‘Inspired’ sind eine fiese Bande von PSI-Zauberern aus der Traum-Dimension. Man darf gespannt sein, wie weit Turbine hier gehen wird. Gibt es demnächst PSI-Fähigkeiten auch für Spieler? Oder ist die nächste PC-Klasse sogar der Psioniker? Und wenn ja, wie viele Ruf-Punkte (Favor) wird ein armer Euro-Spieler brauchen, um sie frei zu schalten? 5000? 10.000? 100.000?

It is now possible to change your character’s hair style thanks to the magic of hair style tonics! Whether you’re looking to make your hairshorter, longer, or specially styled, hair style tonics will changeyour character’s hair right in the game. Exclusive styles, found onlyin the DDO Store, are available for male and female characters.

Öhem… ja, neue Frisuren. Hurra. Jetzt kann man nicht nur färben, sondern auch Locken wickeln, glätten, legen und rasieren. Schön wäre es ja, wenn die Euro-Spieler überhaupt mal eine Möglichkeit bekommen würden, an ihren Chars rum zu fummeln. Denn das gesamte System läuft über den Turbine-Ingame-Shop. Und den gibts nur in Ami-Land. Seufz…

You may now unlock the ability to create a character who begins with 32ability points instead of 28 by earning 1750 favor or with TurbinePoints in the DDO Store! 32 Point Build Characters can be found in thePremium Items category of the DDO Store. You can now increase the size of your shared bank by 10 slots in theDDO Store! Extra shared bank space can be found under the Premium Itemscategory of the DDO Store.

32 Punkte-Charaktere und mehr Bank-Platz ist jetzt käuflich im Turbine-Shop. Blah. Gleiches Problem wie oben. Den haben wir nicht. Irgendwie war diese Entwicklung ja voraus zu sehen. Nebenbei: die Puristen, die der Meinung sind, dass man sich dicke Arme (32 Punkte Chars) nicht kaufen sondern nur via Ruf verdienen darf, werden sich vor Wut die Maus-Hand abhacken.

Running out of room for your Hireling contracts? Hireling Contracts Folders are now available for all your contract storage needs! These special containers come in multiple sizes and can hold contracts instacks based on the size of the folder. When you’re ready to use your hireling(s), pull out the contract from the folder and activate it. Once activated, a Hireling contract cannot be returned to the folder. You may move contracts in and out ofthe folder so long as they have not been activated. Contract folders are bound to character and able to be stored in your regular characterbank. To purchase Hireling Contracts Folders visit the Gear & Equipment category of the DDO Store.

Container für die Hirelings (‘Tagelöhner’  - oder wie auch immer die im deutschen DDO heissen). Schön, dass die Verträge nicht mehr das Inventory voll müllen. Unschön: nur im Turbine-Store. Langsam wird es traurig…

Ever wished you could run one of your favorite mid-game dungeons at a higher level, have it be challenging, and receive awesome loot for it? With Epic Dungeons, now you can! ForUpdate 1, the Demon Sands Adventure Pack has received the Epictreatment. Five adventures in the Menechtarun Desert (including the Queen Lailat raid) can now be played in Epic difficulty. Old favorite items that originated in these dungeons can beupgraded into powerful Epic versions by collecting rare scrolls, seals,and shards. Epic rewards can be further customized with Epic Augment Crystals, permanently adding new effects to your items. Epic dungeons and raids award special tokens that can be traded forAugment Crystals or True Reincarnation Tokens. See Misty in the Towerof the Twelve for more details! All members of the party must be 20th level to enter on Epic difficulty. This difficulty will only be unlocked if you have completed the dungeon/raid on Elite

Epischer Schwierigkeitsgrad für alte Dungeons. Klar, die Chars, die auf Level 20 angekommen sind, sollen was zu tun bekommen. Als Belohnung winken epische Erweiterungs-Kristalle, mit denen die vorhandene Ausrüstung gepimpt werden darf. Klingt etwas arg nach WOW-Item-grinden, aber wir verzeihen es Turbine gern, da wohl auch Euro-Spieler in den Genuss der Dinger kommen dürften. Hoffentlich.

The new Reincarnation system enables players to leverage their existing progress with one of their current characters in the game and allows players to revisit certain decisions made in that characters advancement or to create an all-new more powerful hero. All Reincarnated characters will retain the name and items from previous character incarnation.

True Reincarnation

A true reincarnation lets the player recreate a more powerful characterand change anything about them (except for the name and gender), including their class and race. Tapping into memories of their formerselves, true reincarnated characters will receive additional buildpoints to spend in character generation as well as unique bonuses in the form of access to Past Life Feats. Each True generation will also be physically larger than previous generations (you’re welcome Halflings!). True reincarnation allows players to relive their journey through Stormreach. Characters will keep no experience or favor upon creation, will start at level 1, and require more experience to progress through each level. True reincarnation grants 2 bonus buildpoints for every true reincarnation, and are always base 32 point, evenif the character was initially created as a 28 point.

Lesser Reincarnation

A character that undergoes Lesser Reincarnation retains their race, gender, alignment, and the class they selected at level one. They are permitted to re-spend their ability points, change their featselection, re-allocate skill points, spells, etc., or are free to select a path. Unlike True Reincarnation, characters will retain all favor and experience, but reincarnate with the same number of buildpoints of the current incarnation and must train the exact level progression of the old character.

Greater reincarnation

Greater reincarnation has the same benefits as Lesser Reincarnation, and additionally will upgrade a 28 point (non-drow) character into a 32point build character.

How To Reincarnate

In order to reincarnate, you’ll need to speak with Kruz the Reincarnation trainer in House Jorasco. He can be found at the top ofthe stairs in the south west garden. Kruz requires an item known as a”heart of wood” in order to reincarnate you. Hearts of wood can bepurchased in the DDO Store. True Hearts of Wood for True Reincarnationcan also be earned by trading Epic quest tokens for a True Heart ofwood.

Reincarnation=kompletter Respec & Reskill! Huch! Einer der ältesten Kritikpunkte an DDO wurde angegangen.

Im Prinzip ist es mit diesem System möglich einen Char bis auf den Namen und das Geschlecht neu aufzubauen. Man kann ganz von vorne anfangen (true reincarnation) oder man behält den Level und baut sich die Stufen, Feats, Skills etc. neu zusammen. Das schockt. Das System ist für DDO besonders wichtig, weil es aufgrund des ultra-komplexen D&D Klassensystems sehr schnell mal passiert ist, dass man aus Neugierde auf einem vollverskillten Dilletanten sitzen bleibt. Wir sprechen aus Erfahrung. Leider, leider, leider: auch hier muss man erstmal im Turbine-Store shoppen, bevor man das neue Leben beginnen kann. Alternativ kann man auch den Loot aus den neuen epischen Instanzen (siehe oben) dafür tauschen. Für die Top-Level-Gamer also ein Hoffnungs-Schimmer. Wie man mit einem verskillten Char dahin kommen soll, ist uns zwar ein Rätsel…

Do you enjoy making new characters, but tire of running the low-levelcontent over and over again? If so, you’ll love Veteran Status! Players will be able to unlock the ability to create veteran characters which enter the game at level four. Veteran Status Characters will enter directly to the Marketplace rather than playing through the Korthos experience. Players must achieve 1000 favor to receive Veteran Status and speakwith the Drow Elder, Nyx Durandimion. Alternatively, in lieu of favor,Veteran Status may be purchased in the DDO Store as long as you have alevel 4 (or higher) character.

Und es wird der Veteranen-Status eingeführt. Veteranen beginnen bereits auf Level 4 und müssen nicht durch die Tretmühlen der immer gleichen Start-Dungeons. Todesritter light, sozusagen. Und ihr ahnt es: Veteranen-Status kann man kaufen (etwas widersinnig…) im Turbine-Shop. Allerdings bekommt man die Lorbeeren auch für 1000 Favor Punkte, was sogar machbar ist, wenn man sich ran hält.

Die restlichen Änderungen sind Bugfixes und Kleinkram. Was soll man von dem Update halten? Es ist nicht so fett, wie Modul 9, das DDO komplett umkrempelte. Das war allerdings auch nicht zu erwarten. Schön ist, das Turbine mehr echten ‘Eberron’-Content veröffentlicht. Die neuen ‘Inspired’-Questen sind offensichtlich weit ab vom genre-typischen Orks & Trolle zerschnetzeln. Das ist mutig und notwendig, um DDO’s eigenen Stil zu festigen. Freuen darf man sich auch über den renovierten Hafen.

Schade ist, dass sämtliche anderen Gameplay-Erweiterungen (fast) nur über den Turbine-Shop zu bekommen sind. Aus der Sicht des Herstellers ist das sicherlich sinnvoll. Für die Euro-Spieler ist es leider ein Epic-Fail. Naja, immerhin erhöht es den Druck auf Codemasters, das F2P System zu übernehmen. Sonst müssen die wohl damit rechnen, ihr MMO demnächst allein zu spielen…

Zum Abschluss noch ein paar feine Screenshots die Jerry (ddocast.com) vom neuen Hafengebiet geschossen hat.

Hafen im Dunkeln und mit neuen Blümchen.

Kein Witz, sondern das neue Brokkoli-Emote. Also doch ein Witz.

Mass Effect durchgespielt – Ernst sein macht Spass!

Geschrieben am 2. Oktober 2009 in Single Player von Reaktorblock || Keine Kommentare

Schon vor einigen Tagen hatten die planaren Exploratoren einen leicht euphorischen Zwischenbericht über die Erlebnisse in Mass Effect von Bioware abgeliefert. Nun haben wir das Shooter-Rollenspiel (ShRPG, oder Shrolli) durchgespielt und müssen sagen: Bioware, wir lieben euch! Es ist lange her, seit uns ein Spiel (Rolle oder nicht) so in den Bann gezogen hat.

Das Spiel lässt sicher einige Kritikpunkte zu, die sind aber fast allesamt technischer Natur. Die Aussengebiete (Planeten), die abseits der Haupthandlung besucht und erkundet werden können, sind ziemlich arm an Details. Ein paar Berge, auf denen 2-3 Texturen kleben, ein Mineraliendepot, ein Piratenbunker, eine abgestürzte Sonde…fertig. Immerhin sind die Typen, die man dann in den Piratenbunkern auf den Nebenmissionen trifft, angemessen cool oder schrullig. Bei Mass Effect zählen eben Menschen (oder Aliens) mehr als Technik.

Die eigentlichen Levels sind auch nicht gerade das Non-Plus-Ultra. Meistens sind es schlauchförmig angelegte Spiessroutenläufe, gepflastert mit Gegnern und Deckungsmöglichkeiten. Da die Kämpfe aber durch die verschiedenen Fähigkeiten der eigenen Truppe ziemlich bunt und abwechslungsreich sind, vergisst man schnell, das man sich eigentlich auf einer virtuellen Schiessbahn befindet. Immerhin bietet das Spiel des öfteren ein paar optische Leckerbissen – solange man die Haupthandlung nicht zu weit verlässt. Die Gegner KI geht ebenfalls in Ordnung.

Hin und wieder sieht das Spiel richtig gut aus.
Nette Besichtigungstour. Mass Effect kann auch hübsch. Meistens.

Was macht nun aber den Reiz dieses Spieles aus? Ganz klar:  Handlung, Hintergrund und Charaktere. Darüber wurde schon eine Menge geschrieben… Was die Exploratoren aber vor allem fasziniert hat: Mass Effect nimmt sich ernst und ist deshalb echt. Das Universum ist zwar nicht lebendig wie eine Liberty City (GTA4), aber wesentlich glaubhafter. Das Spiel vermeidet alles, was den Spieler aus der Wirklichkeits-Illusion heraus reissen könnte. In Literatur, Kino und Game-Design nennt man das die suspension of disbelief – eine Tugend, die in den Zeiten von ironisch überhöhten Filmen (Tarrantino)  oft in Vergessenheit gerät. Niemand gibt coole, gestelzte Kommentare zum Geschehen ab. Weder ein unsichtbarer Sprecher noch irgendein lässiger, unglaubwürdiger Protagonist. Witzig ist anders. Aber das Leben ist nun mal keine Szene-Party.

Was die Glaubhaftigkeit von ME ebenfalls steigert: der Verzicht auf jegliches Baby-Eier-leicht-Gamedesign à la WOW. Wenn man stirbt, ist das Spiel zu Ende und geht nicht auf dem Friedhof einfach weiter, weil’s für den Spieler eben bequemer ist. Eine falsche Entscheidung ist dadurch eine echte falsche Entscheidung. Tot ist Tot. Jedenfalls bis zum neu laden. Aber neu laden mach ich – nicht meine Spielfigur.

Das die suspension of disbelief in Mass Effect so gut funktioniert liegt an den (wie schon gesagt, gesagt und gesagt) exzellenten Charakteren, Dialogen und der feinen Geschichte. Die meisten Dinge sind dabei nicht mal neu, sondern einfach nur besonders liebevoll umgesetzt. Ein schönes Beispiel hierfür sind die weiblichen Charaktere von ME. Man trifft eben nicht auf die übersexten, tättowierten Vasquez-Verschnitt-Baller-Nutten, die seit Aliens 2 die Film- und Spielwelt überschwemmen. Man trifft auf Archäologinnen, Ärztinnen, Botschafterinnen, Technikerinnen und, ja, auch auf eine Soldatin. Die ist aber nicht tättowiert und zieht sich auch nicht aus. Das macht dafür die Archäologin. Und es wirkt glaubhaft - und auch ein kleines bisschen romantisch. Leider scheint der intellektuelle Frauentyp nicht so recht in der Kernzielgruppe angekommen zu sein, denn das letzte ME2 Promo-Video über den weiblichen Character ‘Subject Zero’ zeigt wieder einmal die üblichen Sub-Porno-Standards. Zu einer Kanone gehören wohl nun mal dicke Titten. Vielleicht bezieht sich das ‘Zero’ in ‘Subject Zero’ auf ihren IQ?

MassEffect_liaras_hoeschen_faengt_feuer
Dumm fickt gut, schlau fickt besser. Man verzeihe uns die rüde Formulierung. Aber irgendwie scheint das ja der Ton zu sein, den wir Gamer am besten verstehen….

Trotzdem freuen wir uns wie die Kinder auf die kommende Fortsetzung! Denn Mass Effect 2 verspricht viele Dinge zu korrigieren, die oben erwähnt wurden: mehr Items, coolere Level und schickere Aussengebiete – auch auf den Nebenschauplätzen. Hoffen wir, dass dabei die erzählerischen Stärken des Spieles nicht ruiniert werden. Aber hey, das Spiel kommt von Bioware. Wir sind also trotz allem guter Hoffnung.

Und wenn mir die tumbe Ballerbraut ‘Subject Zero’ auf die Nerven fällt, bleibt sie halt an Bord der Normandy, wenn ich Ausseneinsätze mache.

MassEffect_ME2_im Anflug
Nichts da, Shepard. Rente ist später. Im Q1 2010 kommt Mass Effect 2. Olé, Olé, Olé.

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