Der (bisher mit Abstand einfallsloseste) Name des Monats

Geschrieben am 8. April 2010 in Der Name des Monats, Dungeons & Dragons Online, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Ein Charakter reicht nicht aus, um ein MMO zu spielen. Wir reden hier nicht von der shizophrenen Sitte, ein Spiel mehrmals mit unterschiedlichen Charakteren zu spielen (auch bekannt als twinken…). Nein, heute geht es um den Bank-Charakter. Ein Bank-Char ist prinzipiell ein armes Schwein. Sein einziger Existenzgrund ist der Inventory-Platz in seinem Rucksack, den er selbstlos dem Haupt-Charakter zur Verfügung stellt. Ein Bank-Char ist also nichts weiter als ein Aldi-Beutel mit Beinen. Das ärgerliche an der ganzen Sache ist, dass man, um einen Bank-Char zu bekommen, durch die gesamte Prozedur der Charakter Erschaffung hindurch muss. Und an deren Ende wartet der fürchterliche Augenblick der Wahrheit… der Charakter muss einen Namen bekommen. Das Ergebnis dieser Qäulerei kann man dann am Briefkasten, Auktionshaus oder am Bankschalter  bestaunen: Elfen-Zauberer namens Schliessfach_23, Zwergen-Diebe, die Taschenplatzus heissen oder vielleicht sogar den aktuellen Namen des Monats …

Manchmal muss es eben schnell gehen. Ist doch klar, oder? Warum soll man sich das Hirn zermartern wegen eines beschissenen Bank-Chars? Wieso nenne ich meinen Hund nicht eigentlich auch Schgjklbp?

2010: Halb-Orks und Gildenhäuser für DDO.

Geschrieben am 17. März 2010 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene von Reaktorblock || Keine Kommentare

DDO ist einer der MMO-Gewinner des Jahres 2009. Seit man weiss, dass DDO die 1 Millionen Spieler Grenze durchbrochen hat (was immer das auch heisst in einem F2P Spiel), wartet die Community auf mehr Neuigkeiten über die Pläne für 2010. Wie geht es weiter?

Seit heute wissen wir mehr! Projektleiter (oder so…) Fernando Paiz hat einen Brief im Forum veröffentlicht, in dem er erklärt, was in diesem Jahr noch alles mit dem Spiel passieren soll:

- Neue Abenteuer. Klar, die sind ein wichtiges Element in der Verkaufsstrategie von DDO. Der erste neue Adventuer Pack befindet sich bereits auf dem Testserver Lamania. Und was man da in den Release Notes lesen kann, hört sich cooool an: House Deneith gegen eine Horde von Zombie-Piraten! From Dusk till Dawn à la DDO? Wir sind gespannt. Auf jeden Fall ist die hohe Frequenz, mit der inzwischen hochqualitative Abenteuer veröffentlicht werden, beeindruckend. Die Exploratoren brauchen dringend einen Account auf dem Testserver. Lechz!

- Mehr Items im DDO Store. Der Kleinkram scheint sich gut zu verkaufen. Kein Wunder, der Dreispitz-Präsidenten-Hut sieht auch verboten gut aus an unserem Warforged Charakter. Mehr Kosmetik-Items, die nur der Optik dienen, sind in Planung. Girl, I wanna take you to a gay bar!

- Achtung festhalten: Gilden-Status (pro Server) und Gildenhäuser. Ein Bereich, den DDO bisher sträflich vernachlässigte, wird jetzt endlich angepackt. Zu schön um wahr zu sein…

- Und nochmal Luft anhalten: Halb-Orks! Zwar erst gegen Ende des Jahres, aber, hey…Halb-Orks! Wir scheissen auf Charisma, Hurra!

- Neue Klassen? Leider ist die Antwort hier etwas dünn. Fernando lamentiert ein wenig über den schrecklichen Test- und Balancing-Aufwand. Dann lässt er durchblicken, dass es in der nächsten Zeit, also in 2010, neue Prestige-Enhancements für die bestehenden Klassen geben soll. Also ähnliches Stückwerk wie der nekromantische ‘Pale Master’, der nicht gerade reissenden Absatz findet. Ach ja, und Favored Soul und Barde als NPC-Klassen für den Rucksack. Die Exploratoren meinen: wenn schon neue Hirelinge, dann doch bitte endlich den Dieb.

- Verbesserungen, Verbesserungen, Verbesserungen. Hier bleibt man etwas nebulös. Sicher scheint aber eine Text-Suche im Auktionshaus. Puh, das war schon seit langem fällig…

- International. Nachdem man in den letzten Jahren den internationalen Vertrieb mehr oder weniger vor die Hunde hat gehen lassen (Japan dicht gemacht, Europa verblutet langsam), soll jetzt der neue Erfolg mit Karacho in die Welt getragen werden. Man darf gespannt sein. Auf die staubigen Codemasters-Server werden die Exploratoren auf keinen Fall zurück kehren…

Grundsätzlich sind das gute Nachrichten. Turbine scheffelt sich das Geld, dass jetzt frisch in die Kassen gespült wird, nicht in die Tasche, sondern investiert in kritische Bereiche. Besonders die Tatsache, dass auch kleinere Features nachgeliefert werden, wie etwa die lange fällige Verbesserung des Auktionshauses, zeigen, dass es Turbine – neben dem Geld – auch darauf ankommt, ein gutes Spiel abzuliefern. Was bleibt an offenen Fragen? Nun, die Exploratoren hätten gerne eine Äusserung zum Thema Level-Cap gesehen. Das D20 D&D Spiel endet auf Stufe 20, genau wie DDO. Aber da sich Statistik und Verwaltungsaufwand von PnP und MMO sehr unterscheiden, wäre es für DDO durchaus machbar ,die ‘natürliche’ Level-Grenze zu durchbrechen. Aber wohl nicht mehr in 2010…

Über komische Würfel

Geschrieben am 20. Januar 2010 in Netzkultur, RPG, Sonstiges von Reaktorblock || Keine Kommentare

Thomas Hillenbrand hat wieder einen exzellenten Artikel in seiner Reihe über Rollenspiele auf Spiegel.de veröffentlicht. Diesmal geht es um einen der Ur-Mythen der Pen and Paper Szene …Würfel ;-D. Wie immer sehr lesenswert.

Mein Freund Ârágòrn

Geschrieben am 7. Januar 2010 in Der Name des Monats, Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, Netzkultur, RPG, WOW von Reaktorblock || 2 Kommentare

In Fantasy Romanen haben die Helden episch klingende Namen. Wenn die Geschichte gut und der Held interessant ist, bleiben uns diese Namen im Gedächtnis und wir erinnern uns mit wohligem Schauer an Gandalf, den Grauen, der auf einer dünnen Steinbrücke dem turmhohen Balrog entgegen schleudert: “Du kannst nicht passieren!”  Aber wenn wir uns am Samstag-Abend einer Zufallsgruppe im MMO unserer Wahl anschliessen, und dabei auf einen Charakter namens Gändalf treffen, holt uns die Wirklichkeit wieder ein. Wir denken nicht an den Herrn der Ringe, sondern an die zahllosen Hirnleichen, die gemeinsam mit uns in diesen Spielen unterwegs sind. Wir denken an die armen Menschen, für die der Augenblick der Namensfindung bei der Charakter-Erschaffung offensichtlich zur schlimmsten Folter ihres Lebens gehören muss. Anders ist es nämlich nicht zur erklären, dass sich vollkommen bescheuerte Namens-Mutationen in Online-Rollenspielen einer immensen Beliebtheit erfreuen.

Die WOW-Armory, ein herrlicher Ort, der un viele Abgründe offenbahrt. Unter anderem finden wir hier auch Gändalf, den gräuen.
Das WOW-Arsenal, ein Ort, der viele Abgründe offenbahrt. Unter anderem finden wir hier auch Gändalf, den gräuen. Und zwar 52 mal.

Und dabei ist der eigene Charakter in einem MMO das einzige, was noch ansatzweise mit Rollenspiel zu tun hat. Der Rest ist klicken, sammeln, stapeln und im besten Fall etwas Taktik um den WOW-Ringelpietz zu überleben. In Spielen, bei denen der Druck von Gamedesign und Community zwangsläufig dazu führen, das alle Spieler einer Klasse die selben Fähigkeiten (Skills) haben und die gleiche Ausrüstung tragen, ist der Name der letzte Ausdruck von Individualität. Und dann trifft man Gändalf. Ein PnP-Spieler, der diesen Namen mit an den Spieltisch bringt, würde sofort achtkantig aus dem Haus fliegen. Gilden- und Charakter-Name sind Visitenkarten. Sie verraten immer ein bisschen über den dahinter steckenden Spieler. Und wenn man dann dem Char Cool-Alli-Killa über den Weg läuft, hat man sofort eine ungefähre Vorstellung  von dem Typen, und dessen Spielweise. Namen sollten also mit Bedacht gewählt werden. Im richtigen Leben muss man damit klar kommen, was die Eltern-Generation für chique und wohlklingend hielt. In einem MMO hat man selber die Wahl. Eigentlich ein herrlicher Luxus.

Wenn man etwas tiefer in den Sumpf des schlechten Geschmackes eintauchen möchte, empfiehlt sich eine Suche in den Web-Datenbanken der grossen MMOs. Besonders die WOW-Armory ermöglicht ein herrliches Stöbern in den Produkten unserer verkümmerten Phantasie. Ein Ausgangspunkt sollen die Namen aus dem bereits erwähnten Fantasy Standardwerk “Der Herr der Ringe” sein. Eigentlich haben die Gefährten um Gandalf und Aragorn ja nichts auf einem WOW-Server verloren. Aber siehe da, eine Suche liefert immerhin sechs Gandalfs und sieben Aragorns. Eigentlich hätten wir mehr erwartet angesichts der Massen von dämlichen Namensklonen, die einem ständig über den Weg laufen. Ein Blick auf die Support-Seiten von Herstellern wie Blizzard oder Codemasters schafft Klarheit: Namen aus eigenen oder fremden Fantasy-Werken sind unerwünscht. Und natürlich auch alles, was irgendwie mit Sex zu tun hat, klar.  Auch ‘Leetspeak’ oder ‘Dudespeak’ sind untersagt. Das wirft natürlich die Frage auf, wie es besagte sechs Gandalfs und sieben Aragorns geschafft haben, dem wachsamen Auge von Mordor.. ähhh…Blizzard zu entgehen, aber das ist wohl eine Frage, die wir hier nicht abschliessend klären können.

Suchen wir also lieber noch etwas weiter und fügen mal den einen oder anderen kuriosen Strich hinzu. Elfensprache und Tschechisch sind ja offensichtlich eng verwandt. Erste Erfolge haben wir mit der Version Gândalf. 64 Einträge, nicht übel. Unser Stein des Anstosses, der Zauberer Gändalf, der Gräue, schafft es nur auf 52 Server. Ganz offensichtlich schlägt das â den Umlaut ä. Selbst Aragórn kommt weiter mit 76 Servern. Jetzt wollen wir es richtig wissen und verteilen Striche und Dächer was die Tastatur hergibt. Kein Vokal bleibt nackt: Ârágòrn. 3 Einträge, enttäuschend. Schade, denn der Name ist so bescheuert, das er schon fast wieder ironisch ist.

Aragorn
Den ‘echten’ Aragorn finden wir nur sieben mal, Gandalf schafft es nur auf sechs Server.

Kollege Aragórn hingegen existiert sage und schreibe 76 mal im WOW Universum. Soviel zum Thema Individualität.
Kollege Aragórn hingegen existiert sage und schreibe 76 mal im WOW Universum. Soviel zum Thema Individualität.
Fast schon wieder witzig. Allerdings eine Qual für alle Spieler, die den Namen irgendwo mal eintippen müssen. Und auch bestimmt lustig, falls man ihn mal buchstabieren soll.
Fast schon wieder witzig. Allerdings eine Qual beim Eintippen. Oder beim Buchstabieren.

Die absolute Top-Position wird übrigens nicht von einer Tolkien-Verwurstung besetzt, sondern von dem schnittigen, coolen Dunkelelfen Drizzt  Do’Urden aus den Werken des Hack’n'Slay-Poeten R.A. Salvatore. Drizzt selber bringt es nur auf 4 illegale Namens-Kopien, aber sein Schwippschwager Drîzzt hat eine weltweite Fanbase von 102 Kreativ-Zombies. Da kann man nur sagen: Gratz! Oder vielleicht besser: Grâtz?

Drizzt
Zwei rasiermesserscharfe Scimitars und ein gut geeichter Moral-Kompass zeichnen den Forgotten Realms-Helden Drizzt Do’Urden aus…
drîzzt
…und machen ihn zum absoluten Renner für dâch-freudige Namensdiebe: Drîzzt toppt alles mit satten 102 Namenskopien.

Aber nun ist es gut ,wir wollen das ganze nicht zu eng sehen. Das überlassen wir lieber den beinharten Rollenspielern. Auch ein Spassname kann nett klingen und eine Menge gutes über den Spieler dahinter aussagen. Wir erwähnen hier einfach mal den einmaligen Hannebambel Heckeschisser, ein DDO-Char mit einem Urhessischem Gebabbel-Namen, dessen humoriger Spieler eine Zier für jede Gilde ist. Hanne: Rock on!

Trotzdem gibt es, wie man oben sieht, eine Menge wirklich dämlicher Namen die, selbst aus der liberalen Sicht der Exploratoren heraus, am liebsten verboten werden sollten. Ârágòrn ist nicht nur peinlich, sondern er schädigt das Erlebnis der Mitspieler in schmerzhafter und zwanghafter Weise. Ârágòrn, Drîzzt und Gändalf sind nerviger Kreativmüll, dem man einfach nicht ausweichen kann. Man trifft sie nicht nur in Zufallsgruppen, sondern auch vor Auktionshäusern und Briefkästen. Sie erinnern uns immer wieder daran, das ein MMO eben kein Rollenspiel ist und dass gute Geschichten in einem Spiel Perlen vor die Säue sind. Und dass man mal wieder ein ordentliches Buch lesen sollte.

Um allen Geschädigten endlich eine Stimme zu verleihen, haben wir uns entschlossen, eine neue Rubrik einzurichten: den Namen des Monats. Wir wollen aber nicht nur die Deppen anprangern, sondern auch die Poeten ehren. Schickt uns also einen Screenshot von einem Char mit einem bemerkenswerten Namen. Bemerkenswert schön oder bemerkenswert blöd. Dazu einen kurzen Text, wo ihr den Spieler getroffen und warum ihr ihn ausgewählt habt. Die Exploratoren erledigen den Rest. Wir sind gespannt…

Ärägôrn
Und hier der Matchwinner für diesen Monat: Ärägôrn, der Untalentierte. Exakter kann ein Charakterbogen nicht werden…

Begleitet Shawn Schuster auf seinem DDO Abenteuer!

Geschrieben am 20. Oktober 2009 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, Netzkultur von Reaktorblock || Keine Kommentare

Shawn ist den Exploratoren noch immer durch seinen exzellenten Tabula Rasa Podcast in bester Erinnerung. Auf dem noch exzellenteren MMO Blog Massively betreut Shawn neben dem Cast ‘Massively Speaking’ die Artikel-Serie ‘Choose my Adventure’, in der sich Shawn von den Lesern von Thema zu Thema scheuchen lässt. Über die Ereignisse wird dann natürlich ausführlich berichtet. Die nächsten zwei Monate wird sich der Gute nun durch DDO scheuchen lassen. Shawn nimmt Ideen für seine Berichte von den Lesern jederzeit entgegen. Wer mit ihm zusammen gamen möchte, muss den DDO Server Khyber besuchen. Gebt es ihm hart, Jungz!

Shawns Char, Fahryn Brygo, in Unterwäsche. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir alle gleich...
Shawns Char, Fahryn Brygo, in Unterwäsche. Wenn wir auf die Welt kommen, sind wir alle gleich…

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