Die DDO-Tipps der Exploratoren. Teil 1: Grundlagen.

Geschrieben am 7. November 2011 in Dungeons & Dragons Online, MMO-Szene, RPG von Reaktorblock || 1 Kommentar

Die planaren Exploratoren spielen seit 2008 das MMO Dungeon & Dragons Online: Eberron Unlimited (lieber kurz: DDO). In dieser langen Zeit (gefühlt 10 Jahre) haben wir einiges mit dem Spiel erlebt: zahlreiche neue Updates, den Wechsel auf Free to Play, den Streit zwischen Turbine, Atari und Codemasters und die Eröffnung des deutschen Servers. Über all das haben wir Tonnen von Text hier auf unserer Website verbreitet. Von einer Sache haben wir aber bisher die Finger gelassen: Tipps & Tricks. Das soll sich ändern! Denn DDO ist zwar Action-basiert und bunt – aber leider kein bisschen einfach. Die Umsetzung der Dungeons & Dragons 3.5 Pen’n'Paper Regeln ist (unserer Meinung nach) toll gelungen; aber sie ist hoch komplex. Und auch die Struktur des Free to Play Modells ist nicht gerade durchsichtig. Es gibt also eine paar Dinge, die man wissen sollte, bevor man sich einen Account anlegt. Wir beginnen deshalb unserer Tipps & Tricks Reihe mit den Grundlagen… was für ein Spiel ist DDO eigentlich?


Dungeons & Dragons Online ist kein WOW.

Spieler, die eine preiswerte Abwechslung von Blizzards Mega Seller MMO suchen, sind bei DDO herzlich willkomen. Man sollte aber wissen, dass sich das Spiel sehr stark vom klassischen Erfolgsmodell unterscheidet. Erstens: DDO ist instanziert. Die Dungeons und Aussengebiete, in denen die Abenteuer statt finden, sind alle über die zentrale Stadt ‘Stormreach’ erreichbar. Hier kann man dann auch andere Spieler treffen. In den Dungeons ist man aber alleine, mit einer sechs Mann-Gruppe oder mit einem Raid unterwegs. Das Fehlen einer großen, verbundenen Spielwelt ist zwar schade, dafür erlaubt es aber einen aufwendigeren grafischen Look. Vor allem die hochauflösenden Texturen sehen (auch heute, 5 Jahre nach dem Launch von DDO) noch klasse aus. Und man sollte sich nicht täuschen: das Spiel ist riesig, denn es wurden kontinuierlich Dungeons, Aussengebiete und auch neue Stadtteile von den Entwicklern hinzugefügt. Für Weltenentdecker gibt es auf jeden Fall genug zu tun. Nicht umsonst kleben die planaren Exploratoren seit 3 Jahren an dem Spiel.

DDO hat einen eigenen Grafik-Stil. Die Engine benutzt hoch aufgelöste Texturen, Wetter und sogar ein paar nette DX11 Effekte.

Dungeons & Dragons Online ist keine Standard-Kost.

Dungeons & Dragons Online basiert auf dem klassischen Pen’n'Paper System D&D. Im Unterschied zu vielen anderen D&D-Computerspielen greift es aber nicht auf die beliebte Spielwelt der ‘Vergessenen Reiche’ (Forgotten Realms) zurück. Also kein Neverwinter, Tiefwasser, Drizzt Do’urden und kein Elminster. Statt dessen erkundet man die recht ungewöhnliche Welt Eberron. Auch hier trifft man die genre-üblichen Elfen, Zwerge, Halblinge (keine Hobbits!) und Orks. Die Welt fühlt sich aber bedeutend moderner an! Magie kommt in Eberron als konsequenter Ersatz zur Technik zum Einsatz. Beispiele hierfür sind die Luftschiffe, die mit Hilfe von Elementar-Energie angetrieben werden, oder die roboterartigen Kriegsgeschmiedeten (Warforged), die als Spielerrasse gewählt werden können. DDO bekommt dadurch einen deutlichen Steampunk-Touch.

Fast ein T1000. Die Warforged (deutsch: Kriegsgeschmiedeten) vermitteln gut das leichte Steampunkt-Feeling der Spielwelt Eberron.
Fast ein T1000. Die Warforged (deutsch: Kriegsgeschmiedeten) vermitteln gut das leichte Steampunkt-Feeling der Spielwelt Eberron.

Dungeons & Dragons Online ist schnell.

DDO bietet zwar eine Auto-Attack-Funktion, aber die nützt nicht viel. Die Kämpfe des Spieles sind nämlich stark Action-lastig. Zuschlagen geht nur, wenn man in Reichweite ist. Man kann springen, klettern, ausweichen, den Gegner einkesseln und hinter einer Ecke in Deckung gehen, denn Geschosse und Zauber treffen nur, wenn eine Sichtlinie besteht. Das Spiel ist zwar kein Shooter-MMO, bietet aber ein willkommene Abwechslung zum langweiligen Timer-starren-Button-klicken der restlichen Spiele am Markt. Ein weiterer wichtiger Unterschied zur Standard MMO-Suppe: es gibt keine automatische Heilung. Die Trefferpunkte- und Mana-Balken füllen sich nur durch Magie oder durch Pausen an den sparsam verteilten Rast-Schreinen (rest-shrines). Der Schwierigkeitsgrad und der taktische Anspruch des Spieles liegt deswegen im Vergleich mit anderen MMOs recht hoch! Vielleicht hat das Spiel auch deswegen den Ruf, nicht gerade solo-freundlich zu sein. In der Tat ist es so, dass man in der unteren Leveln des Spieles als Einzelspieler noch recht gut klar kommt. Spätestens ab Stufe 10 wird das aber zunehmend schwerer. Am besten spielt sich DDO mit einer 4 Mann Gruppe. Wenn man dabei alle Basisklassen (Krieger, Magier, Kleriker, Schurke) abgedeckt hat, kommt man fast überall gut durch. Für leere Plätze in der 6 Mann Gruppe stehen noch die Mietlinge (Hirelings) zur Verfügung. Die sind allerdings wegen ihrer eingeschränkten (–> doofen) KI nur sehr begrenzt einsetzbar. Ach ja, auch das stereotypische Monster-Grinden fällt in DDO flach. Erfahrungspunkte bekommt man in erster Linie nur für komplett abgeschlossene Abenteuer.

Die Kämpfe in DDO sind schnell und mit viel Bewegung verbunden. Da wird es leicht mal unübersichtlich...
Die Kämpfe in DDO sind schnell und mit viel Bewegung verbunden. Da wird es leicht mal unübersichtlich…

Dungeons & Dragons Online ist ein echtes Free to Play Spiel.

Gar kein kein Abo? Blödsinn! Natürlich kann man auch in Dungeons & Dragons Online ein (recht günstiges) Abo abschliessen. In diesem Fall steht einem praktisch das komplette Spiel offen und man erhält eine monatliches ‘Taschengeld’  in Form von Gratis-Turbine-Punkten, die man im Turbine-Shop für virtuelle Güter verprassen kann. Selbst wenn man das Abo wieder kündigt, bleiben diese Punkte erhalten. Das Abo ist natürlich in erster Linie sinnvoll für Spieler, die DDO als Full-time MMO angehen. Wer gezielt bis Stufe 20 vorstoßen möchte, wer möglichst viele der abgefahrenen Abenteuer spielen möchte, sollte hier zuschlagen. Durch die 500 monatlichen Gratis-Punkte sammelt man schnell genug ‘Vermögen’ an, um sich wirklich interessante Komfort-Funktionen zuzulegen. Wir werden das in einem späteren Artikel genauer betrachten. Wichtig: alle Upgrades wie neue Rassen oder Klassen, die man erwirbt, sind automatisch auf allen Servern frei geschaltet. Wer das Spiel nur nebenher spielt, oder mal rein schnuppern möchte, braucht weder das Abo, noch den Turbine Shop. DDO ist rein theoretisch komplett gratis (durch-)spielbar, denn es gibt kostenlose Inhalte (Abenteuer) auf fast allen Stufen. In diesem Fall ist man allerdings gezwungen, die freien Inhalte mehrmals durchzuspielen um auf diese Weise XPs zu grinden (also doch grinden…).

Der Turbine-Store. DDO finanziert sich vor allem durch den Verkauf der einzelnen Abenteuer-Instanzen. Die Preise reichen dabei von ca. 2,00 € bis hoch zu 15,00 € für sehr große Inhalte-Pakete.
Der Turbine-Store. DDO finanziert sich vor allem durch den Verkauf der einzelnen Abenteuer-Instanzen. Die Preise reichen dabei von ca. 2,00 € bis hoch zu 15,00 € für sehr große Inhalte-Pakete.

Dungeons & Dragons Online ist cool, weil es Dungeons & Dragons ist.

Das Spiel basiert auf dem ältesten Rollenspiel der Welt. Fast alles, was man in irgend einem X-beliebigen Fantasy (-Computer) Spiel findet, stammt aus Dungeons & Dragons. Das sich natürlich seinerzeit grosszügig bei Buch-Vorlagen wie dem Herrn der Ringe bedient hat. Trotzdem bietet das Spiel noch eine Menge Dinge, die man noch nicht überall gesehen hat. Dazu zählen unter anderem eine extrem bunte & kreative Sammlung von Monstern, Tonnen von Zaubersprüchen, ungewöhnliche Charakterklassen und skurrile Schauplätze wie die alternativen Existenzebenen voller Engel, Teufel & Dämonen. Wer in diesem Spiel nur in den Wald geht, um Orks zu erschlagen, hat selber Schuld – es gibt extrem viel zu entdecken. Dazu passt übrigens sehr gut die Art der Präsentation: die Grafik ist bunt, aber nicht knallig. Besonder die Monstermodelle sind Hingucker. Etwas ganz besonderes ist übrigens die Dungeon-Master Voice: an bestimmten Abschnitten kommentiert ein Sprecher aus dem Off  die Handlung in der Art eines Pen’n'Paper Spielleiters. Ach ja…. die deutsche Übersetzung ist übrigens eher amüsant als gelungen. Das Spiel sollte, wenn es geht, in Englisch gespielt werden. Die Umstellung ist kinderleicht, nicht verbunden mit irgend einer Form der Zensur und lässt sich jederzeit schnell rückgängig machen.

Sie können die Sprache, in der Sie DDO spielen möchten, jederzeit mit einem Klick im Launcher wechseln. Wir empfehlen trotz allem Englisch.
Sie können die Sprache, in der Sie DDO spielen möchten, jederzeit mit einem Klick im Launcher wechseln. Wir empfehlen trotz allem Englisch.

Damit ist eigentlich das Wichtigste gesagt. DDO ist nicht für jeden – und das ist gut so! Die planaren Exploratoren werden nun in den kommenden Wochen auf die Details des Spieles näher eingehen. Welche Charaktere sollte man als Anfänger nehmen? Was muss ich als Solo-Spieler in DDO beachten? Wie funktioniert das komplexe Item-System? Welche Abenteuer lohnen sich als Kauf im Turbine-Store? Bleiben Sie dran, wir bleiben es auch ;-)

Und falls Sie Lust bekommen haben, dass Spiel mal auszuprobieren: hier gehts zur DDO-Homepage!

Seltsame Orte, skurille Monster. Hier ein Blick in den berühmten vertikalen Dungeon 'The Pit', der auch von alten DDO-Hasen immer noch als echte Herausforderungen angesehen wird.
Seltsame Orte, skurille Monster. Hier ein Blick in den berühmten vertikalen Dungeon ‘The Pit’, der auch von alten DDO-Hasen immer noch als echte Herausforderungen angesehen wird.

Fallout New Vegas. Teil 2 der Exploratoren-Kritik: 7 Tipps für den Spaziergang durch die Nuklearwüste.

Geschrieben am 13. August 2011 in RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 1 Kommentar

Im Prinzip ist Fallout New Vegas kein schweres Rollenspiel. Wenn man sich aber umhört oder die traurigen Statistiken in Steam ansieht (Erfüllungsquote der Achievements) wird klar: viele Spieler, die sich New Vegas kauften, haben es nicht zu Ende gespielt. Das muss nicht sein! Wenn man die folgenden Weisheiten der Exploratoren beachtet, wird FONV quasi zum Spaziergang. Natürlich ohne zu cheaten und ohne langweilige Komplettlösungen nach zu spielen!

1. ) Als erstes sollte man sich (wie bei jedem Rollenspiel) bei der Verteilung der Attributspunkte überlegen, in welche Richtung sich der Charakter entwickeln soll. Die Exploratoren raten von einem akademischen Charakter (Intelligenz, Glück, Charisma) ab! FONV wird ihnen Massen von Gegnern entgegen werfen, von denen die wenigsten über einen Universitätsabschluss, die meisten aber über eine gute Bewaffnung verfügen. Ein sicherer Tipp ist ein hoher Ausdauerwert (8+), der Ihnen viele Lebenspunkte garantiert. Stärke, Beweglichkeit & Wahrnehmung sind in Gefechten ebenfalls nützlich, müssen aber nicht alle maximiert werden. Stärke ist in erster Linie wichtig für den Nahkampf, erlaubt im späteren Verlauf des Spieles aber auch den Einsatz von besonders schweren Fernkampfwaffen, wie Raketenwerfern oder Miniguns.

2.) Die nächste böse Falle, die einem das Spiel stellt, ist die haarsträubende Skillverteilung mittels des Fragespiels das Doc Mitchell mit uns spielt. Am besten klickt man sich hier blind durch und besteht dann darauf, die Werte von Hand zu korrigieren. Erstmal sollte man sicher stellen, dass man sich ausschliesslich für EINEN Nahkampf-Skill entscheidet: Nahkampfwaffen ODER waffenloser Kampf. Genau das gleiche gilt für Fernkampf: ENTWEDER Schusswaffen ODER Energiewaffen. Ob man dann im Verlauf des Spieles mehr Punkte in den Nahkampf oder Fernkampf investiert, ist Geschmackssache. Komplett verkümmern lassen sollte man weder die eine noch die andere Richtung, da man sowohl in engen Räumen, als auch in weiten Landschaften kämpfen muss. Die weiteren, sekundären Kampfskills wie Sprengstoff oder Schleichen sind nicht nutzlos, aber eher zweitrangig. Wir kamen ohne sie aus. Wer unbendingt einen Ninja spielen möchte, braucht natürlich Schleichen.

Dicke Rüstungen sind gute Rüstungen. Charktere in sexy Unterwäsche sehen möglicherweise besser aus, leben aber garantiert nicht lange. Unser Tip: Combat-Armor Mark II und eine handfeste, billige Nahkampfwaffe.
Dicke Rüstungen sind gute Rüstungen. Charktere in sexy Unterwäsche sehen möglicherweise besser aus, leben aber garantiert nicht lange. Unser Tip: Combat-Armor Mark II und eine handfeste, billige Nahkampfwaffe.

3.) Wichtig ist auf jeden Fall der Reparieren-Skill. Egal um welche Art von Gegenstand es sich handelt, irgendwann nutzt er sich ab und man muss ihn reparieren. Ausserdem taucht im Verlauf des Spieles die eine oder andere Aufgabe auf, die mit einem hohen Repair-Wert gelöst werden kann. Den Feilschen-Skill brauchten wir absolut nicht. Wenn man die Begleiter als Packesel benutzt, einen hohen Stärkewert hat UND sich beim Looten auf Gegenstände konzentriert, die wirklich Kronkorken bringen, sollte man in kürzester Zeit keine Geldprobleme mehr haben. Ein paar Questen verlangen nach einem bestimmten Wert in dieser Fähigkeit, meist steht aber ein alternativer Skill zur Auswahl. Wir empfanden die Fähigkeit Sprache als nützlicher, da sie wesentlich öfter neue Antwortmöglichkeiten frei schaltete. Dietrich/Lockpicks ist kein spielentscheidender Skill. Da man sich aber immer schwarz ärgert, wenn man eine Tür nicht aufbekommt, hinter der man Goldberge vermutet, raten wir aus psychologischen Gründen dazu, den Skill brav mitzuleveln. Wissenschaft und Medizin hatten wir komplett ignoriert. Und kaum vermisst.

4.) Im späteren Verlauf des Spieles darf man sich sogenannte Perks (deutsch ‘Extras’ oder so…) aussuchen, die den Charakter weiter verfeinern. Hier sollte man sich dringend auch jene Perks ansehen, die man (noch) nicht anwählen kann. Hier fehlt meist eine bestimmte Voraussetzung. Wenn etwas dabei ist, das man unbedingt haben möchte, sollte man sich also bei der kommenden Verteilung von Skill-Punkten und Perks drauf konzentrieren, diese Voraussettzungen zu erfüllen, um irgendwann mal an den Traum-Perk zu kommen.

5.) Natürlich ist es ein tolles Gefühl, wenn Sie alle Aufgaben und Probleme nur durch Charisma, Redekunst, Feilschen und Freundlichkeit erledigen können. Aber denken Sie daran, dass Sie auf diese Art zwar mit genug Erfahrungspunkten versorgt werden, dass Ihnen aber jede Menge Loot (Geld!) verloren geht. Und das werden Sie früher oder später brauchen.

Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Zigaretten wiegen nicht viel und bringen Geld.
Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Zigaretten wiegen nicht viel und bringen Geld.
Dieser Keller voller Technik-Schrott ist eine Goldgrube!
Dieser Keller voller Technik-Schrott ist eine Goldgrube!

6.) Nehmen Sie am Anfang alles mit, was nicht fest genagelt ist. Rote Items brauchen Sie nicht zu klauen, das bringt nur Scherereien. Später konzentrieren Sie sich auf Dinge, die einen  handfesten Preis erzielen. Batterien, Conductoren, technisches Zeug. Wenn Sie sich einen Gegenstand im Inventory ansehen, bekommen Sie einen Verkaufswert angezeigt, an dem Sie sich orientieren können. Haben Sie mehrere Waffen und Rüstungen gleicher Art, die sie nicht mehr tragen können, dann vereinigen Sie die Items mit Hilfe des Reparieren Skills (da ist er wieder!). Dabei geht zwar je nach Skill-Wert einiges an Geld verloren, aber Sie sparen sich nerviges Hin-und-Her-Gerenne. Richten Sie sich ein festes Lager ein, in dem Sie schlafen und in dem Sie Ihre Ersatzausrüstung lagern. Items kann man in Kisten verstauen oder einfach auf den Boden werfen. Sobald Sie den ersten Begleiter im Team haben, nutzen Sie sein Inventory als Stauram. Spätestens dann sind die Geldprobleme vergessen.

Achten Sie auf Batterien! Die kleinen Dinger sind leicht zu übersehen.
Achten Sie auf Batterien! Die kleinen Dinger sind leicht zu übersehen.
300 Kronkorken für 4 Batterien ist ein nettes Geschäft. Rüstungen und Waffen bringen mehr, aber oft braucht man genau diese Items, um die eigene Ausrüstung auszubessern.
300 Kronkorken für 4 Batterien ist ein nettes Geschäft. Rüstungen und Waffen bringen mehr, aber oft braucht man genau diese Items, um die eigene Ausrüstung auszubessern.

7.) VATS ist toll. Aber eigentlich überflüssig. Unserer Meinung nach hat Bethesda diesen Kram eingeführt, damit sich das Spiel äußerlich von einem Shooter oder Action-Adventure unterscheidet. Möglicherweise wollten sie auch die ganzen alten Rundenstrategie-Spieler ansprechen, die noch das staubige Fallout 1 + 2 kannten. Wir haben diese Pausen-Funktion jedenfalls bei maximal 2-3 Gegnern benutzt. Und auch die hätten wir wahrscheinlich mit etwas mehr Planung in Echtzeit umhauen können.

Wenn Sie VATS brauchen, um diesen Kojoten zu erledigen, haben Sie was falsch gemacht. Was Sie brauchen, ist ein ordentlicher Stärkewert und ein Hammer.
Wenn Sie VATS brauchen, um diesen Kojoten zu erledigen, haben Sie was falsch gemacht. Was Sie brauchen, ist ein ordentlicher Stärkewert und ein Hammer.

So, nun sollten Sie keine Probleme mehr haben. Sollten Sie aber mit Ihrem Charakter auch nach 5 Stunden Spielzeit immer noch bei jedem zweiten Kampf ins Gras beissen, ist was falsch gelaufen. Neu anfangen, Stärke und Ausdauer maximieren, soziale Skills ignorieren. Sie werden es geniessen.

Teil 1 der Exploratoren Kritik: die Schönheit des Verfalls.

Teil 2 der Exploratoren Kritik: Tipps & Tricks

Fallout New Vegas. Teil 1 der Exploratoren-Kritik: ein Spiel wie eine (kaputte) Kathedrale.

Geschrieben am 12. August 2011 in Netzkultur, RPG, Single Player, Sonstiges von Reaktorblock || 5 Kommentare

Die Liste der Games, die die Exploratoren unbedingt noch spielen wollen, bevor wir in die Kiste hucken, ist verdammt lang. Aber nun haben wir es geschafft, eine der peinlichsten Lücken in unserer Gaming-Historie zu schliessen: wir haben ein Spiel aus der Fallout-Reihe durchgezockt. Und was sollen wir sagen? Fallout New Vegas (FONV) ist ein verdammtes Meisterwerk.

Wir können und wollen das Spiel nicht mit seinen Vorgängern vergleichen, weil wir Fallout 1-3 ja nicht gespielt haben. Möglicherweise sind diese Games orgineller und New Vegas ist nichts weiter als der vierte Aufguss eines tollen Konzeptes. Wenn man das Spiel aber allein stehend betrachtet, ist es echte Kunst. FONV hat nicht nur die Exploratoren begeistert, sondern auch in der Presse kam das Spiel gut an. Ein Kritikpunkt, den man allerdings immer wieder hört, ist die unspektakuläre Grafik. Auch hier stimmen wir zu: New Vegas ist potthässlich. Seit dem Erscheinen beschäftigen sich Horden von gelangweilten Programmierern mit kritischem Freizeitüberschuss (–> Modder) damit, die Optik des Spieles zu verbessern. Aber muss das wirklich sein? Unserer Meinung nach passt die triste Grafik perfekt zum Setting des Games. Sie zeigt uns eine zerbombte, verstrahlte Zukunft, in der niemand wirklich leben möchte. Selbst die ehemals schillernde Glücksspielmetropole Las Vegas wirkt wie ein armseliges Dreckloch. Und das ist gut so! Erst durch den Schmutz und den braunen Staub der traurigen amerikanischen Wüste entfaltet das Setting von Fallout New Vegas seine Wirkung, denn das Spiel ist eine Umkehrung des amerikanischen Traumes.

Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.
Ein paar nette Lichteffekte in der staubigen Luft. Mehr Grafik darf man von Fallout nicht erwarten. Trotzdem raten wir davon ab, das Spiel zu modden. Geniessen Sie FONV, so wie es aus der Box kommt.

Die naive Zukunft, die wir in FONV kennen lernen, mit ihren albernen Blech-Robotern und klobigen Strahlenkanonen ist die selbe Art von Sience Fiction, wie man sie sich im selbstverliebten Amerika der 50er Jahre vorstellte. Der einzige und entscheidende Unterschied zwischen New Vegas und der Zukunftsvision der 50er ist: keine Zivilisation der Welt überlebt einen Nuklearkrieg. Während man in den Nachkriegs-USA davon ausging, dass man einem Atomschlag prima entgehen kann, wenn man sich hinter einem Schreibtisch duckt, zeigt Fallout brutal und zynisch was thermonuklearer Krieg bedeutet. Und diese Demontage der amerikanischen Naivität zieht sich stringent durch Optik, Musik und Handlung. Nichts ist gut, nichts ist schön, nichts ist sicher, niemand ist fair.

Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.
Gammlige Treppenhäuser, lumpige, abgewetzte Kleidung. Der Dreck steckt im Detail.

Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.
Steve Jobs wurde nie geboren. Das Ifone nie erfunden. Die Handys der postnuklearen Zukunft sehen aus wie aus den 60ern.

Das Tolle daran: das Spiel macht trotz aller Finsternis einen Mordsspass. Das liegt zum einen am fiesen Humor. Aber auch der hohe Detailgrad, mit dem die Trümmerwüste beschrieben wird, ist beeindruckend. Es fällt schwer, in New Vegas mit seiner unverbrauchten Spielwelt (keine Elfen, keine Zwerge, keine Zauberer mit spitzen Hüten!) nicht zu versinken. Die Exploratoren haben ca. 70 Stunden Spielzeit in dem Spiel versenkt. Und wir haben lange noch nicht alles erforscht!

MMO-verwöhnte Casual-Gamer sollten aber vorsichtig sein, denn FONV ist nicht WOW. Es schmeisst viele kuschlige und lieb gewonnene Spielmechanismen über den Haufen. Wer damit rechnet, brav an die Hand genommen zu werden, um gemütlich von Belohnung zu Belohnung zu wandern, kann einpacken. Die Kämpfe sind hart, besonders am Anfang. Man muss sich eingehend mit dem Skill-System beschäftigen und man sollte auf keinen Fall glauben, dass man strategische Fehler in der Charakterplanung irgendwie ausgleichen kann. Verskillt ist verskillt. Lieber nochmal von vorne anfangen. Auch die eingebaute Pausen-Funktion (VATS) macht die Gefechte nicht einfacher. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass FONV sich mit einem gut geskillten Charakter auch ohne VATS prima spielen lässt. Mit einer problematischen Skillung hingegen wird das Spiel schnell zu Qual.

Das Item-System ist praktisch die Umkehrung sämtlicher moderner Konventionen: statt ständig bessere Gegenstände einzusacken, ist man die meiste Zeit verzweifelt bemüht, die Ausrüstung, die man sich hart erkämpft hat, in Schuss zu halten. Waffen benötigen ständig teure Munition und sämtliche Ausrüstung leidet stark durch Abnutzung. Der Verfall ist ein zentrales Thema des Spieles. Nichts bleibt für die Ewigkeit.

Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.
Fallout New Vegas ist in der internationalen Version recht brutal. Obwohl die Ragdoll-Effekte und das Blut eher comic-haft bleiben, entfaltet das Spiel eine düstere Wirkung. Schon Nietzsche wusste: ‘Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird.’

Wenn man aber irgendwann mal den Bogen raus hat, passiert genau dass, was ein gutes Rollenspiel ausmacht: durch die ständigen Bemühungen wächst einem der Charakter (und seine schrottige Ausrüstung) fest ans Herz. Dann kann man die tollen Stories geniessen, die FONV erzählt. Man kann die skurrilsten Typen kennen lernen und sie seltsamsten Orte finden. Plötzlich wird das Spiel geschmeidig. Und damit das auch bei Ihnen passiert, haben die Exploratoren ein paar Tipps im nächsten Artikel zusammen gestellt, die den Einstieg etwas leichter machen sollten. Bleiben Sie am Radio! Und denken Sie dran, wenn es blitzt: duck and cover!!!

Teil 1 der Exploratoren Kritik: die Schönheit des Verfalls.

Teil 2 der Exploratoren Kritik: Tipps & Tricks